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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-12-08 · Heft 50 (8.12.1874) · p. Seite 834

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 50 (8.12.1874)
Date
1874-12-08
Page
Seite 834 (sequence 4)
Language
German
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sehen"kaffen: -Ebenso wareS einJrrthumwenn 'rn-'ven letzten Zeilen bisweilen-die Ansicht auftauchte-' als ob eine Ausgleichungzwischen Iudenthüm und Christenthum' wegen jener (doch' völlig veränderter) Grundelemente stattfinden,' ' oder bei gmem -- Willen' herbeigeführt werden könnte: - Eine solche: könnte' nur bei' Ver-' fälschung und Verleugnung B e i de?1 erzielt werden. Hieraus folgt aber,'daß in einer' Zeit, wie' der unsrigen, wo Nichtseins oberflächliche 'Erkenntnis'der' Grenzen,' sondern eine tiefere des- Wefens selbst uuäbweisliches Bedürfmß ist, das Interesse der einen Religion" an -den Vorgängen' in de? 'anderen immer lebhafter wird, und auch wir Juden genöthigt sind, uns nichtblos auf die eigene Entwickelung zu beschränken, sondern das Schicksal des Christenthums dauernd zu beobachten, selbst in den Punkten, wo ein politisches Interesse nicht im Spiele ist. EsistssW?in> ^Jahrhundertverflössen $ 's haß : tzD bekannten „KolstybMler. FragmeyH"^; WsM).- LeHng^. verössentUM?, -M Kritik der neutestaMPKlichey, Hchrifte^ h^gannen. Einen entscheidenden Schritt auf diesem Gebiete that aber die Kritik erst vor vierzig Jahren durch Strauß'(Leben Jesu). Seitdem wurde diese wissenschaftliche Thätigkeit' unablässig verfolgt , und -nähert sich in unseren Tagen 'zu immer bestimmteren-Zielen. - Neben Vieser Kritik' lief aber-auch von innen heraus eine- Entwickelung des Verstandes überhaupt und der Wissenschaften; insbesonder-ewelche theils den Dogmen des positiven Christenthums entgegentrat und sie verneintetheils zu der dem Christenthume zu Grunde liegenden Weltanschauung sich immer gegnerischer gestaltete. Zwischen ' beiden Geistesthatigkeiten ward die Brücke ' bald geschlagen) 'Über welcher hin di? beiderseitige Förderung dieentschiedensten Resultate'hervorbrachte. Es versteht sich von selbst daß dieser großartige Proceß, dereinen welthistorischen Charakter annimmt, den Bekennern des Iudenthums nicht gleichgültig sein kann,' und zwar in zweifacher Beziehtrng. -Die immer mehr um sich greifende Verneistun g' der chr istlichen'Dogmen ist für 'd-'ch^Iv-dert.tch um-v i n-v -w-ach s e--n'd d^Bestä'- tigung seines eig enen Lehvinhalts und e ine ssactische Rechtfertigung feiner ununterbrochenen Opposition. Da aber, wo' die innerste^ Weltanschauung des Christenthums zur Untersuchung kommt, ist es für das Judenthum von hoher Wichtigkeit, sowohl - die Differenzpunktezwischen der christlichen und jüdischen nachdrücklich zu betonen, um nicht verwechselt zu werden, wie dies die Gegner aller positiven Religion so gern thun, als auch die Momentedev Uebereinstimmung klar zu bestimmen, um bisse-gegen -die panthesstische und pessimistische Philosophie kräftig vertheidigen'zu können. Denn zwsschen der letztern und dem Iudenthume eine Ausgleichung zu finden, ist bereits ebenfalls versucht worden, kann aber wiederum nur auf m&u, MtzrWchWS:-: dtzs : Iuhenthi^rps' Hexuhen. .. Uly,, derartige Kriegslisten zu entlarven-,- bedass es einer, unablässigen Aufmeck saryfeit. . Unsere; LDrpMen