Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 50 (8.12.1874)
- Date
- 1874-12-08
- Page
- Seite 843 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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in, Betreff., des Cenjral-Friedhvfes war jedoch nichts anderes als eine Blamage. -Es wurde behauptet, daß die Juden sich, gegen, den Konfessionslosen Friedhof sträubten. Doch die Juden kamen, gar nicht in die Lage, -sich gegen dieses Vorhaben zu sträuben, denn wie der Vorsteher der -jüdischen Gemeinde, Herr Simon,, jüngst in der Wählerversammlung berichtete , wurde dem' vom Vorstande der israelitischen Gemeinde delegirten Comits von Seite des Gemeinderathscomitä gleich , in der ersten Sitzung ein Plan, des Zentral - Friedhofes vorgelegt, auf welchem der Raum für den - jüdischen und protestantischen Gottesacker bezeichnet war. Man dachte also im Vorhinein gar nicht daran, einen confessionslosen Gottesacker zu errichten. Es ist daher gar nicht zu erklären, aus welchem Grunde man-die Gemüther verbitterte und auf die Juden so bittere Vorwürfe schleuderte. . (Dann hätte man aber auch .von Seiten der Juden die wirklichen Thatsachen sofort -öffentlich bekannt machen sollen, um all' dieses Gerede gegen die Juden und ihre Tendenzen alsbald abzuschneiden. Es bleibt dies^ine auffällige Indolenz. Redact.) Frankreich. Paris, 22. November. Wie in d. Bl. bereits wiederholt berichtet worden, will die hiesige portugiesische Gemeinde nicht in die Fusion der beiden Riten -einwilligen, welche das Consistorium in dem neuen großen Tempel eingeführt hat, ist . aber dadurch in große Verlegenheit versetzt, da ihr bisheriger kleiner Tempel verfallen äst und gekündigt worden, und ihre begüterten Mitglieder die Mittel zur Erwerbung eines eigenen herzugeben nichtgeneigt scheinen. Da liest sich nun in.diesen Tagen die „Köln. Ztg." von hier -aus berichten, daß Abgeordnete dieser Gemeinde bei dem ■ I e u i X Das Testament. Bon L. Schr. - - 5. Ich hatte einen schreckensvollen Traum. War es bas fieberhaft erregte Blut, das durch mein erschüttertes Gehirn rollte, waren es die Aufregungen, der Seele, die Angst, die Kampfeswuth, die Verzweiflung, die mir eine nach der anderen das Herz mit ihren Schreckniffen erfüllt hatte: im Traume fand ich mich wieder in ben. Kampf-zurückgeworfen, ich hörte den Donner der Geschütze, -das Knattern der Gewehrsalven, ich sah -um mich die Kämpfenden siüvzen, die Reihen gelichtet, mein sterbenderFreund lag in meinen Armem, und blickte mich noch einmal aus den gebrochenen Augen an — kein Blitz des Himmels hätte .mir das Herz tiefer und heftiger treffen können, als dieser -Blick des scheidenden Freundes —- da wandelte sich die Scene, -und statt des sterbenden" Freundes hatte ich meinen.sterbenden Vater im Arme — -ich stand an seinem Sterbelager, und auch .er blickte Minister Cömonl. ,um die Erlaubniß. zu einer, Lotterien behufs ' Baues; einer Synagoge in einer Audienz? gebeten hatten'/ -daß: aber dieser sie mit den-Worten abgewiesen: „Es gäbe .schon, genug Judenschulen in Paris." Man braucht unicht erst zu? bemerken, daß dies nicht die Ausvrucksweise eines Franzosen und) eines Ministers ist, sondern eine Flegelei des Kölner Correspondenten, welchem die Redaction einer so echt liberalen Zeitung-die, Redefreiheit nicht beschränkt! .Der Minister hat das Gesuch abgelehnt und scheint uns dabei völlig in seinem Rechte, aber sich s o auszudrücken liegt nicht in der Manier eines gebildeten Fran-. zosen. . Rumänien. ... Bukarest, 20. November. (Privatmitth.) Jede - große Masse ist eine träge Maffe , und die gesündesten Säfte können in ihr nicht zum raschen Umlauf kommen, sondern gerathen in's' Stocken. Es war daher ein guter Gedanke des Herrn Peixotto, eine amerikanische Sitte hierherzuverpflanzen und unter den Juden unter dem Namen „Zion" einen Verein zu bilden, der -nach Art der Freimaurer sich in Logen theilt. Daß an der Spitze ein „Sanhedrium" steht, das sich selbst ,-erlaucht" nennt, muß wohl als orientalischer Auswuchs mit in den Kauf genommen werden. Der Hauptsitz ist in Bukarest, und Zweck des Vereins, den Bildungsgrad und die geselligen Zustände der jüdischen Be-/ völkerung Rumäniens durch verbesserte Schulen u/ dgl. zu heben, um so zugleich den Gegnern das Motiv ihrer Angriffe zu ent-, ziehen. In diesen Tagen richtete dieses Sanhedrium eineGlückwunschadresse an Herrn Peixotto zu deffen vierzigsten Geburtstage. Möchten wir doch recht bald über wirkliche Erfolge. dieses Vereins zu berichten haben. l et 0 n. mich, aber vorwurfsvoll mit den brechenden Augen -an, und sein krampfhaft verzerrter Munv rief mir im Todesröcheln ,die Worte jenes Testamentes zu: „Frage Dich, -ob Du ein . guter Sohn gewesen!" und da stand meine jammernde Mutter, da standen meine wehklagenden Geschwister um mich, und sie alle wankten und schwankten und haschten nach meinen Armen und.Händen, um sich festzuhalten und nicht in. den offenen Abgrund zu stürzen, ich aber hatte nur mein Schwert und -meinen Revolver in -den Händen und stürzte von dannen und ließ sie hülflos taumeln ... Ach , auch in diesem Traume war Wahrheit , und ich-weiß ja nicht, ob es Traum oder Fieberphantasie gewesen / die mir zur Pein meiner Seele diese Bilver heraufbeschwor. -77es war kaum ein halbes Jahr her, daß äch von-meiner Mutter an-das Sterbelager meines plötzlich, erkrankten;Vaters berufen ward. Ich eilte nach Hause, -konnte, -aber nur. -noch dem Leichenbegängnisse des cheuren Geschiedenen -folgen. -Allerdings bestand das Vermächtniß, das er - mir - hinterließ, nur-, in Mutter -undGeschwistern,sür