Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-12-08 · Heft 50 (8.12.1874) · p. Seite 835

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 50 (8.12.1874)
Date
1874-12-08
Page
Seite 835 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/3224737-3226960-3227011--33122-3256126
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

bildete-- sogaLdie Dygmery noch schärfer.. auS. . Dies: hielt, jedoch nichtz^zukau ge Stand. ' Sowie sich gleich. Anfangs der Protestantismus über diese Dogmen in mannigfache. Kirchen und Secten theilte, -so entstand allmälig ein liberaler- PLotestautismusder den Glauben andiese Dogmen immer mehr verlor, und schließlich . dieselben nur wenig m den. neutchaMentlichen Schrifteu selbst be? gründet fand, Gv gabdeshalb das Paulinssche Christenthum aust und versuchte es 'mit dem johanneischen Ehristenthume, Aber auch dieses alexandrivifch-mystische Christenthum mit seinem „sleischgewordenen Logos" konnte keine lange Geltung beanspruchen: Me man von der kirchlichen Tradition zum Paul irischen, und vondi.esem. znm» Johanneischen Christenthume zmückgegangen, so suchte man nun nach einem„Uvchristenthuwd", nach einem „Christenthume ChriM, d. h. nach dem, was Jesus selbst ausgesprochen, was' er selbst und-wie er an sich selbst geglaubt, soweit man dies ays dßn neutostamentlicheu Schriften ermitteln könnte-. Man-sicht, ein, daß gerade, diese Phase uns Juden am meisten ,Mteressiren muß, weil sie. f© recht dey- Punkt bezeichnet, wo das Ehristenthum aus dem. Judenchu-me enlsprang. - Diesem „Christenthume- Christi" widmet, Hartmann einen besonderen Abschnitt, und - ihm wollen - wir einige bezeichnende Stellen entnehmen. Er sagt (©. 42)*:-. „Ohne Frage. erspart uns die -Lehre Jesu eine Meuge dogmatlscher ZuyiuchuPgen, welche- Paulus, Johannes und die--, spätere- .Entwickelung an uns stellen. - Es. ist Jesus niemals eingefallen, sich für einen Gott, oder Gott gleich- oder auch nur Gottähnlich zu haltener würde solches Ansinnen mit noch größerer .Entrüstung zurückgewiesen haben, als. er sich gegen das weit harmlosere der „Güte^ im Sinne der- .Sündenreinheit verwahrt (Matth. 1-9-, 14). Pr weist von ferner Präexisteyz vor seiner Geburt, vindieirt sich keine, andere - zukünftige Herrlichkeit, als. die einesvon Gottauserwählteu Richters und-Königs-über fein gottorwähltss Volk, und braucht dey Ausdruck -/Sohn Gottes^ Nieanders- - als-:im Sinne, eines bevorzugten Gegenstandes - der allgemeinen-göttlichen Vaterliebe.^' „Ferner sicht Jesus! seinen bevorstehenden- Tod nur als ein energisches Mittel der -Ausritt? trlung^ der indifferenten^Gemücher zuv Sinnesänderung - an, und dadurch erst wird er ihm zw-'•; einem Mtittel cher- Errettung', - der! Sechen^ Vieler,, welche ohne' dieses blutige..Zeugniß für-den. heiligen" Ernst .und .die Wahrheit seiner-'.Lchre, sich um dieselbe nicht bekümmert haben würden.