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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-12-15 · Heft 51 (15.12.1874) · p. Seite 856

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 51 (15.12.1874)
Date
1874-12-15
Page
Seite 856 (sequence 6)
Language
German
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Beachtenswert ist es, wie das letzte Blatt in dieser- Rolle geschrieben ist: Die ersten Columnen desselben füllen -die: ganze ^Breite des Blattes aus; reihenweise verringert sich die Breite und spitzt sich dem Ende zu ab. Diese Schreibweise liegt vielb>vb>i bobn rrp'iDb» leicht dem ■par-poa der Vorschrift Trac. Soferim 71, 10 nicht ferne, . und ließe sich hieraus die Eigen- - thümlichkeit der alten jüdischen Druckb>i-räN schriften erklären, die letzte Blattseite in schräger zugespitzter Form erscheinen zu lassen, da sie damit nur - einer, alten Sitte bei der Vollendung bo der Thoraschrift folgen würden. :■ ' b«*nvo*'; Es wäre höchst wichtig, zu untersuchen, in welchem Verhältnisse die Veränderungen, welche diese Rolle zeigt, zu den verschiedenen Schulen Palästinas und Babylons stehen, und welche der betreffenden Lehrsätze auch im fernen Osten gekannt und ausgenommen wurden. Doch bevor diese Arbeit unternommen wird, ist es wünschenswerth, zu erfahren, ob alle aus Asien stammenden Rollen in gleicher Weise geordnet sind. Vielleicht schenkt einer der Herren, denen die Bibliotheken in England und in Paris zugänglich sind, in denen sich asiatische Thorarollen befinden, dem Gegenstände seine freundliche Aufmerksamkeit. Dr. Joel Müller. Literarischer Wochenbericht. Pest, 29. November. Zur ältesten 'Geschichte' der Juden in Hamburg, ist der Titel eines von Herrn Dr. M. Jsler jüngst erschienenen Schriftchens,. das, wie wir vermuthen, durch das von Herrn Archivar Di*. Beneke an's Licht gezogene Factum hervorgerufen wurde, daß der bekannte Hamburger ArztRodrigo de Castro im Jahre 1602 in'der Kirche Mar. Magdalena auf dem Chore für 42 Reichsthaler einen Begräbnißplatz gekauft habe. Hieraus wollte nun Beneke den Schluß ziehen, daß de Castro mit gesammter Familie zum Christenthume übergetreten fei.; Dem gegenüben weist Jsler an der Hand .geschichtlicher Documentenach,- daß de Castro, welcher während der ersten Jahre seines Hamburger Aufenthaltes seinen Glauben, geheim gehalten, spätestens 1612 sich, öffentlich zum Judenthume bekannt habe, daß seine beiden Söhne die später berühmten Aerzte Benedikt und Andreas de Castro, auch als Juden zum Besuche des Gymnasiums zugelassen wurden und, wie das bereits von mir dargethan (Geschichte der jüdischen Aerzte in Frankens Monatsschrift VIII» 330 ff.,..IX, 92 ff.), auch als Juden gestorben sind, Rodrigo, dessen Todesjahr auch Jsler nicht vor 1639 setzt, wurde vermutlich in'Altona begraben, Im Anhang theilt Herr Dr. I. eine Stelle ans dem seltenen judenfeindlichen Buche Jacob Martin's Judenarzt mit.^ , . , Herr M:. Lattes setzt.in, dem.Archivs Veneto seine Publicationen bisher ungedruckter Urkunden fort und liefert somit schätzbares Material zu der Geschichte der Juden in Italien u. a. Herr Dr. Julius DaVid.veröffentlicht einen von ihm im Bet Ha-Midrasch zu Wien gehaltenen populär-wissenschaftlichen Vortrag über Religionsdisputationen im Mittelalter (Wien 1874). Dieses Schriftchen enthält nichts Neues; der junge strebsame Verfasser, der ein umfangreicheres Werk über Neligionsdisputationen verspricht, : hat die sich gestellte Aufgabe,, „ein großes Bild von dem Gange und der Art und Weise der Disputationen zu liefern", in anerkennenswerther Weise gelöst.. Das in arabischer Sprache abgefaßte Sendschreiben Maimuni's an die jüdische Gemeinde Jemen's, das unter dem Titel ■j^ry mj« in der Übersetzung des R. Nachum mehrfach gedruckt ist, wurde in der Uebersetzung des R. Samuel Jbn Tibbon nach einer Handschrift im Besitze Dr. Jellinek's von Herrn Rabbiner David Hollub zum ersten Male herausgegeben (Wien 1875). Eine lesenswerthe Einleitung und kritische Anmerkungen verleihen dem ohnehin sehr wichtigen Sendschreiben einen besonder» Werth-. Die ungarische Uebersetzung der Gebete mbsn von Herrn Heinri ch Deutsch, Direktor der k. israel. Präparandie in Pest, erschien vor einigen Wochen (.Pest, Löwy 1874) in dritter Auflage. Der Umstand, daß von. dieser Uebersetzung -in wenigen Jahren 10,000 Exemplare verbreitet wurden, spricht .genugsam für ihre Vortrefflichkeit. Von' demselben Verfasser wird demnächst eine neue ungarische Uebersetzung des Pentateuchs erscheinen. ' Kayserling. Deutschland. Karlsruhe, 1. December. (Eingesandt vom Synagoge n ra t h e.) In Nr. 45 des Lehmann'schen „Israeliten" und Nr. 44 der „Jüdischen Presse" wird ein Vorgang auf dem Friedhofe der hiesigen israelitischen Gemeinde in einer so unerhörten und jesuitischen Weise entstellt und zur Verunglimpfung eines allgemein hochgeachteten und verehrten Mannes zu verwerthen gesucht, daß wir , als Vertreter dieser. Gemeinde, uns bewogen fühlen, rein im Interesse der Wahrheit und Gerechtigkeit, dem dreisten Lügengewebe entgegenzutreten. - , Unter dem schmerzlichen Eindrücke in Folge des plötzlichen

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