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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-11-17 · Heft 47 (17.11.1874) · p. Seite 791

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 47 (17.11.1874)
Date
1874-11-17
Page
Seite 791 (sequence 9)
Language
German
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,791 %«|cijibe an,bcn Bau eines Spitals auf einem ber Gemeinde gehörenden Grunde zu denken^ Nachdem zu diesem Zwecke einige Spenden und Legate eingefloffen waren, wandteman sich im Jahre 1825 an die königliche Majestät Franz l., „um die Bewilligung zum eigenthümlichen Ankauf sowohl des Spitals als auch aller übrigen zum Ritus erforderlichen Gebäude." Die Erlaubniß zum Bau eines Spitals wurde ^principiell zugestanden, die endgiltige Bewilligung des Baues aber von dem Nachweise des Vorhandenseins der nöthigen Geldmittel abhängig gemacht. So; viel Geld aber hatte die Gemeinde nicht. Es hieß also warten. , 1834 bedachte ein wohlthätiges 'Gemeindemitglied, Herr Schak> in seinem Testamente die Gemeinde mit einem Legat von i 0,000 fl Wiener Währung. damals eine horrende Summe, zum Zwecke eines Spitalbaues. .Hierdurch ward der Spitalsangelegenheit in großem Maße Vorschub geleistet. Ebenso wichtig für diese Angelegenheit war das Anerbieten, welches im Jahre 1835 der Spitalsvorsteher Marcus Pollak der Gemeinde machte. Er erklärte sich am 7. März 1835-in einer Gemeindesitzung bereit, zum Behufe des Spitalsankaufs 15,000 fl. Wiener Währung zu deponiren. Das Capital sollte immer bei der Gemeinde, mnauskündbar bleiben und davon ihm, seiner Gattin Babett, geb. Herz, und seiner Schwiegermutter Charlotte Wittwe Herz^ in solange eines derselben am Leben ist, die landesüblichen Interessen bezahlt werden, nach dem Ableben der drei Genannten sollte aber die Summe von 10,000 fl. Wiener Währung dem Spitale als sein Vermächtniß und rechtsgiltige Schenkung anheimfallen, die andern 5OOO fl. Wiener Währung aber nach seiner Verfügung zurückgezahlt werden. Nachdem Jakob Reiß das Spital. mit einem Legat von 10,000 fl. C.-M., Caroline Singer, geb. Reiß , mit einem solchen von-400 fl. C.-M., Regine Stern ebenfalls mit'einem Legat bedacht, nachdem der Ledige-Verekn zn diesem Zwecke 4000 fl. C.-M. gesammelt hatte, waren die Geldmittelzum Spitalbau vorhanden (39,750 fl.'Wiener Währung) und König Ferdinand V. vielfachte 1838 dem von Stadlmagistrat, der Wahlbürgerschaft und dem StadthLlterei- Dicasterium unterstützten Gesuche der Gemeinde um die Baubewilligung. In diesem Jahre konnte der Bau noch nicht begonnen werden. Die Ueberschwemmung der Donau hatte, viele Baulichkeiten-zerstört, und die nach dem Unglück nothwenoig gewordene Aufführung massenhafter Neubauten erhöhte den Preis der Baumaterialien und Bauarbeiten in einem solchen Maße, daß die Gemeinde mit dem Beginne des Spitalbaues warten mußte. Nachdem der soeben erwähnte Uebelstand nachgelassen, kaufte .die Gemeinde den heutigen Spitalsgrund mit den drei Fronten . in der Fabriken-, Araber- und . einer unbenannten Gaffe. Derselbe beträgt 1205 LjKläster. Der Kaufschilling war 600O fl. . - Der Bau begann im August des Jahres 1840, und schon im November.desselben Jahres war das einstockhohe Spitalsgebäude unter Dach gebracht, und im Monat September 1841 stand das Spital fix und fertig da. Frankreich. Paris, 1. November. (Nach dem Arch. isr.) Aus den Verhandlungen des Eonsistoriums von Paris ist Folgendes der Mittheilung werth. Die Verwaltung, des portugiesischen Tempels in der rue Lamartine schreibt an das Consistorium, daß sie die portugiesische Gemeinde versammelt und ihr die Maßnahmen des Eonsistoriums zur Verschmelzung beider Riten in den neuen Tempel in der rue ,1« la Victoire vorgelegt habe.^ Die große Mehrheit der Gemeinde hätte' sich aber dagegen verklärt und für die Beibehaltung des eigenen Teaipels. In Folge^Men erklärt die Commission, weder in lA'^Arwaltüng des^A^M Tempels eintreten, noch die VerwalAkH» Äs portugiesWWMehalten zu können. Sie bittet daher^m ihre Entlassung. 'Was Cönsistorium antwortet, daß es die angestrHte Verschmelzung mit großem Ernste durch die Großrabbiner und Fachmänner mit der äußersten Schonung aller wesentlichen Traditionen des portugiesischen Ritus habe ausführen lassen. Dem Beschlüsse der portugiesischen Gemeinde gegenüber könne nun freilich die Commission bei dem neuen Tempel nicht eintreten; aber da die Portugiesische'Gemeinde wegen Durchführung ihres Beschlusses großen Schwierigkeiten entgegengehe (besonders finanziellen), so werde die Commission ersucht, ihre Erfahrungen und ihren . Eifer jener Gemeinde nicht zu entziehen - und in ihrer Stellung zu verbleiben^;—: Die jüdische Volksküche in Paris hat im Jahre 1873 104,007 Portionen vertheilt, die allgemeinen Ausgaben für die Verwaltungskosten beliefen sich auf 16,635 Frcs., am Peßachfeste wurden 21 Soldaten und 47 Gefangene für ungefähr 1000 Frcs. gespeist. Der von der Marschallin Mac Mahon gestiftete Verein für Volksküchen kam der jüdischen mit ungefähr 3000 Frcs. zur Hülfe, was des Principes wegen sehr zu schätzen ist. — Neben dem Waisenhause hat das Consistorium noch eine große Anzahl Waisenkinder zu versorgen, welche es in tauglichen Familien unterbringt, was einen Aufwand von jährlich 9000 Frcs. erfordert, der jedoch in stetem Anwachs ist. Das Consistorium beschließt , einen besonderen Aufsichtsrath für diesen Zweig der Wohlthätigkeit zu bilden. In Zukunft soll die Haphtarah nur noch von den Rabbinern oder Vorbetern vorgetragen werden. — Der neueDempel in der rue de la Victoire ist -wieder für 2 Monate geschloffen worden, um die innere Einrichtung zu vervollständigen. — Das Consistorium. hat die Einzahlung. der letzten 50 Frcs, auf die Obligationen für die beiden Tempel ausgeschrieben, Jndeß die schuldigen Zinsen, die seit vier Jahren nicht gezahlt worden, bleiben unbezahlt, und das Ausschreiben erwähnt derselben gar nicht. — Unter den soeben gewählten Präsidenten der Generalräthe befinden sich.auch zwei Israeliten/ , * “V - 47 ’

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