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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-12-15 · Heft 51 (15.12.1874) · p. Seite 855

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 51 (15.12.1874)
Date
1874-12-15
Page
Seite 855 (sequence 5)
Language
German
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Die anderen Seiten-Initialen des Zeichens *ra» fra (Hgh. Maim. ib.) sind nicht in Anwendung gekommen. ' Auch andere rabbinische Satzungen sind vernachlässigt oder bleiben vielmehr dem fernen Osten unbekannt. So steht la'nn Levit. 1V, 16, nicht am Anfänge der Zeile (Tract. Sofer. 9, 2): sind die vierzeiligen leeren Räume zwischen den einzelnen Büchern des Pentateuchs nicht im Gebrauche' (ibi. 2, 4), beginnt die achte -Zeile des Liedes Exod. 15 mit laa und die letzte Zeile desselben mit nK oirb* mir (ibi. 12, 11), ist vor dem Liede Deut. 3 2 . kein leerer Raum gelaffen und stimmen die Anfänge der Columnen desselben nicht ganz mit der üblichen Schreibweise (ibi. 8, 9). Eigenthümlich ist die Art, wie die sogenannten verkehrten d (^aivn *p-i:> Tr. So^er. 6, 1) Rum. 10, 35, »ausgeführt sind. Sie stellen sich im Gegensätze zu der bei uns beliebten Form nicht als von Oben nach Unten, sondern nur als zur Seite umgewendet dar. ZL (Vgl. R. G. A. Sal. Lurias 73.) Im Ganzen muß man sagen, daß, wie diese Thorarolle sich darstellt, die ostafiatischen Juden die Pünklichkeit und Obsorge bei der Anfertigung der Thorarollen nicht einhalten, mit der sie bei uns vorgenommen wird, und daß man^ mit Sicherheit auf eine in jenen Ländern herrschende sehr mangelhafte Kenntniß des Hebräischen schließen kann. Während, die Masora, wie wir schon bemerkten, genau gekannt ist, z. 23. “nyu immer für vorkommt und die masoretische Schreibweise n'ria im Gegensätze zur Leseweise sich behauptet, sind im Texte noch unverbefferte Schreibfehler zurückgeblieben. Nas-j Genese 30, 26. lapb'' nwdr Exod. 16, 5. ''dwn ri« 122^1 (Rum. 11, 32). arria ^b 'isr ibi. 21, 29. 0{T'iD03i ib. 29, 34. Deut. 7, 13 und auffallender Weise auf der letzten Blattseite sw D’ö» ana ib. 33, 17. (ib. 29). 0^2 bm a^5D 12»^ NO8 (ib. 34, 10) und hat überdies eine unkundige Hand noch später falsche Correcturen in Bezug auf die quiescenten -> und i im Gegensätze zur Massora angefügt, was > die fremde Schrift und Dinte nicht selten verräth. - Doch auch der Schreiber der Rolle befleißigt sich keiner sonderlichen Pünktlichkeit. Während er zwischen den einzelnen Wochenabschnitten (des einjähr. Cyclus) in Genes, und Levit. durchweg eine Zeile freien Raum läßt, beobachtet er diese Form bei den Pericopenabtheilungen der anderen Bücher des Pentateuchs nur-selten, gewährt zwischen dem 27. und 28. Cap. des Deut, einen offenen, freien vierzeiligen Raum (Vgl. übrigens Sof. 12, 3) und schreibt manchmal am Ende der Blattseite gedehnt und sehr weitbuchstabig, ja er rückt einmal acht Buchstaben weiter heraus gegen die nächste Seite, um nur diese mit i beginnen zu können. Die größte Divergenz mit unserer Thora, weist diese chinesische Rolle in Bezug auf die sogenannten offenen und geschlossenen Absätze mmna unb rvraino auf. Unsere Abschreiber folgen bekanntlich der von Maimonides, Iad, Seferthora 8 ausgestellten Ordnung in Bezug auf die Schriftstellen und größtentheils auch auf die Form dieser Absätze. In der chinesischen Thorarolle hingegen begegnen wir aber nicht nur sehr oft einer dritten, der rrrna ähnlichen, die Columne am Ende und zugleich den Anfang der nächsten Columne offenlassenden Form, welche bald für unsere 2, bald für unsere Nwina angewendet wird; (Vgl. Jacob Tam Tosaf. Menachot 32 a Schw. und a. a. O.),. sondern auch der Ansatz der, V12 und '»wa, nach ihrem den Inhalt trennenden Raume disierirt von unserer Gepflogenheit. Die genaue Prüfung dieser Rolle zeigt, daß dem Schreiber der eigentliche und Hauptunterschied der 2 und 'na darin bestand, daß bei 2, welche ja an Stellen gesetzt werden, deren Jnhaltsverschiedenheit eine größere ist, der freie, unbeschriebene Raum zwischen den Absätzen ein größerer blieb, bei der bama hingegen selten mehr als der Raum für drei Buchstaben frei gelassen wurde. (Vgl. Tract. Sofer. 1, 14. Jacob Ascheri Tur I. D. 275). Wenn also der Absatz, der in unseren abendländischen Atollen als s erscheint, in der chinesischen Rolle inmitten der Zeile, welche zu beiden Enden Schrift trägt, zu stehen kömmt, da wird ein größerer Raum gelassen, findet sich dort mitten in der Zeile die 'na, wie sie unsere Rollen haben, so bleibt nur ein sehr geringer Raum leer. Kömmt hinwieder der Schreiber gegen das Ende der Zeile und soll den Absatz bezeichnen, der bei uns 'mö ist, so läßt er die Zeile, wenn er nicht mehr'Raum als für drei Buchstaben übrig hat, offen, und gilt ihm dies als 'ma,' worauf er den Text ant Beginne der nächsten Columne weiterschreibt; hat die erste Zeile hingegen mehr Raum, so beginnt er den Text, nachdem er Raum für drei Buchstaben offen gelaffen, noch in selbiger Zeile. Uebrigens ist in Bezug auf diese Absätze keine präcise Genauigkeit in dieser Thorarolle. Während z. B. Gen. 1, wie bei uns, zwischen den einzelnen Schöpfungstagen Absätze sind, fehlt ein solcher nach dem dritten Schöpfungstage in der chines. Rolle Gen. 1, 13, ebenso zwischen dem ersten und zweitrn N72NN mb Exod. 20, 17, (welche beide.demnach als ein Gebot zusammengefaßt erscheinen (Vgl. Maaffe Rokeach Hilchot Seferthora 7, wo von den deutschen Thorarollen ein Gleiches berichtet wird), ebenso Deut. 5, 18, nach dw ‘■pby sv>m, Deut. 19,11, nach ib nab, Nirm. 5, 12. Auch finden sich manchmal Absätze am Unrechten Orte, der Geschloffene nach -nmn nto 02b nin «nu bai Lev. 11, 7, und Offene nach laaba Deut. 20, 8 und nach yin mi*av5De»t. 19, 19 (was wohl irrthümlich wegen der Aehnlichkeit mit 17, 7 angesetzt wurde). Doch sind solche Fälle nur vereinzelt.

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