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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-10-27 · Heft 44 (27.10.1874) · p. Seite 741

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 44 (27.10.1874)
Date
1874-10-27
Page
Seite 741 (sequence 11)
Language
German
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Ml einen Geist der - Unvuldsamkejt gegen/die- Juden gegeben, denn -überall, .wo sie.,einmal/ geduldet wurden-. konnten sie.-auch, ihre»! Cultus ausüben. Solche -feine -L)istinctionen, wieaus religiösen oder socialen/ /Motivenkönnen nur Journalistenfedern vortragen — weder die, Juden, noch das Volk, verstehen sie, und sür die Thatsachen sind sie ganz gleichgültig. Wenn in einer Anzahl von rumänischen Städten/ die Juden gemißhandelt - geplündert und sogar.maffacrirt, ja, vor den - Augen der Behörde in der DonauertränkLwurden;wenn ihre Verfolger von/den .Geschworenen sreigesprochen wurden; wenn, sie ausden Dörfern vertrieben wurden; wenn , sie in den Städten, keine- Grundstücke erwerben, -bei Llcilationen nicht mit bieten, .öffentliche Arbeiten :\'V ■/ Ieuit ' Lesefrüchtr. - / / In Nr. 37 des „Ausland" vom 14. September l. I. - befindet sich ein Aufsatz mit der Ueberschrift: „Die Mahmal-Feier in Kairo", welchen dieses Blatt dem Pester Lloyd entnahm. In jenem Blatte schildert ein Augenzeuge, 0r. I. Gr., ausführlich, die Festlichkeiten, welche in Kairo bei dem Abzüge der großen egyptischen' Pilgerkgravanen nach Mekka bereits etwa seit sechshundert Jahren stattfinden. -Die Karawane, welche verschiedene religiöse, Gebräuche beobachtet, wird -von/ einem. Vorsänger angeführt, welcher seinen Gesang mit je einem Satz, beginnt, worauf die ganze. Menge mit. einem,renptbett; es bildet dies eine Art von Wechselgesang, welche auch unter den mohammedanischen Volksliedern, sich wieherstndet. —-. An diese,..Schilderung der . überschriebenen Festlichkeit, ^reihet der genannte Augenzeuge folgende Bemerkung:.... . :•,••;}; ruw.. .,, '„Unter, den Wechselgesängen, welche, hei., der.eben angeführten Pilgerprocession in Anwendung kommen, mußte., dem Zuschauer hauptsächlich einer besonders auffasten,,. welcher .länger, als chie übrigen, den Refrain ,,Ja hua“ (O Er!) hatte und .von, .der Menge mit größerer Kraftanstrengung gerufen wurde. Meses „Er" als Namen Gottes,ist den Schulen/ der moharnmedanischen Mystiker und Theosophen entlehnt.. ,,Diese sagen näurlich, daß man von Allah gar keine andere.Eigenschaft!-ausfagen.)kaUN, als seine.absolute, zeitlich.unk. räumlich unendliche,.Persönlichkeit, die sie mit. dem Worte: ,,öue"!, (Er!). bezeichnen, welches.Wort als das heiligste und ehrwürdigste aller. Wörter betrachtetwird,, und welches in des Theorie .«yd-Ppaxis.-derMystiker. die größte Roste spielt. . Die meiste, Theosophen des'.Islams haben den Wi^r? spruch nicht unberücksichtigt gelassen, welchen Pie Heiden Begriffe Unendlichkeit und.Persönlichkeit in sich; schließen, und, sind,-durch dieselben zu einer Art Pantheismus , gelangt , welcher in den Sätzen culminirt: . „Ich.bin.Er,. und.Er ist.Jch^, und-: „Es ist, nichts..Anderes, .vorhanden als.-Er." — Man., kann/ in. den mohammedayMen, Städten an-..den, Straßenecken.. zur Nachmitnicht übernehmen und iw kein staats- oder /städtisches / And eiristreten » dürfen; wenn ihnen - das Gemeinderecht vorenthälten bleibt; wenn sie-.vom Tabaks- und, USpirituosenhandel ausgeschlossen /werden und tausendfachen Bexationen . von Ober--' und ' Untercheamten,! vom .Verwaltungs- und Gerichtspersonal' unterworfen werden.— immer und immer; nur als Juden' und aüsnahmsweise/ als Juden — so ist es eine sehr gleichgültige Frage , ob dies aus religiösem, politischem oder socialem Fanatismus geschieht: Jedermann, wird sagen', -daß in Rumänien -der Geist der Verfolgung, der Unduldsamkeit und Ausschließung herrscht, daß Humanität und Recht dort leere Worte sind! lei o tt. tagszeit häufig halbbedeckte, .tanglockige,, bloßköpfige Menschen finden , welche stundenlang die Worte, in .die vorübergehenden Menschen, rufen: . „Es. giebt ^nichts Anderes als llue (mä. manguel illa stutz)!" So ist denn das Wort. „Er" mit/dem. Worte „Allah" identisch geworden, und diese Identification, ist .nicht nur auf die Schulen der Theosophen beschränktgeblieben, sondern, his .in bte. untersten Schichten. der Bevölkerung Gemeingut ,Mer Mohammedaner geworden." — „ .. ... .. .. n Bei dem Durchlesen dieser Schilderungfiel/ mir jener Theil aus unserer Syvagogen-Literalur ein, welcher am. Sukkoth-Feste bei. der, /Nvpn, .hem Umzuge, .mit dem. Palmziyeige // unter dem Namen; iiv.gesprochen.wird. ^.Hftse Gesänge schließen mit dem rätselhaften Refrain rr2 n-'win ini *»:«, eine.FM mel,welche den Worten,- ..des . Rabbi; Jehuda. (T^ractat jSukkah S,. 45) entlehnt ist, welche aber in: der^Hemara, nicht.erklärt wird. -— Raschi findet in diesen Wörtern mittelst Notarikon. die. ^beiden Gottesnamen und “pa?. Thesaphoth erttaren sie als, unMittelbare Bezeichnungen für...Gott selbst, mit Andeutung des. ../aus Jirmijal, 8^.,4.9. und des 2 p auf Jirmija 40, 2. eine.Ansicht, ,wMedurch die Aeußerung eines neueren .Rabbiners unterstützt/wird. In dem -Commentar von Wolf Heidenheim zu. dem genannten. Refrain war nämlich. eine, demselben von dech früheren Frankfurter,.. Oberrahbiner, R. Pinchas Hnrtpiz, mitgetheilte. Erklärungerwähnt,,nach. welcher diese beiden Wörter.als kabbalistische Ausdrücke/ unm.i1telb,a.r Gott /bezeichnen. ,, Dieser.Rähhi erinnert nämlichtdaß sfll Syhar her Ausdruck ,,Jch"^/öfter als.. Name Gottes^ - gebraucht .wirh, und daß, in dieser Bedeutung noch andere dunkele,, rabbinische .Aeußepungen'Mträchseft,weDen-, köflne«. Aiefx..WLalis^Ae Erklärung des..genannten Rabbi- .verglichen mit jenem..noch./heute stattfindenden/Ruse, welcher, die, Pilgerprocession,, in, Kairo./.Legleitet:, gewinnt., durch ihren mystischen CharMer-,bedeutdnd,an Wahrscheinlichkeit, und. die Hypothese durfte nicht, zu/ gewagt. sein, vrenn Dir.- in. hiesen., beiden -Wörtern/ pp, ,21118drücke des. zur -Zeit/ des Rabbi Jehuda blühende^N; RlMNdrinischen

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