Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 47 (17.11.1874)
- Date
- 1874-11-17
- Page
- Seite 790 (sequence 8)
- Language
- German
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der'Redneram Sarge! det!r bekannte' Spruch citttHömrbe, mit. welchem-Börne seine: berühmte Leichenrede auf Jean Paul/ die sich?'wiederum an die -berühmte Leichenrede Jean Pauls auf. Herder'anfchloß, beginnt/'' Wollte man einmal cmren, so mußte doch der eigentliche- Urheber -der -schönen Worte, ' die übrigens Anklänge-an-biblische» Sprüche, sind, genannt werden- — Jüngst, fand, ich in? den „Blattern für literarische Unterhaltung" eine ausführliche: .Besprechung Ihrer- Vorlesungen, über ' ' die religiös^ Idee im - Jüdenthume/ Ehristenthum - und Islam in zweiter Auflage;! -Dev Referent "gab eine längere Darstellung Des Gedankenganges-dieser Vorlesungen und schloß mit dem Ausspruch, es sei das besonders Interessante an diesem Werke, daß es den gegenwärtigenreligiösen -und kirchlichen -Wirren mit einem geschlossen e m Pvo g-ramm e entgegentrete. Unter de'n obwaltenden Umständen kann ein besseres Lob nicht gesagt werden, und giebt zugleich ein Zeugniß , »wie das reformatorische Judenthum eines festen-Princips und eines systematischen Aufbaues nicht entbehrt. — In Ihren jüngsten Correspondenzen aus Berlin ist die hiesige Schulfrage hinlänglich' erörtert worden. Aus dem stenographischen-"Berichte - ersteht man>' daß .Nr. Neumann -in dieser Angelegenheit -entschieden und wacker aufgetreten ist. Mit Recht hatt ev nachgewiesen/daß der Magistrat principiell für Confessionsschulen sei , und die confessiönslosen als N o tHst an d ansieht. Deynvch theile» ich feine -Ansicht: nicht, daß die jüdische Gemeinde-» :ihre gerechten Anforderungen nur durch die Errichtung confessionsloser Schulen für befriedigt ansehen und durchaus-keine Ansprüche - auf Erhaltung oder ' nur:Anterstützung -ihrer Gemeindeschulen "«aus städtischen Mitteln-erheben solle. Den thalsächlichen Verhältnissen gegenüber ist. dies bloße Theorie. Wenn die Stadt, einundsiebzig evangelische, und . sechs katholische Cönfessionsschulen unterhält, so fragt es sich einfach :, wie viel jüdische unterhält sie, oder was thut sie für die bestehenden jüdischen Schulen? Wenn die Katholiken sechs solcher Schulen haben bei 50,000 Seelen, müßte die Stadt bei 36,000 Juden für vier jüdische sorgen. Jndeß läßt sich vor dem erwarteten Unterrichtsgesetze hierin nichts thun. Ich muß Ihnen - jedoch meine Zweifel ausdrücken,' ob dieses. Gesetz quch wirklich im Stande sein werde, alle diese schweren Cdnflictsfragenbei ' henen ' doch ' die bestehenden Verhältnisse so sehr -in's Gewicht-fallen , genügend zu lösen. Man wird den consessii)nslosen Schulen die Möglichkeit zusprechen, ja erleichtern, ohne einen- Zwängtnäch' dieser Richtung hin zu üben. Dann rvirb'es noch unendlich lange dauern, ehe im großen Ganzen ein bemerkliches Ziel erreicht werden wird. Aber, fürchte ich, man wird 'öiese Möglichkeit der confessiönslosen Schulen als Börwänd 'benutzen, ' uur der jüdischen Schule alle wesentliche Unterstützung vorzuenthalten, die bekanntlich nicht blos in Geldmittem, sondern noch mehr im Charakter als öffentliche Schule liegt?^"-'^''^'^7 'T // ■ - .' Wie' man übrigens in den letzten Tagen vernahm, HÜi das J Unterrichtsgesetz in1 seinem Entwürfe noch so viele-Stabien der-Beralhung »und Modificationen zu.durchlaufen, daß er schwer-' lichin--dieser-Session denbeidenü Häuserndes'Landtagsvdrge-! legt werden könnte. - > f.,r»:s,2 .i.-'K Oesterreich-Ungarn. .' Wien, 4. November. Herr Joseph del Sotto hat in feinem Testamenteder israelitischen' Cultusgemeinde in Win nachstehende Legate hinterlassen: 23,000 fl.' zur - .Errichtung einer Handwerksstiftung 105 0 fl. zur Vertheilung an - israelitische Arme, 1000 fl;» für das israelitische Spital> '525 fl. für' sein. Grab. - Pest, im November. (P.rivatmitth:).- Die hiesige/D. Brz^- enthielt eine Skizze über das Pester- Israeliten-Spital, nach einem älteren geschriebenen Hefte, aus welcher einige Notizen nicht uninteressant sein werden. Wer die heutige« Anstalt nüi Augenschein nimmtder glaubt schwerlich, daß dieAnfänge so geringfügig waren und» doch aus einer verhältnißmäßig so jungen Zeit herrührten/ Je älter der jüdische Stammist, und je mehr Jahrhunderte seine Ansiedlungen in den europäischen. Ländern^ bereits dauerten, für desto älter wird, man' auch die Stiftungen halten, welche einen so ansehnlichen Umfang und-eineffo würdige? Einrichtung besitzen. Und doch würde man sich hierin vollständigirren. Fast nirgends in Europa , findet man ein ansehnliches Werkjüdischer Wohlthätigkeit, daß ein Jahrhundert alt. wäre.' Schuld daran trägtnicht etwa der Mangel an Nächstenliebe bei: unfern Vorfahren, sondern die Unsicherheit und der stete Wechsel, ihrer Wohnplätze, sowie die Furcht, durch bedeutende Anlagen Hch große-, Beschwerden, ja sogar Gefahren zuzuziehen. Nichtsdestoweniger können wir mit Genugthuung auf das schauen, was unsere Zeit auf--diesem Gebiete geschaffen hat; es wird ein beredtes Zeugniß für den wahrhaft frommen Sinn unseres Geschlechtes abgebenden - heuchlerischen und lästerlichen Verleumdungen der. dünkel-- hasten Hyperorthodoxie gegenüber, und wir können nur wünschendaß unsere Enkel in gleichem Maße opferwillig und werkthätig seien. Kaum hatte sich 1805 allhier eine Gemeinde gebildet, als sich ihr auch das Bedürfniß aufdrängte, eine Krankenanstalt herzustellen. Wir erfahren alsbald, daß die Pester Jsraelitengemeinde, da ihr die zu einem größer» Bau nöthigen Capitalien mangelten, -Anfangs — im Jahre 1808, ein Zimmer; sage ein Zimmer mit 4 Betten, später mehrere Zimmer, und alsbald ein ganzes Haus zu Spitalszwecken miethete, daß diese Gemeinde zur Deckung der hieraus fließenden Kosteneinen „Aufschlag" auf das Koscherfleisch bestimmte, und daß diese Steuer durch Jntimat der königl. ungarischen Stätthalterei <le dab-1-824, Ofen, bestätigt wurde. . Aber der Umstand, daß in; 'beyölkerte^-Stadtgeg'endem^ denn nur in solchen gab es größere Häuser' —- öin ''Spital .nicht gerne geduldet wird, daß in Folge döffen^-däs Hm^-uud Herziehen oft zur^ Nothwendigkeit wurde,^veranläßte die Führer« der