Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 47 (17.11.1874)
- Date
- 1874-11-17
- Page
- Seite 785 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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bedürfen'dafür: keiner Autorität und Sanction, da dieseWunder! Heiligen Schrift' von selbst vorhanden ist diese biblischen Grundlehren sind zugleich nicht mit jener.'scholastischen Schärfe und dogmatischen Spitzfindigkeit ausgedrückt, welche die sogenannten Glaubensartikel der verschiedenen Confessionen so fesselnd und .doch wiederum so ergiebig für theologische Zänkereien machen, /und'die freie Bewegung des Geistes in den verschiedenen Zeitaltern ist durch die Auslegung und Deutung gewährtwelche der Urtext'zuläßt und in allen Phasen des Judenthums, in der Zeit iderrHagiographen, des Talmuds und Midrasch und der Commentatoren, der früheren, wie der späteren, eine freie war für die Forschung, wie für die Verwendung. Daß dieses Phänomen in der heiligen Schrift ein.wirkliches und beabsichtigtes ist, dafür spricht schon das Beispiel, welches sie in den „zehn- Geboten" giebt, die sie nicht allein mit einem . solchen Namen-' belegt (2 Mos. 34, 28)'und sie ausdrücklich wiederholt (5 Mos. 5), sondern auch ihre objective Bedeutung mitten in: dem gesammten Gesetze durch ihre besondere, in der großartigsten Weise beschriebene Verkündigung hervorhebt. /Man wird es uns daher hier, gestatten, den Versuch einer solchen Zusammenstellung zu machen, ohne daß wirdenselben für erschöpfend, die Berichtigung und «Vervollständigung ausschließend ausgeben. Diese objectiven Lehrsätze, oder-Grundwahrheiten oder Bekenntnißsprüche, beginnen mit dem. Anfang der heiligen Schrift selbst/ ■ ' ' (1 Mos. 1, 1) :■ yitsn -n«l .otouwtn«« «in rviöKia r „Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde," d. i. die Welt. - Wir-brauchen hier die-hervorragende Stellung des Verses nicht «erst zu erweisen; es ist ein Allgemeinsatz, der vorangestellt ist, und zu welchem.- nicht blos die ganze folgende Schöpfungsgeschichte, sondern, wir möchten sagen, die ganze heilige Schrift den Eommentar bildet; auf seinem Inhalte beruht alle weitere Lehre, und dieser kehrt immer wieder in den mannichfaltigsten Umschreibungen zurück,' ■ er tritt charakteristisch dem Pantheismus und Polytheismus entgegen. Gott und die Welt sind nicht Eines, diese das Werk Gottes, in Ordnung, Planmäßigkeit und Einheit. Hieran reiht sich zunächst 2 Mos. 3, 14: " ■ iÄ« rrn« ' > „Ich werde sein, der ich sein werde." Der Allgemeinwerth dieses Satzes ist schon durch die Umgebung verbürgt. Moses soll bei den Israeliten,im Namen „des Gottes ihrer - Väter// also gewiffermaßen ihres - Stammgottes, des in -diesem Stamme überlieferten Gottes auftreten und sie werden - fragen, welches ist denn der eigentliche Begriff (Name) dieses. '-Gottes?- Hierauf'diese -Antwort, die iM dieser Fassung alsbald " abgeschnitten wird, indem schon vom! folgenden Versean -n -dafür eintritt. Zum richtigen Verständniß müssen die folgenden Worte VS''!?«- -'rkibus N'dr«« berücksichtigt werden, so daß- ^also' ^'N« für sich gefaßt und - -ebep nur, als ein -'Webensatzi angesehen « werden muß/ als /ein Zusatz, der /einem Nebenbegriff /'bringt. - Gott ist -/das - absolute Sein, das ^unveränderliche ewige, gegenüber wem smmer werdenden - und vergehenden speciellen Dasein in den Wesen, welche in -ihrer -Gesammtheit die . Welt ausmachen. Es .ist hier nicht der Ort, die Consequenzen.. aus diesen . beiden großen Lehrsätzen . für die gesammte religiöse Weltanschauung.näher zu ziehen.. Diese Lehrsätze ergänzt 5 Mos. 6, 4: j..- ./ .r.-i'in's y73UJ. . ,-Höre, Israel, der Ewige, ..unser Gott, der Ewige ist einzig// Es ist dies so recht der i eigentliche Bekenntnißspruch der israel. Religion geworden.' .Mit dem-sechsten Capitel beginnt eineneue Rede, welche. die. Grund lehre.. von der . Einigkeit Gottes , dem Volke in's Herz legen soll, nachdem - in der vorhergehenden das Grundgesetz, „die zehn Gebote", behandelt worden. Die Verse 1—3 sind eine - einleitende Mahnung; unvermittelt und selbstständig tritt dann der obige Satz ein, der folgende Vers bringt einen neuen, mit dem vorangehenden in keinem engen, Zusammenhänge stehenden Allgemeinsatz, besten wir weiter unten• erwähnen werden, Und hierauf/beginnt, nachdrücklich durch die Worte nbRSi.'-o’na-in geschieden, die homiletische Mahnung von Neuem/ Das! Wort nn«,. welches den eigentlichen Begriff des Satzes/enthält, befaßtebensowohl das Moment „einzig", ohne Gleichen) ohne Mehrheit, v on ihm, des „einfach" ohne: Theile und Glieder,: als des „einig" .ohne-Mehrheit in ihm,- er/ist durch und. durch Dastelbige. Der Satz umschließt nach dem Ausruf an iJsrael, •.3$jd)- -die bisher vorwiegende, Erkenntniß Gottes alsdes ewigen, unveränderlichen, absoluten. Seins (sn), sowie des Offenbarungsgottes in seiner Anerkenntniß durch Israel die/nunmehr, vorwiegende Erkenntniß dieses Gottes als „einzig,^einfach, und! einig." . . / /! . - Wie /diese Sätzen das, Wesen Gottes bestimmen, so - tritt uns Jesaias 6, 3 Pie Zustammensiellung .aller der Eigenschaften entgegen, welche wir, um uns eine, deutlichere Vorstellung von.Gott zu machen, als Attribute Gottes erkennen, und die .von-der heil. Schrift uns so oft zum Bewußtsein gebracht werden. vran yhsnbo «b?3. msaat-Zn rciip winp winp -/Heilig,!-heilig, ^heilig ist der Ewige der Heerschaaren, voll ist die 7^/^/> «r. ganze /Erde seiner Herrlichkeit/' i Daß . uns . hier / .ein . objectiver Bekenntnißspruch?) /entgegentritt, brauchen--wir.kaum zu-. erweisen.- Jesaias soll zu , .feinem Prophetenamte, berufen werden; in einer erhabenen . Vision schaut er das göttliche Wesen im Heiligthume, umgeben von Seraphim, und diese-rufen ,-Einer dem . Andern" die Worte dieses. Satzes zu. Sofort geht die Erzählung weiter. Der Satz giebt-also eine- Verkündigung, die um, so mehr; als allgemeine,. Wahrheit bezeichnet-/werden soll, als sie in der Vision den .Seraphim >in .den Mund gelegt wird. .Allerdings ist die Bezeichnung,.Gottes als 'LH-p! schon in der Thora, häufig (3 Mos, 11,.? 44. 45. 19, «2 und « öfter), v Allein sie. wird hier immer nur/, als.,ursächliches /Moment für die Heiligung des Menschen,,!..ui.cht/jaber.--als