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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-11-03 · Heft 45 (3.11.1874) · p. Seite 749

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 45 (3.11.1874)
Date
1874-11-03
Page
Seite 749 (sequence 3)
Language
German
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dM ^ecrctär I.. de. Castro. . Alle Gegenvorstellungen P'JsraeW blichen.erfolglos. Man schickteihm .einfach eine, Abschrift-des Beschlusses,des Vorstandes zu, dahin gehend, daß. die Wahl den Äscamoth. Statuten * gemäß sei. . Hierauf, richtete D'Israeli M Schreiben, an. die Vorsteher,. welches.,-fchpräutereffantist und bis letzt n^ch.. nicht.veröffentlicht, '.worhen^ Wir geben es aus dem „Aew,, Hhron." ,in wörsiicher Uebersetzung, bemerken- - aber vorher, dast.man an, den..G.pttesdienß im.Jahre 181Z, denken muß, wie er .damals, in seiner, ganzen , veralteten und -zum rTheil-.mißbräuchlichen.Form noch bestand, die gebildeten Juden abstieß, die damals wenig - Entschädigung im religiösen. Bewußtsein des'Judenthums fanden, und der erst, einige.Jahre später zum-ersten reformatorischen -Schritte im Hamburger -Tempel; führte. . Das Schreiben lautet : : .,M,chesticht.Ah^en^,zyich zu benachrichtigen, Laß-meine Wahl zum Parnaß » (Vorsteher) streng Ihren Statuten gemäß sei. Wenn ich.dies auch zugestehe, so wird es dennoch an der gänzlichen Unangemessenheit. Ihrer Wahl nichts ändern. Welcher Art auch die Statuten sein mögen, so muß doch der Geist derselben von deren weiser, Handhabung abhängen., Ein Mann, -der -außerhalb Ihres Beobachtungskreises gelebt hat, ein zurückgezogenes Dasein führt, der niemals Ihrem Gottesdienste anwohnen kann, weil, wie dieser jetzt geleitet wird, er religiöse Regungen eher stört als fördert — ein allgemein anerkannter Umstand; der nur einen kleinen Theil Ihrer Liturgie billigt, aber geneigt ist, alles was er kann, in Dingen' 'einzuräumen, -die er''für- "mch? 'wesentlich hält; ein solcher .Mann..kann, wenn, er nur etwas Ehre und Verstand besitzt, nie--die feierlichen Functionen eines.Keltesten Ihrer Gemeinde übernehmen und sein Leben und seine Berufsgeschäfte mit nicht vorübergehenden, sondern dauernden . Pstichten, 'die seinen Gefühlen, sogar wiederstreben,, belästigen oder verwirren." - „Ich. beklage-die Veranlassung, welche mich mit so vielen Anderen aus. Ihrem , Verbände treibt. Ein großer Theil Ihrer Gesellschaft .ist. dem. Stamme . Ephraim sehr ähnlich,, welchen Hoseat.7, 8) .auf, .eine seltsame Weise schildert: „Ephraim vermischt, sich .mit den Völkern, Ephraim ward ein nicht umgewandter Fladen,"Das ist. ein Fladen auf dem Herd, auf der einen Seite gebacken, .auf der, andern roh, theils Jude, theils Christ! Warum haben Sie.'so viele Ephraimiten? Der Grund , dieser Abtrünnigkeit ist Ihrer Nachforschungen würdig. Meine Herren, erlauben. Sie..mir hinzuzufügen, daß, sobald die Regierten ungehorsam, sind, .man-irgend einen Mangel ifl. den Regierenden entdecken wird;, selbst, die-Regierung einer kleineren Secte kann nur durchs a.ufgeMA.e-Grundsätze - durchgeführt .