Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 50 (8.12.1874)
- Date
- 1874-12-08
- Page
- Seite 838 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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welche-diese Aufgabe dem Unternehmer inden^ Weg "legt.- Herr Friedlänber hatsichfeine Sache -auchkeineswegs Reicht gemacht und eine' höchst gründliche Arbeit geliefert^ die'-von großer VertraÄtheit'mit 7 der Schreibweise Ibn Esra's, Mit.den alten Grammatikern' iMd Cominentaren, von großem - Weiße und wissenschaftliches Akribie zeugt. Voraus -geht eine gutgeschriebeste Biographie Äbn Esra's und angehängt sind mehrere brauchbare ÄNdickS voN Ästführüngen anderer Bibelstelleü im Jesaja- Eomckentar ünv nmtzekchrt: Stationen aus Jesaja in d'en anderen Werken Äbn Esra's, ein Berzeichniß der durch Abschreiber ver^ derbten oder auf sonstige Weise verstümmelten StellettimEommen'tare -selber und endlich ein/Zusammenstellung von abweichenden LesMen des Jesaja-Textes, -die Ibn Esra Vorgelegen haben Müssen uiid - die, soweit sie don Belang, auch in anderen Codices (Kennicott ünd de Rossi) zu -finden und nicht -bloße-Schreib oder Flüchtigkeitsfehler 'sind/ wie-ein anderer Reddnsent behälchtetv (So hat Äes. 6, 12 auch 224 Ken. statt nid2>; 4-2, 23 mehrere Eobd. gleichfalls statt in 32, 10 hat der Index die -LA. Äbn Esra's dürch eine Versetzung fälschlich als reeapia hingestellk) — Der zweite Theil'diesesWkrkesgiebt die Resultate der Erklärungen Ibn Esra's, indem er die anglikanische Uebersitzung des,Jesaja liefert mit den durch die Auffassung und Sinnerläuterüng Ibn Esra's gebotenen- Aenderungeü, - -diedurch veränderten Druck' ersichtlich -gemacht sind/ und mit Randben^erkuNgen, die überdkG andere von Äbn Esra vermuthett Erklärungsweisen registrirest. Es ist damit der edirte Commentar auch für jene-vertverthet, denen das Studium desselben zwar, zu beschwerlich ist, andrerseits aber am Lesen eister guten Uebesetzung des-.großen-Propheten wohl gelegeü ijt- Ein 'dritter Band, der vodberbitet wir^ soll eiste Textausgabe dts Commentares mit Benützung mehrerer Mannscripte sammt einem Glossar und ^mehreren Abhandlungen 'bringen über Autoren und Werke auf die sich Ibn Esra iÄ seinem Cvmvreütare bezieht, über die Philosophie und Theologie I. E.'s, seine Schriften, den Charakter seiner Eommentäre und die in denselben zum Ausdruck gebrachten Principren-, -seine literatur-geschichtliche Stellung 'rc. —- so daß erst dieser letzte Band das ganze Opus äbschließen und den Werth desselben beträchtlich Erhöhen wird. Die Thatsache nust, daß eine Gesellschaft zur Beförderung d'er hebr. Literatur in England eine so breit angelegte Arbeit über ein biblssches Buch als -den/ bevorzugtesten Bestandtheil ihrer Publicarionen herausgiebt-, erweist 'mehrere charakteristische Er-- scheinungen, die -zu constatiren wir für nützlich halten.- Einmal, in welch' hohem Ansehen 'das Studium oder auch nur das Lesen der Bibel aüch bei den Juden 'Englands sieht -— eine erfreuliche Thatsache, Vre . ans Rechnung des imitatorischen Zuges im jöd. Volkscharakter zu fetzen ist. Wird doch selbst kein Anstand genommen,- die-anglikanische Bibelübersetzung, die allerdings - mit Recht -iü 'England' in höchstem Ailsihin 'steht > einer von Juden ausMeNden.'Uebersitzung zü Gnmde zu legen. Da die Mitglieder dieser 'Gesellschaft-zum geringstenTheilettuus. Fachmännern .bestehen, so -muß vorausgesetzt werden.