Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 50 (8.12.1874)
- Date
- 1874-12-08
- Page
- Seite 837 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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dev. Vorrede: zum' erstem Bande, der rubricirten' Publicätionen. daßOrganisation einer': „Gesellschaft'/ nothwendig sei, zu dem Zwecke, die" literarischen Schätze der Juden Jenen, zugänglich zu machen,'die sich-für die geistige Thätigkeit interessiren, - durch bte jüdische Gelehrte zu allen Zeilen und Inmitten der schwersten Bedrängnisse! in hervorragender Weise sich: ausgezeichnet hatten." Am ' 29. :Iuni- 1870 wurde in London eine Versammlung abgehalten- und ein Eomits eingesetzt, welches die Aufgabe hatte, den .Plan für die Thätigkeit einer „Gesellschaft für die.hebr. Literatur" vorzuzeichnen. Als die ersten Früchte dieser englischen. Gesellschaft, liegen drei) prachtvoll.ausgestattete: Bände vor uns: und ersehen wir aus'dem denselben angehängten Mitgliederverzeichniffe, daß die Gesellschaft bereits die ansehnliche Zahl von circa; 200 Mitgliedern zähle, darunter die ersten Namen der englisch-jüdischen soeiety , 5 Mitglieder des Parlaments , Gelehrte, und Private, sowohl jüdischen als: auch christlichen Bekenntnisses^ Präsident der Gesellschaft ist Sir. David Solomon, Neffe des einstmaligen Lordmayor von Loncon , desselben Namens, Secretär derselben Herr Israel Davis. Das leitende Comits besteht zumeist aus den Fachmännern der Gesellschaft.- Im Sinne der conftituirenden Versammlung, welche die: Publicätionen der Gesellschaft nicht allein auf Uebersetzungen aus:: dem Hebräischen beschränkt, sondern auch auf die ausgedehnten Quellen' der jüd. Literatur in anderen Sprachen, ausgedehnt wissen wollte,: ging das Comits an die Auswahl von Werken, die entweder ganz oder theilweise herausgegeben werden sollten: Man setzte sich .mit englischen und auswärtigen Gelehrten in Verbindung und darüber, sowie über die ersten Versuche der Eröffnung der eigentlichen literarischen Wirksamkeit, verstrich: eine längere Zeit. Da sich aber bisher wenig literarische Mitarbeiter an dem Unternehmen fanden, mußten die Comits- Mitglieder selber, statt das ihre eigentliche Aufgaben bildende Auf- Achtsamt auszuüben, mit der Uebersetzung und Herausgabe einiger .Studien den Anfang machen. So entstand der erste. Band der .Vereinsschriften: Miscellauy of Hebrew Literature (VIII, 228 S.), enthaltend neun UebersetzungsarbMen (fünf aus dem Hebräischen, eine: aus dem Arabischen und drei aus dem Deutschen), von biographischem oder histörischem Inhalte, die Mehrzahl durch ausführlichere . oder kürzere- Einleitungeneingeführt.. I. Samuel ibn Nagrsle" von vr.. H. Grätz, aus dem Wiener Jahrbuche 5620. :U.:Mne Probe des : Bl'ur^ Genesis, Cap. 2, aus dem Hebr. mit' :einer, Einleitung über die Entstehungsweise,: den Charakter und Werth dies er Bibelerklärungen, mit biographischen Skizzen und Molen von Di*. Abr. Benisch. Es soll damit in. nuae ein Bild der national-hebräischen Erklärungsweise: der Bibel und zugleich :eine Charakteristik der Fortschritte der. deutschen -Juden ^zu Ende des-^vor. Jahrhundertsauf dem Gebiete der .Bibelwie wer wissenschaftlichen Forschung im. allgemeinen gegeben werden:; iund.ist daher dieses sxeoimen.immerhin von Jnteresie. HI.