Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 46 (10.11.1874)
- Date
- 1874-11-10
- Page
- Seite 766 (sequence 4)
- Language
- German
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Seelen jüdischen BekenMiM.Mt, Hier Mr ihm allerdings E M wehr als eiM pis^Wge.WixffamM gswWt; Mx eine andere Beftichjgung harrte sMexhier. Geiger Max einer der oxsten, % mW diß. -.MLMvg einer jirdisch-cheologischen Fa? MM als nothweOig erkannt und ausgesprochey chaltm mud M jeder sngemeMen Gelegenheit Diesen Gegenstand, zur Verhandlung.brachtenAherz<M; dM Seminar M Breslau aus Key hmwrlaffenen Mitteln oiM Mvatmannes gMündetwurde, ward 'm- ■ tm:: MstzWkM -M -bei der MssühWUg dieser Stiftung m? waltete, Geiger übergangen Mp feine -eminente Kraft nicht ner? wandt. Ms ex YM nach Berlin kam, fand er „die Hochschule für die Miffenschaft des JMnHums"-bereits in der Gründung begriffen, Md konnte bei Eröffnung derselben als einer der. vier Lehrer eivtxeten. Er hing, wie wir uns noch an einem seiner letzten Lebenstage persönlich M-u überzeugen Gelegenheit hatten, mit ganzer Seele M dieser Lchrthätigkeitund beabsichtigte, durch pre Erfahrung beehrt, .sich in ihr noch mehr zu concentriren. So wirkte Geiger nacheinander 40 Jahre als Mbbiner und zwar. A4 an den Pxei bedeutendsten Gemeinde Deutschlands. Dies -führt uns zu .den beiden Haupchestrebungen, denen Geiger sein Leben widmete, .der praetisch-reformatorischen und der theoretisch-wiffenschaftlichen; zunächst zu der ersteren. Geiger trat .mit Peru Beginne seiner Lausbahn , für die Berechtigung einer reformatorischen KMenz jm Judenthume mit voller Kraft ein, sowohl was die Beseitigung mißbräuchlich gewordener oder völlig abgestorbener Forme", als.auchbieEinDhWNg Md Herstellung neuer, das. sittlich religiöse Leben fördernder und dem Wesen des Judenthums-nicht widersprechender. Fyxryen betrifft. Er verfolgte diese. Tendenz sowohl im Gottesdienste, als auch in -den übrigen Momenten, wo die Religion -vollberechtigt in das Leben eingreift. Solche Reformen hat .er nicht, allein in Schriften befürwortet und bei, den; Rabbinevtzexsammlungen und Synoden, denen er als MügeS- Mtglich anwohntebeantragt, sondern auch, soweit es ihm gestattet war, selbstständig b« den Gemeinden, -in denen er fungirte, eingeführs. Er stand hierbei nicht auf dem Böden derer, welche. für jede Reform eine Unterstützung irgend eines Ausspruches oder einer abweichenden Meinung 'im - Talmud, die doch keine Geltung-erlangt hatte, nachsuchen «Nd sich daraus stützen. Er ging darüber hinaus und verlangte einen selbstständigen, consequeuten und entschiedenen Kussauf in den betreffenden Fragen. Wer so wie dies die Stärke der Geigev'schen -Ansicht ausmachte, weil sie sich nicht mit der eben Gezeichneten doch im Grunde nicht wahrhaftigen. Methode identificirte, so'war es auch deren Schwäche. Denn sie verführte clllzuleicht, den historisch ' ')'Man hat mehrmals die an-sich höchst ünbedoutmde Frage um die. MioE, in Sqchm per^MW-HMogischm Faysität- .Mische» Miaer und dem Schreiber Mses zur Oprgche gebrächt. Wr traten mir unserem bekannten Auftüfe M Rr. M Ms Jahrgangs 1837 hervor, während Eoigtzr Me BrMstw über diejruOegmständ 1838 erscheinen ließ. Hb Geiger schon Mher einmal sich darüber geäußert habe, jß uns'unbekannt/' ' ' gegebenen Boden ganz zu - verlgsien Md das wirkliche Bewußtsein und Bedürfniß der gegenwärtigen jüdischen Gemeinde .—wir nehmen hier dieses Wort in seiner weitesten Bedeutungzu überschreiten. Daher kam -eS, daß Geiger . in .der praktischen Reform immer Hinter - seiner eigentlichen und ausgesprochene» Meinung hleiben mußte, daß er in diesem VerhälMiß Schwankungen ausgesetzt war, indem er, was.ex in feiner einen Gemeinde beseitigt hatte, iy der andern wieder zugestehen mußte, daß er'von der einen Seite durch die Weitestgehenden als Autorität betrachtet Mdverehrt, andererseits außer dieser aber unfreundlich und kalt angesehen" wurde. Gewankt er auf diese Weise, manche wohlmeinende Geister nicht für die Reformtrug er vielmehr zu der weitergreifenden-. Spaltung der Parteien beiso hgt er doch -für. die Reformbewegung überhaupt sich große Verdienste erworben- und da es einmal in solcher Bewegung der Natur der Sache nach verschiedene Standpunkte geben muß, so kann die männliche Entschloffenheit und der Muth Geigers nur hohe Anerkennung finden. Ueber die Entwickelung der Dinge selbst hat ja doch nur die Zukunft zu entscheiden, ^Jedermann setzt hier voraus, daß ein so scharfer Denker wie Geiger in seinen Bestrebungen und Arbeiten für die Reform des Judenthums sich nicht etwa blos von ästhetischen Motiven leiten ließ,. sondern ein festes Princip aufstellte Md zp Grunde legte. Solcher Prineipien wurden im Laufe jener Zeit drei uormirt und erörtert, von Hold heim, Geiger und dem Schreiber'Dieses, Hold-' heim wollte „das Politische vom Religiösen" im Judenthume getrennt und ausgesondert haben. Hierdurch meinte er den Lehrinhalt des Judenthums von allen nicht mehr in ihn gehörigen Elementen zu reinigen Md süxpfe MstzMen Formen den strengsten Maaßstab zu gewinnen. Die Formel Holdheim's hatte gerade für die damalige Zeit myeS idealistischen Liberalismus viel Verlockendes und gewaun daher für einige Zeit viele Anhänger. Wr bestritten sie schon damals als ein durchaus irriges Princip. Es that dom Wesen des Judenchums, welches in der Jdentificirungder Lehre und des Lebens beruht, Gewalt an, stellt, sich auf den ursprünglichen Standpunkt des Chriftenthums („mein Reich ist nicht von dieser Welt^), und schneidet der -durch alle Phasen des Judenthums sestgehaltenen Lehre von der Einheit Gottes, der Einheit seiner Schöpfung und der Einheit des Menschengeschlechtes die Cousequenzen in den-höchsten socialen Grundsätzen ab, auf welche hin doch selbst die Juden in der Neuzeit ihre bürgerliche GleichLerechtigimg beanspruchen. Das Judenthum verlangt, nicht daß das Politische in das Religiöse, wohl aber daß das -Religiöse (nicht das Kirchliche") in das Politische sich versenke. Viel' bedeutender war das Princip, welches Geiger aufstellte, und das Jost (Geschichte pes Judenthums B. III S. 382) so beschreibt: „Als das Wesen des Judenthums 'betrachtet Geiger nicht einen blinden Gehorsam gegen ein ererbtes Gesetz, sondern die f«e,ie Eu tsa-ltwng 'd er i nnern sittlrchen K-vaft. Dieser widerstrebe der herkömüßiche Formglaube, welcher/ den