-werden, und -muß . den bestehenden Verhältnissen mit praktischer Weisheit sich anbequemen; vor- Allem aber - muß sie eine zarte Rücksicht auf die verletzten Gefühle Hrer, zerstreuten . Mitglieder nehmen.. Etwas.... von der Familienliebe sollte uns alle zusammen verknüpfen — eine Gesellschaft, die durch. die. freiwillige Unterstützung ihrer. Mitglieder erhalten wird, befindet sich natürlich: in einem schwachen Zustande, und wenn'sie' sich mit willkühAicher Macht" bekleidet, kann eine Wnde:.UeberWjung^.zum. Selbstmorde führen.-. 4hrer Mitglieder .sind. bereits. verloren; viele verlieren, Sie^ Selbst diejenigen, deren Gefühle sich-,Ihnen noch anschmiegen möchten, scheiden, allmälig ans.. Doch gegen dies Alles schützen Sie fortwährend Ihre bestehenden Statuten vor, die Sie für .alle Mitglieder. gleichmäßig.in Kraft setzen, möchten. .. Ueber.diese.veralteten Statuten aber beschweren sich, so -,Viele>.. Sie wurden - von Flüchtlingen ihrer eigenthümlichen Lage angepaßt, die, aber. ganz verschieden vonder unsrigen ist ,, und jene sind daher uns., so fremd, wie die Sprache , in der sie, geschrieben sind (d. i. die spanische): '.Sie haben Bestimmungen, um, das zu reguliren, was aufgehört hat zu. bestehen, Bestimmungen, welche durch den Wechsel menschlicher Ereignisse. nur Hindernisse fürdie, Zwecke der Gemeinde schaffen, und für die. neuen Verhältnisse, welche entstanden sind, sind Sie ohne Bestimmungen." . , „Dies,- meine,.Herren, ist mein Fall; unbesiegbare Hindernisse , stehen mir im Wege, einer Ihrer Aeltesten zu werden: Beweggründe der Ehre und des Gewissens nämlich! Liegt Ihnen nichts daran,, einen eifrigen Freunds der Sie. lange in seinen Gedanken getragen, sich zu erhalten, so ist mein letzter Ausweg, daß, ich verlange/ meinen Mairien voy. Ihrer Gesellschaft, zurückzuziehen.., Es bleibt Ihnen.»übrig, ,Medles. Beispiel,.von.Würde und, politischer Weisheit , aufzustellen. Möge die Wahl des Vorstandes geändert werden, weil man sich in .der dafür passenden Persönlichkeit geirrt hat. . Jedenfalls spreche ich den Wunsch .aus, daß Ihnen, glücklichere Tage befchieden sein mögen. Versperren Sie sich nicht gegen die allgemeinen Fortschritte, des Zeitalters; heben Sie die Blüihe Ihrer Schulen, und erinnern,Sie sich, daß Sie vordem Universitäten gehabt haben; eine Gesellschaft braucht sich heutzutage nur achtungswerth zu machen, um. sich die öffentliche Achtung zu verschaffen. Glauben Sie mir, ich komme nicht. wie Sanballat, der mit bitterm Hohne, Nehemia an seiner Arbeit, die Mauern der heil. Stadt wieder, zu erbauen, hinderte und, über ihn spottete, weil er die Steine aus den Schutthaufen holen mußte. (Neh.4,2.)" „Ich verbleibe, meine Herren, mit schuldiger, Achtung, . ' . ' Ihr London, 3. December. 1813. Jsaac D'Israeli." :; Wie wir bereits erwähnt, gingen die Vorsteher, nicht darauf ein, legten ihm eine Geldstrafe auf und forderten diese mit dem nächsten Beitrage ein. Er zahlte sie. nicht, und so scheint sich diese. Frage bis zum Mai 1817 .hingezogen zu haben. Unterdeß sandte man ihm regelmäßig die Einladungen zu den Sitzungen zu. Hierüber erzürnt, verbat er sich in einem, letzten Schreiben diese Belästigung und erklärte seinen Austritt aus der Gemeinde. Als er 1821 Geburtsscheine.für sich und seine Kinder verlangte, wurden. ihm.diese .picht eher gewährte als bis er seinen - vollen Beitrag ,bis-1817 gezahlt, hatte, .wobei , man jedoch den.Ansprych auf die Geldstrafe fahren ließ. könnep nicht umhin, dem. oben -mitgecheilten-Briefe,

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