Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 44 (27.10.1874)
- Date
- 1874-10-27
- Page
- Seite 737 (sequence 7)
- Language
- German
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Allerdings sind Wir von mattcheM'Aberglaüberksiei' geworden/ wenn: wir nüo nicht an Innigkeit des'Glaüöens und an der Üns mittelbarkeit wes Lebens in der MeberlieferuNg! verloren hätten: Wie dem aber auch sei, die Wahrheit muß uns vor allem theuer sein,- ihr allein. dürfen wir dienen, und' uns glücklich schätzen/ auch nur ein Kleines beizutragen, ihr zum Siege zuverhelfen: Sie vermag aber -nur 'durchs'sich selbst zu siegen, däsDißt, durch' die unumwundene Klarlegung des wirklichen Sachverhaltes':' dies muß auch unser stetes Ziel in der Besprechung und'Bearbeitung' des Talmuds sein, und wir dürfen uns hierin weder vom Gekläffe der Gegnernoch von der Heiligsprechung blinder Verehrer beirren lassen. 1 -' Deutschland.; Berlin, 16. 8. October. sPrivatmittheilung.) Der wahrhaften. Freigebigkeit der als ultramontan verschrienen Stadt Cö ln gegen-die Juden zu Gunsten des Schulwesens derselben, steht die als liberal gerühmte Stadt Berlin in auffallender Weise gegenüber. Die jüdische Gemeinde muß ihr umfangreiches Schulwesen,, wozu auch ein Lehrerseminar gehört,-aus eigenen Mitteln unterhalten. Man könnte meinen,-daß die Mische Gemeinde die Stadt, gar nicht in Anspruch, genommen habe. . Dies wäre eine thörichte Bescheidenheit, ja sogar eine pflichtwidrige gegen die zur jüdischen Gemeinde Steuernden. Allein es ist nicht so; der Gemeindevyrftand hat an die Stadtbehörden wiederholt Gesuche' gestellt,, die stets, abgelehnt wurden.. : Over : man. könnte - glauben, daß die Berliner Volksschulen gar nicht confessiöyell'seien. Auch darin irrte man-! und wäre. dies? unter dem früheren Regiment auch, gav nicht zugelassen worden:. Vielmehr besitzt Berlin, dessen Glanzseite das Schulwesen * ist, 71 evangelische; und 6 katholische Schulenwelche sämmtlich aus städtischen Mitteln erhalten werden. Neuerdings, beschritten nun die Stadtbehörden einen anderen - Weg. und haben drei confessionslose. Schulen gegründet, die von Schülern aller. Confessionen besucht werden, sollen, und in denen der Religionsunterricht für jede Confessiou besonders erlheilt werde. Die Provinzialschulbehörde scheint dieser Art von Schulen noch nicht; günstig zu sein, sie hat, den Nachweis des Bedürfnisses gefordert. Und, dL <. waren die jüdischen. Schulen doch zu etwas Nutze'- Man. wiest nach, daßwie.71: evangelischen Schulen überfüllt seien,, die 6 katholischen hingegen wenig besucht werden,, so daß: es -noch., keine zu einer fechsclassigen. Schule gebracht habe; mam stützte sich besonders darauf, daß man für die jüd. Schulen nochgar. nichts gethan, also, für, die jüd. Jugend doch in Etwas gesorgt, ' werden müffe, nämlich durch jene confessionslosen Schulen:' ' Wir wollen nun sehen, ob an diesen Schulen auch der. jüdische? Religionsunterricht hergestellt und auch jüdische Lehrer angestellt werhen >7--im anderen Falle würde man sie, wenigstens von unserer.'.Seite,u nicht als confessionslos ansehen können,' sondern als: christliche-: die nur die Scheidung zwischen evangelischen? und katholischen? vermischen sollen, dem.Judenthume gegenüber -aber die.. Ausschließlichkeit, und-specifische: Beschaffenheit-vollständig.--Le-; wahrtlchabey'. Hie, werden ua«s.tden -hiesigen. Zeituygen er-? sehen haben, daß eine Anzahl jüngerer Börsenmänner auf' die Idee kamen- und sie auch ausführten,- -zstm Besten der Abgebrannten, in: Meiningen eine Vorstellung? - zu : geben, und' hatten hierzu die unglückliche Idee gefaßt- -Uriel Akosta von Gutzkow: aufzuführen.-.; Die Darstellung brachte 1200 Thaler reinen Gewinn einwofür die Meininger schon dankbar sein werden. Es war natürlich, die Ironie lag nahe: Börse — Uriel Akosta — Juden! Bekanntlich sind die Berliner Börsenblätter, deren es ein halbes Dutzend, giebt, zumeist von Juden redigirt und von Juden gehalten. Dies hält diese Blätter nicht ab, in fast'jeder Nummer den Juden die unangenehmsten Dinge zu sagen und deren Religion und Religionsgebräuche zu bespötteln. Ich erinnere mich, daß Sie in diesem Blattewiederholt, z. B. auf das jetzt eingegangene Sonntagsblatt' der Börsenzeitung deshalb' aufmerksam, gemacht haben/- Es; ist-sorecht charakteristisch für den jüdischen Theil der hiesigen Börsenwelt, daß sie sich dies gefallen ' lassen-. und mit ihrem Gelbe bezahlen, wahrend,' wenn sie einmal gegen! eines dieser Blätter ernstlich -mit Aufgeben desselben vorgegangen wären, die anderen, schon der Concurrenz wegen, diesen Ton niemals wieder angeschlagen hätten. Das betroffene Blatt am! sichersten. Allein die edlen Gemüther in Stadt und Provinz .ließen es ungestört über sich ergehen. Diesmal aber galt es ihre eigenen liebem Personen. - Insonders: war es der ,-Börsen- Courier^ von Salinger, der einen schmählichen Artikel über jene Aufführung enthielt.. Da lag denn? auf der hiesigen Börse ein: Blatt, auf, durch, welches alle Besucher der Börse aufgefördert- Werden, den „Börsen-Courier" nicht mehr? zu halten. Jetzt wares an-Letzterem, peeeavi.zu sagen;: das/ geschah denn auch selbigen Tagest Der/„Börsen-Eourier^ brachte eine Erklärung: der Redaction, sie habe von jenem Artikel: nichts gewußt- und! der -Urheber desselben sei. entlassen.: ■ Was hieran Wahres, mag dahingestellt sein; jedenfalls wird sich' das. Blatt und vielleicht' auch seine: Collegen eine Zeit lang in -Acht nehmen. Schade nur/ daß die: Herren „Börsianer" gewartet haben, bis es an ihre eigenen lieben Personen gegangen: Sie -kommen dadurch in den? Ruff daß sie eine Beurtheilung ihres Spieles nicht vertragenkönnen.: :?:!!--! -'zt*?/i iy:.< yrr.-tn i;; Berlin, 18. Oktober. hPrivatmittheil.) Es -liegt jetzt der ausführliche-Bericht des hiesigen? Magistrates? an die - Stadtveri Ordneten/ idPs>>städtifche^Schulwesen -betteffenb vornnbwa muß