es,paherwürdigen, westw wir auch auf diesen Kampf von Zeit zu Zeit eingehen. . . - Wir haben'in den vorhergehenden Abschnitten unsreAnstcht darüber -ausgesprochen, daß -die jetzt iw der Literatur so oft geäußerte Erklärung,- das Christenthum sei todd und abgestorben) un- -berechtigt sei, -da jede bestehende Religion-nicht' in chenMnschauungew einer- Anzahl gelehrter Forschersonven im lebondlgen Bewußssein des Volkes beruht) das in großen Massen noch, völlig-dem Christen^, thume zugewendet ist. Hiermit leugnen wir aber nicht ab, daß ein Zersetzungsproceß im Christenthumevor sich: geht,- was -sich schon -dadurch beweist , daß es improtestantischen Lager so viele Posten giebt, von denen der eine dem anderen vorausgerückt ist-, -aber auch einer dem:anderen--immer weiter nachrückt,- und allerdings derkirchliche. Sinn, namentlich in den: großen Städten^ : immer mehr abnim-mt un?fogwrzum - Gegensätze wird. MM!kann auch nichtz sagen, disse Erscheinung beschränkt .sich aus den Protestantismus. Diekatholischen -Länder! weisen nicht minder Aehnliches aus, nur daß 'm. ihnen tzie vielen: Mittelstufen fchlen,- | welche der Protestantismus seiner Natur nach hervorgebracht hat) Aus dem Gebiete, des- Katholicismus giebt . es nur ein Entweder- Oder, und die katholische Bevölkerung spaltet sich deshalb, z. B. in Belgien, Frankreich und Italien in unbedingte Anhänger und in entschiedene -Gegnerder katholischen - Kichewelche Gegner -zugleich völlige Gegner des- Christenchums, Mbp«s?PMKür8,.. sind. Allerdings wird .jetzt der Versuch. gemacht,. zwischen dev römischen Kirche, und dem Protestantismus unter dem:Namen Altkatholicismus eine Mittelstufe aufzurichten, ein erster Ausfluß der deutschen Wissenschaft, und., es ist möglich, daß er - einige Dauer und Verbreitung, namentlich auch unter den Kryptokatholiken der anglikanischen Kirche gewinnt; aber in. sich ist er zu demselben Gange genöthigt, wie der- Protestantismus-, nämlich von einer- Entwickelungsstuse des Christenthums zur anderen zurückzugehen: Andererseits ist nicht zu verkennen, wie der jetzt entbrannte Kampf zwischen Staat und Kirche, namentlich sn Deutschland, - eine.große Anzahl Katholiken, welche' bereits in ihremLrchlichen Sinne schv schwankend geworden, zu einem festern Anschluß, an .die,- Mrche zurückgedrängt hat. Dissen Gang des Protestantismus, in feinen endlichen Ergebnissen zeichnet Hartmann in. feiner Schrift: ip schärfster Weise. . Während der. KatholiciDmus - durch? daL Dogma der Unfehlbarkeit: des Papstes :feinen - confequenten Abschluß zu Stande gebracht hat, umso di? Einheit des Glaubensdurch die immerwährende Einwirkung/ des heiligem Geistes. -rMf reine einzige Person sicherzusteüen, und unbedingten GehprsamchLk Gläubigen fördern zu können —. - vollfühvt. die protestantische Wissenschaft den Zersetzungsproceß- bis zu-seinem-Ende. Der Protestantismus, umdie?Autoxitat dos Klerus Hir brechen, stellte der Forderung der erwachten Wissenschaft und: besonders.. des Humanismus gemäß den/Grundsatz dev freien - Forschung - des Individuums? auf) - leugnete deshalb die -Trahitiontz der Kirche rmch blieb- -bei, der Autorität derneutestamentlicheu Schriften', stehen, zugleichjedoch, um die Unterlage - zw -einer Kirche izu bchalten, .schlvßi'ev-'fich--aw'WaS);paMAsch-ähWPinffche BekennLnißi an und

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