^ daß,rdiefL Männer von clllgemeiner Blldnng . sich die Muhe nicht' .werden?''verbrächen lassen, den-Jesaja an der-Hand d.es große GedM ünvnwahrhafte- Geistesanstrengung erfordernden Ihn Esra-Eoinmentares zu stupiren ein ehrendes Zeugniß - für .die -Hochachtung-und. Be^ ehrnng, die unsere Brüder jenseits des Canäles dem dwitz'erhär beneu Geiste der! Bibel -und der Propheten, wie den Bestrebungen der alten Erklärer zollen. Und, die alteu Erklärer,. die Saadjir Raschi, Raschbäm, Ibn Esra, Kimchi m st w, verdienen^ auch, daß ihnen die hervorragende Stelle unter den - verdienstvollsten Bibelerklärern eingeräumt werde,' die ihnen -gebührt / dennohne die. breiten Heerstraßen, die sie zum Verständnisse des Eibelwortes - <gebahnt, wären die auf ihre Errungenschaften 'so stolzen christlichen Exegeten nimmer bahist gelangt, wo wir heute stehen, und viel ünaufgeklärtes kann noch jetzt von einer'Seite -Her mehr' Licht -erhaltest,, wo man es weniger, als gebührlich, sucht vvst den alten jüd. Nationalerklärern. Aber noch ein drittes bezeugen diese Publicationen ustd etwas insbesondere für die deutschest Judensehr Behepzigensrwerthes. Es ist die Selbstbeschränkung, die' Genügsamkeit dds englischen Publicums^ Eine Guinee (7 Rthlr.) ist der jährliche Subscriptionspreis auf die Publikationen der Gesellschaft, überdieß registrirt der Schatzmeister über 85 Pfund' freiwilliger- Beiträge — und dafür 'erhält man drei Bände (allerdings eingebunden) mit keiner einzigen Originalarbeit, yichts-alsUebersetzustgen, höchstens einige originale Einleitungen dnd Noten! Nicht -etwa, als ob hiermit gehen die in ihrer Arbeit sehr verdienstlichek Schriften ' der Gesellschaft, -die noch dazu mit den Schwierigkeiten des Anfanges zu kämpfen hat, ein Vorwurfausgesprochen werden soll —* aber die Selbstbeschränkung und Bescheidenheit ist den Ansprüchen, das damit bekundete praktische Interesse uüd die Opferwilligkeit sollen rühmend anerkannt werden-, welche die CrZme des engl.-jüd. Publicums dabei an den .Tag gelegt! Was soll bei uns nicht alles ein Literatur-Institut für 2 Dhlr. jährlich liefern und wie wird da gegen die Leiter losgdxogen, wenn nicht alljährlich tot capila toi sensus befriedigt werden! Solche Unbescheidenheit in den Ansprüchen und die da'rauS "entspringende, die Thatsachen verkennende -Kritik >iMuß den- Bestand jedes ähnlichen Vereines alsbald untergraben! - Es ist ein wohlthuendkr Eindruck, die hervorragendsten'Juden Englands neidlos und friedlich an einem Unternehmen: betheiligt zu sehen, - das die Förderung und VerbreiÄng der. KeNntniß dK Hebräischeu sich zum Ziele sitzt. 'Wenn -irgestd eist Land, fd ist England Der fruchtbare Boden für die VerbrÄtustg des HebräiMü 'auch Mer Nichtjuden. Wie wird va noch c^l'es choch und-in Ehrengehalten, was mit dem Urquell -aller religiösen Erkenntnisse, -der >h. Schrift und mit dem Volke, der Bibel zufammenhängt! * Mit welch' gläubigem Interesse nehmen ' da noch die 'besten Männer ün dem 'Streite übbr diese -vdÄ sdne-Stelle der Bibbl