^ -l Hartmann sagt ferner lS. 43): „Jesus war ein Jude vom Kopf bis zur Zehe; seine Bildung war eine national-jüdische, und niemals hatte ihn (abgesehen von! den Einflüssen des jüdischen Essäerthums) irgend eine fremdartige Cultm angehaucht. . Er,, lchte - und,, starb, ,iy„ .dem Anschauungskreise seiner Zeit und seines Volkes und theilie' den Aberglauben jener, wie den nationalen Verheißungsglauben dieses:- SeiMWirksam-keib entfaltete sich-ganz nach .der. Schablone, des. naüonal- ' jüdischen Prophetenthums (tote asketischen Vorbereitungendazu nicht .ausgenommen)»" -; .yv£&fu& blleb mlso durchaus in 'den vor« gefundenen.Bahnen;-des. religiösen-Bewußtseins seines) Volkes, weyn,en.Hei' aller Betonung!. der Unantastbarkeit des, MsaischM Gesetzes, doch sein Mugenmexk zugleich auf. eiye Heipenwission $$ Jchovacustus! gerichtethielt, welche bei. deU Gsa.rzbeu an. die Wmitteltzare Nähe desWelteyhesfeiy.en UugeMiff mehr yerschobeA werden.durfte, wenn noch irgend etwas.von den Heiden gerettet , werden sollte. Es ist psychologisch sehr natürlich , daß die M die- Heidenmisston gesetzten Hoffnungen ymsomchr die Seele Jesu beschäftigen mußten, je bitterer seine Erwartungen, unter dey Juden selbst mit seinen Ideen vurchzudringen, enttäuscht wurden. Jesus, ist Jude und nichts als Jude, und wer dies bezweifelnder thut es (wenn nicht aus fälschendem Einfluß des Wilfen,s) - nur deshalb, weil er das: Judenthuryzur Zeit Jesu , uG den Unterschied desselben von-yeM- JMnMM-Wose pyd der Propheten nicht kennt."' „Die Lehre Jesu enthält nichts, ajs. was er gus der talmudischen,? Bildung seiner Zeit überkommen haW, selbst :seine Gleichnisse sindzuty -Theil aus dem. Talmud Mlehnt, (dj.ekleinern BUglMe auch.wM: dem polksthünzlichW Sprüchwypterscha.tzj, Das poWye WeMenst synex Lehr.thätigk.eit als solche liegt keineswegs darin, daß er vorhandenen Elementen durch Zutheilung einer veränderten Stellung einen wesentlich neuen Charakter verliehen hätte, sondern es, liegt alleiy däxitz, dqß ex die osWrische DMitiM dM Achyfey hinaustrug auf die offene Gasse zur Erbauung und Belehrung auch der Aermsten und Bedürftigsten: und daß -er aus dex schwammigen Hypertrophie der talmudischen Gelehrsamkeit mit sicherm ^offenen Blickechte Perlen herausgriff, - hie, er involkschümlich naiver Darstellung zur sinnlich-bildlichey Anschauung brachte-. Es ist wa.hr, haß Jesus außer diesen EuÜkhyWgeu aus HMrHgiösen BoWglaubey wrb der-Theologie seiner Zeit noch Eigenes hinzuthat, und daß er gerade diese Zuthaten invdeuMstfelWaktz fLiner-BeMndjguyg stellte, - und auf das Ejndringljchste: und Nachdrücklichste, übergy und immer- .wiederholtes „Nunbesteht- -aber, das EyUngettM Äesn. in der prophetischen Erklärung,, daß das von den Juden erwartete national-jüdische KöniAeich J.ehoW.s> (ßuoO^a ■S-foy), im Sinne einer irdischen Theokratie: gus eineryach feuriger Vernichtung der alten neu zu schaffenden C^de. (Erdreich) nahe' gerückt: -sei, und feilt, Eintritt, h,. dtzr Untergang der- .bestehenden Melt und das:WngstDMMcht:--sü!.UMNitMar yor dxp TW:Kehe,:-daß -jedevsgllsl noch tzje gegenwärtige GMergstyn. da.ygp betroffen würde., -Hierauß MchrKiche/sich --zunächst .-fMiAvtzygeliM (das nur-die Fortsetzung.:-von. .peMM4)-Täyf«Ls bjlhet). -ynd, aste Rathschläge und Empfehlungen - Wer das zweckmäßigste: praktische Verhalten, welche :er mit- .Abweichung voy dey dqnwlWüblichen Ansichten. der .Juden Mheilt, sind, ausschließlich, - C.onfequeyzen dieses Evangeliums d. h.. des Glaubens: ,tzqß s.eins. häusstche. Mnrichtung auf Erven in der noch bevorstehenden. SZanye Aei( nicht lohne, und es, gerathon sei,- sich . ausschließlich, mit. Wße yW Sinnesänderung - zu beschäftigen--. M Mw GE.t' -nicht Ww .FeuergesressW und,:VM/der- Theiluahmewm.Königreich her. Neuen -Erde ausgeschlossen, zu--werhen..---Jesus Mst..spxicht-üheM.Mit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.