-Eine Probe aus,dem> Buche Kusari 1, 4—12: .. .Der arabische Text mil^ Einleitung,. Uebersetzung und Notenvon - Ad. Neubauer. Das'speeimeu, Men Erklärungen .des moslemischen und christlichen Theologen über ihre: Religionen - enthaltend, ist: von besonderem Werthe, weil es zum ^ersten Male ein größeres -Stück, des Originales des grundlegenden philosophischen Werkes (aus. einem Manuskripte der Bodleiana) bietet IV. Chisdai ben Jsaac (jbn Schaprüt,. Eine biogr. Skizze von vr. Castel, aus dem Berliner Jahrbuch 5618. V: und VI. Der Brief Chisdai an den Chazaren-^önig und desten Antwort aus dem Hebräischen nach Zedner's „Auswahl". VII. Auswahl aus zwei Briefen Obadja da Bertinoro's 1488 und 1489, aus dem Hebräischen im Jahrbuche des Literatur-Institutes 18 h7 (nicht dem Buchner'schen) von A Neubauer. ' VIII* Zunz, über die Leiden der Judenim Mittelalter, aus der „Synagogalen-Poesie des Mittelalters", mit einer Einleitung über Zunz' Schriften (recht ausführlich!) von A. Löwy. IX. Uebersetzung eines Briefes von R. Moses Maimonides an R. Samuel ibn Tibbon aus dem Hebräischen (in der Sammlung niin -!Nd) von 0r. H. Adler. Obwohl auch von den literar-historischen Pisten ftine eine Originalarbeit bildet, so ist dafür die Auswahl eine insofern« gelungene,: als auch der mit der jüdischen Literatur gar nicht Vertraute das Gebotene mit Interesse und Nutzen lesen und . sich daraus eine Vorstellung von dem Charakter der religions-philosophischen und historischen Literatur der Juden im Mittelalter wird bilden, können. Als eine selbstständige wissenschaftliche Arbeitist die zweite Hälfte: der Publicätionen aufzufassen, bestehend aus einem-Bande (VII, 331 S.) The Coinmentary of Ibn E2ra <m Isaiah: edited from Mss. and translaled, witli noles, inlroduclions and indexes by T. Friedländer, Ph; D. Vol. I und einem zweiten (16.7 S.) enthaltend The AnglieanVersion of the Books of the Prophet Isaiah amended according to llie .Comme.ntary of Ibn Ezra: ' Ibn Esra's Bibelcommentare sind wohl -des--Fleißes der Tüchtigsten werth, und .eine Uebersetzung derselben darf keineswegs als ein Unternehmen bezeichnet werden, das.. nur dem Schüler und.Lernenden zu Gute kommen könne. Außer.Raschi zur Thora hat kein jüd. Exeget Bedürfniß nach Supercommentären so sehr fühlen lasten wie Ibn Esra, und demgemäß wurde dieses Bedürfniß von Nachfolgern auch mehrfach befriedigt* Nun schließt eine gute Uebersetzung dieses schwierigen CommentatorS auch einen Commentar re ipsa in sichumsomehr,.wenn dieselbe von so ausführlichen ILdten-: fortlaufend begleitet ist,^ wiedie vorliegende.. Bedenktman: die -nahezumit jedem Worte bezeichnende Prägnanz Ibn Esra's, . seine Vorliebe für rächselhafte Bemerkungen, die an den Scharfsinn und die Phantasie des Lesers appelliren, die Nachlässigkeit,, mit der er seine- Erklärungen -förmlich hinzuwerfen pflegt, .ohne rausdrückliche Bezugnahme auf das zu erläuternde-Wort, oder den erklärten Satz,, die Vertrautheit, die er. mit: seinen andern Werken beim Leser voranssetzt, die Bepderbniß:des. Textes überdieß, die-immer im Gefolge der.. Schwerversiändlichkeit ,aufttitt, so. wird man die Schwierigkeiten zw ermdffen: verstehen,