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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-11-17 · Heft 47 (17.11.1874) · p. Seite 792

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 47 (17.11.1874)
Date
1874-11-17
Page
Seite 792 (sequence 10)
Language
German
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' " Großbritannien. Oxford, Bodleian Library, 5. November. (Privatmittheil.) Herr Z^edacteur, Sie würden mich sehr verbinden, wenn Sie diesen Zeilen Ähre bekannte Gastfreundschaft angedeihen lasien wollten... Die Mainzer jüdische Germania, in's Hebräische übersetzt, (das Original "bekomme ich' nie zu sehen),' zeigt Geiger's Tod folgendermaßen an:. «pah" rirroaa invb p'w- 'i 2^ nvn ..n'bVn -isrib inm n« n^5>73 pnitn “rneo bi73m ir>373 65? n73 t .11 Ein gewisser l)r. Ehrlich "in der letzten Nummer des Hamagid schließt, nach' einigen Lobhudeleien, die unserem theuern. Hingeschiedenen Freunde von solcher Feder'nicht zur Ehre gereichen,! mit den. Worten i3n3«i fnpm'.yH hny i'rp cnn riss:2 b* br>nbfrib> otdu» Nb. Sie sehen, wie weit die Anmaßung dieser Carlistenbande/rgeht. — Unsere;-Nntwort sei folgende: Die Freunde des- Hingeschiedenen, und diejenigen, die fein Wirken billigten, subscribiren zu einem. Geigerfond, welcher dazu bestimmt sein soll,, altere hebräische Werke mit einer literarischen'Vorrede 'herauszugeben;, das ComitS möge aus den Professoren der. Berliner Hochschule gebildet werden. Jedes Werk trage an der Spitze . . 11137b; ich glaube, dies ist das einzige Monument, das. unser Hingeschiedener Freund gebilligt, hätte. Wollen Sie gütigst meine Subscription Don 30 Mark annehmen. .. - ... Ad. Neubauer.-. ' £ •' Rußland. Petersburg, 28-. October. Die „Börse" meldet, daß das Recht der'Juden^ sich überall im russischen Reich niederzu- I e u i l Das Testament Bon L. Schr. ' Hast 'Du Achtung oder auch-'Ehrfurcht, lieber Leser, vor vergilbten Papieren?! Oder sind sie Dir wie das welke Laub, daß der Herbstwind von den Bäumen wirft, und das Dein Fuß werthlos in den'Staub tritt? 'Es giebt Menschen, welche fast nur in Erinnerungen und Andenken leben in all'denUeberbleibseln'aus ihrer Kindheit ünd Jugend, und sich ausschließlich mit den Blättern ihrer Vergangenheit beschäftigen. Wie theuer, wie ' heiligt ist ihnen jede Reliquie, die ihnen,'nicht bloß von Eltern? und Vorfahren, sondern auch von Fernerstehenden, die sie gekannt und die heimgegangen! Weibliche Seelen, die im Schmerze Befriedigung', an Trauerbildern Genügthuung empfinden, aber dadurch den'Vortheil haben, daß Astes, was an ihnen vorübergegangen, in' ihrem'steten Besitze bleibt, für sie heute noch da ist,'' was langst der Rasen - deckt oderauf dem Strome der Zeit bähin gefahren; sie' haben ein längeres- -Leben als Ändere. - Ja; diese Anderen, die stets unter den stolzen, aber verworrenen lassen/ Erweitert' werden soll.' -Blsher/hatten die Juden, abgesehen bon 'den ihnen'' fpeciell einger'aumten Bezirken, nur' dann 'uneingeschränkt^ däs Recht, sich, wo'sie wollten/ nieder zulasten /-wenn sie-Kaufleute oder Gewerbtreibende waren oder den Cursüs einer höheren Lehranstalt-absolvirL-hätten. Jetzt soll dieses Rtcht auf alle > Juden, welche - eine beliebige Lehranstalt durchgemacht' haben und darüber ein Attestat aufweisen können, ' ausgedehnt werdend — Nach der „Börse" beabsichtigt man 'auch für die Juden ein der Civilehe analoges Institut ins Leben zu rufen. Diese Maßregel wird durch die Nothwendigkeit hervorgerufen; eine schärfere Controle über die jüdische Bevölkerung zu führen / -wie dies durch die allgemeine Wehrpflicht erforderlich wird.! Bekanntlich ist es bisher nicht möglich geworden,' die jüdische Bevölkerüng in- Rußland genau zu zählen, da die Juden viele Mittel anwandten, um nicht ist die Revisiönslisten ausgenommen zu werden.' Dem kam der Umstand, daß -nicht einmal immerdie Krons-Rabbiner zu den Eheschließungen hinzugezogenwurden, sehr zu Nutze. Nach den Religionsgesetzen - der Juden hat jeder Einzelne das Recht; die Trauungsceremonie ebenso wie andere religiöse Gebräuche zu vollziehen. Dank diesem Umstande machten die auf diese Weise privatim Getrauten häufig nicht,' wo gehörig, Mittheilung davon, und die von ihnen erzeugten Kinder wurden folglich auch nicht in die Register ausgenommen. Die neue Maßregel bezweckt Abstellung, der angeführten Mißstände und eine strenge staatliche Controle über alle jüdischen Ehen, ohne welche es nicht möglich sein wird, die jüdische Jugend in regelmäßiger Weise zur Ableistung der Dienstpflicht zu bewegen. l e 1 o n. Segeln der Gegenwart fahren , deren Geist nur auf die Tagereise gerichtet ist/über welche die Sonne heute auf- und 'niedergeht, Männer, ' welche von der Arbeit oder dem Genuß der Stunde so sehr eingenommen sind, daß auch die Aussicht in die' Zukunft nur schwach und selten ihnen vorschwebt—was fragen sie nach - einem vergilbten Papiere; das von einer längst verwesten Hand beschrieben ist, wenn es ihnen nicht noch irgend einen Werth vorstellt, irgend einen Vortheil, ein Recht, kürz eine Thatsache verbürgt? ... ... Nun, lieber Leser, ich verachte weder die einen/' noch die andern und stelle keine der beiden Menschenarten über die andere. Eine'Menfchenseele birgt gar Vieles nebeneinander in sich,' und eine-Neigung oder Richtung in ihr/ die uns, sei sie so ober^fo/ nicht gefällt, schließt darum nicht noch vieles Tüchtige und Bedeutende aus. Ich selbst' gehöre geständlich weder der einen'noch, der änderen an. In meinem sehr geräumigen Schreibpulte giebt es ein verschlossenes Schubfach; in welchem wohlgeordnet Me nicht zahlreichen ^Papiere gesammelt sind, die aus einem 'mannigfach bewegten Leben aufzubewahren'mir werth geschienen: - Ich

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