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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-12-08 · Heft 50 (8.12.1874) · p. Seite 836

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 50 (8.12.1874)
Date
1874-12-08
Page
Seite 836 (sequence 6)
Language
German
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be#!benflü$fteh; 93etou§tfcinv - bte$?ratfemder-lffpecifische ^Inhalt -feines^Evangeliumssei und daß sei ne -sonstigen'/ Predigten nur Ermahnungen und Verheißungen' bekannten Inhalts wiederholen, ohne inhaltlich Neues zu bringen; " Ferner heißt es' S. 48: ,-Die Hauptfrage ist -nun aber : wenn die Anhänger des-Christenthums Christi an Christum nur so glauben wollen, wie-'er selbst an sichgeglaubt hat, in -welchem Sinne hat er dann an sich geglaubt?. Daß er nicht an sich als präexistente göttliche'Persönlichkeit, nicht als Mittler im Johanneischen Sinne, nicht als Erlöser im Paulinischen Sinnenicht als sündenreines ethisches 'Urbild'geglaubt hat, versteht sich; ebenso sicher aber ist es, daß er nicht an sich als:Verkünder -einer neuen religiösen Lehre, nicht als Stifter 'einer neuen -Religion - geglaubt hat. Er würde nicht wenig erstaunt undungläubig gewesen' seinwenn jemand ihm, geweifsagt hätte,- daß an seine religiöse Wirksamkeit sich die Entstehung einer neuen Religion kdüpfen werde/ welche ihre Mutter, däs' Iüdenthum, mit bitterstem Haß und Abscheu verfolgen werde. Thatsächlich hat Jesus im Anfang feiner-Laufbahn an sich nur als' einen von Gott erwählten Propheten geglaubt- und erst im Laufeder Zeit hat er sich an seinen Heilwündern und den messianischen Lobpreisungen verrückter und.exaltirter Personen fein 'Selbstgefühl'zu der Höhe'emporgeschraubt, an sich als - den erwarteten Messias' zu glauben/ obwohl -bis auf die Heilwunder keines der von den Propheten für den' Messias angegebenen Zeichen 'stimmte. Er mußte sich deshalb entschließen/ die unwahre Annahme, seiner Davidischen Abkunft stillschweigend zu sanctioniren und seine Prophetenlaufbahn als ein (in den Weissagungen nirgends' angezeigte) pMursorischeirdische Wirksamkeit des-'Messias zu deuten, in dessen voller Herrlichkeit er erst üm jüngsten-Tage mit -Feuer-' aus den Wolkefflherniederfahren werde. An eine ideale- Umdeutung des jüdischen Messiäsglaubens seiner Zeit hat Jesus so wenig jemals gedachtals er bis zu seinem letzten Äugenblick jemals die Ueberzeugung von dem bevorstehenden Weltuntergänge verleugnet hat. ^ein Königreich warihm nur in dem Sinne nicht von dieser Welt, als er erst nach Gründung der durchaus sinnlich' zu denkenden neuen Erde und des neuen Jerusalemsseine königliche Herrschaft anzutreten hatte.' Erst als diese Verheißungen'Jesu< unerfüllt bliebeN, griff man zu der Auskünft idealer Umdeutungen.- lS. 50): ,-Um weitere unterscheidende Eigenthümlichkeiten Jesü zu finden, werden wir unsere Blicke zunächst auf die Weltansicht richten müssen, die er aus seinem Glauben an den baldigen Weltuntergang zog. 'Es sind dies dieWerachtung von Staat, Rechtspflege, Familie, Arbeit und Eigenthum/ kurzaller - weltlichen Güter und -allere Mittel' zur Sicherung des dauernden Bestandes - der weltlichen /Ordnung-. Diese Folgerungen stießen ganz natürlich aus dem Glauben an das nahe Weltende' her; und esfällt schon - als eine Art Inkonsequenz auf, - wenn Jesus sich gelegentlich-herbeiläßt- - zu dem Gesichtskreis - derjenigen, welche - zü 'seinerasketischen Weltanschauung Pch nicht erheben konnten, 'hinabzusteigen - und ihnen sittliche Lehren für<ben .niederen Standpunkt der-Bejahung'des Millens.- zum weltlichen Leben?zu ertheilen." Wir? schließen diesen. Äuszug mit' folgender. Bemerkung S. 56.: „Jesulag,' wie schon oben bemerkt; nichts ferner:als'Ueberbringereiner neuen- Lehre,- oder gar Stifter ein'er neuen - Religion -zu sein;- -rer -wolltedurchaus nur,: wie -die früheren Propheten - das reine-echte- Judenthum n lehren, die Nähe der. Erfüllung der nationalen Verheißungender jüdischem Reli-- gion verkünden, - und sich als den erwarteten ' Messias, als den -zur Vollziehung; dieser: Erfüllung Berufenen hinstellen« Daß sein Leben - später zum Ausgangspunkt einer-- nicht -jüdischen.neuen Religion gemacht wurde, - daß seine Lehre im Sinne dieser neuen Religion.interpretirt und entstellt wurde,- ist ebenso, sehr gegen ' seinen Willen, wie gegen sein. Vermuthen geschehen." . - / Diese Darstellung, die.wir in .keinem Punkte, zu bestreiten hätten, scheint -uns das Problem am angemessensten zu losem Jesus selbst stand demnach, wie Hartmann sagt, zwischen-bem Judenthume und dem Juvenchristenthume , welches letztere - vdM Petrus - und - Jacobus innegehalten wurde. - Paulus kümmerte sich, nicht um die" Worte, und Aussprüche. Jesu, sondern benutzte: nur dessen Existenz und Tod, um eine, neue, dem Judenthume-sehr fernliegende Religion zu gründen. Einen anderen Ausbau brachte Johannes oder der Schriftsteller, der sich dieses Namens bediente) mit Hülfe der alexandrinischen. Mystiku zu Stande-//Die Kirche endlich stellte, ihre Entwickelung. auf diesen Grundlagen/ aüsi Aber . es geht hieraus auch hervor, wie wenige der. liberale/Protestantismus gerade, aus . diesem; Christenthum Christi. machen kann, wenn er streng bei der historischen Wahrheit und den britischen Ergebnissen verbleibt-/ Wir hingegen z haben die- Genugthuuvg, jetzt ausführlich und mit scharfer Beweisführung dargethan zu sehen, , was- - wir - einfach und bestimmt schon . 1847 : in unseren Vorlesungen - über „die Entwickelungder religiösenIdee im Jüdenthum, Christenthum und Islam" ausgesprochen haben. Dieser .Glaube Jesu an. sein eignes Messiasthum ließ ihn denn auch (nicht - durch die Juden, sondern) - dürch die - Hand: der/- alle jüdischen Messiaffe jener Zeit als politische Verbrecher-; verfolgenden : Römer den Tod. finden —/-wie wir diesin unsrerr.bekannten Broschüre erwiesen-haben..- -- - Nachdem wir hiermit den kritischen Theil der Schrift: Hartmanns, soweit unsre Absicht ging, in. Betracht - gezogen, . kommen wir zu. dem, für uns wesentlichern Inhalt)' der /die Religion selbst betrifft. . - - . - V, Literarischer Wochenbericht. f Brünn,, im November. Dublieations ol .tüe 8oeiet^-:ol Helrrew l-iteralure. Z kart8. London; 1872/73.. M.. Trübner and Co. . - > / ..; „Es.war bange Zeit das' Bedürfniß ' gefühlt /mnd.bei .vielfachen. Gelegenheiten/öffentlich -ausgesprochen rrwordbn, rheißtME-

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