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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-10-20 · Heft 43 (20.10.1874) · p. Seite 726

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 43 (20.10.1874)
Date
1874-10-20
Page
Seite 726 (sequence 12)
Language
German
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Erlauben Sie mir, darauf Aufmerksam A lnä'chek, Ä'ß Lie ^Colner) Mst^ionare der JubetzWh'tüng Bi'edkr ^aäz frisch. ihr 'Unwesen treten, und zwar auf gakz ungenirte Weise, wobei sie besonders dem ÜnwistenÄn zu impomren süchen, wie folgender Fall beweisen wirb. Aule vor acht Tagen,/am Rüsttage 'des ^'aÄbh'üttenfestes, kam,ein Fremder in einem hiesigen jüdischen ÄZirthshäuse an ,,und..frug, ob "er'wahrend der Feiertage hiertogirenkönne. D^er 'Ä)irth bejahete,Wußt'e aber 'niM, wofür er ihn halten solle; chenn 'obwohl er viel hebräisch sprach, wollte er dbch 'nicht Jude sein. Trotzdem verlangte er beim Nach'teM mit in ber'Sückäh' ju :ejj[env Hier kramte er nun viel GÄehrfäÄkeit aits, so daß' der Wirth und einige Rachbaren, 'welche hirijukaÄen, 'ihn für einen „Lamden" hrellen. Er erkundigte sich nach der 'religiösen Richtung.der Äememve, und altz''er'merkte ,'daß sie'eine orthodoxe sei, äußerte er, morgen (1/TagSuckoth) tk ^dörSynä'goge predigen zu 'wollen. Mein guter 'Mann kam nün Mrkli'ch in die "Synagoge; das Predigen würde ihm kW UÄürlich nicht gestaltet. Nach Beendigung des 'GdttetzNensies ''stellte^ er ^stch mir 'als Lehrer, vor, und nach einigen Wötten steuerte'er'sofort äüf sein Ziel. (Bekehrtlngsversüche) zu. Sv behärchtete er "ü. -k., 'itmchie 'Erbsünde zu beweisen, vor 'dem Sü Überfall 'habe die' Erde Mes' von selbst chlervörgebracht , ohne' Menschliche BeWfe, Las Wtib habe beim 'Gebühren keine'Schüierzen ^gehabt' u. d'gl. Unsinn^ mehr. Äch erwiderte ungefähr (küts aügeveüÄ), daßer 'die '^Bibel bester studiren moge/daß es gäbz deMP heiße': E r: rs^^b. heißt >,bedienen", nicht „bearbeiten". Jn's Lächerliche hierüns'-ziehend,'sagte ich: 7-,-Bringen Sie-'der Madam Hde gefälligst 'ein Glas 'Wasser 'n. st. w.-'v. w." -^,',-Fetner--'bat -Ma ^Mn SstnveÜstU^Kbören! ■tirtty nicht VorEmselberr." Mäch solche aÄch ^n'MrwisteÜschastlichen Hieben -gkig ^'kWil^sr ^Gi Min Wlffeuschäft/MlMehLe^c. Mll er nichks 'iÄsten. - Die ThbM/ sMe bv; rAw den MigöbikLetenilzu tztzwinnen, Hche höheraltz blle Wissenschaft. Auch «ließ ’ii Äerken/ -daß et Wer ' mit- LeMäiÜi'fchen Äls ^mit HhrliMvn'schen Geistern ^u 'chVn PM MiöiiS stMer hörte iH-, -baß er vor Der 'Wchn'uLg M^'Mrrü VMehet's Pr'edigd. ÄTit''einem'Eollegen-?Herm: Levh, IgegÄiöärÄg in Wrien hfer/ gich 'ich deirn auch hin, rvmrühmHu 'trürüssfeü 'lind fern 'Shiel 'zu vÄderben. - - Als %\x Wftffift, war fast wirklich die ganze Gemeinde (MaUster uiid 'Jürigtiiiße) Uln ahnwersummelt -Mnd 'horten Mb'Ähtig stchÄeigÄtb Ererklärte eWk, wir hätten zu viele MiMoth';' urid da -Kir dieselben 'Nicht "ckehr klle halteü 'könnten, seiest föfr keiüe 'echre Jüdett «lehr > Müßten deßhalb eine Sühne '(ChrffE chäbest. Ich Mß 'ihn "feine -gelehrtes Schlußfbkgerungen Et - zu 'Endb -führen, isoNddrN -.'gab-Hm -die 'bekannte -Hrllelstche -Mttvvbt, 'dAß 'ivir Jstde'n-Mn könnten, «wenn Äir ^ibb-^cltür,' jtr, >w'er Nur wr frj'-'gfouSt, ist Jude. Aber der Äübe känn "nie' und MtlnMer an 'erste Eitheilige Gottheit, glauben. Nun kiitisirte et'ünftre-Gebete; Ceremonien ac. Besonders Mg 'er Äüf -bre Mzwah -'vvn-Suckah felöir ein,- wollte beweisen Äus -der Piutstelle:!7?bp nvv r?iL72 inn: b'2,-n,Achte bie-Mizwvth!VöK Sückah Nicht gering, denn >sie ist -so wichtig wie ralle 'änderen Mizwoth,^ 'Laß wir 'eben heutHu Tage die -Mizwoth nicht Niehr -verständen. H. Levy -^hat. ihm Äar bewiesen, daß se r ntchis davon bersteht, und daß der -Pajtan mit. Recht diesen Äussprüch geth'än, w'eiluns die Suckah auf ven -alleinigen Schutz 'Gottes verweist rc. l§r ist dermaßen 'be- und lgeschlagen worden, 'daß 'er, nachdem er einen vermeintlichen Trumpf aus Äes. 53 'aufKshrelt, sofort ''entschlüpfte, 'ohne 'eine -Erwiderung -abzuwarien. ' Nun kvaren-steine'Hoffnungen Nn'd Absichten chier total vereitelt. 'Er wollte die Feiertage (wenigstens -zwei Dage) hier 'öseiben '(die -hiesige Gemeinde war -ihm jedenfalls als lohnend -für senie Absichten geschildert worden), und -nun machte er sich stofört km 'eisten "Ta'ge nach dem Mittagessen '-aus dem Staube. 'Er machte 'niir 'vorher "noch einen Abschiedsbesuch nnd mannte 'sich ''Rosenstrauch äns Eöln, wogegen ich - erwiderte, 'daß er, -mei-> 'ner - MennlNg -Äach, 'ein getaufter - Jude 'irtiD Pastor Axenfelv aus 'Cöln stei. Ä. 'nannte er stich'auch beim Wirthe. "Ich rieth 'ihm ndch, -er -solle doch lieber 'in große-Städte"gehen, iz/B.-macb 'Berlin, und'ddrt, wo-selbst'evangelische "Geistliche die Dogmen 'der/christlichen -Kirche anfechte'n, -predigen; aber die Juden sternerhin -mit stemöm' dummen Ktam, nicht niehr-behelligen. Daß' er jüdischen'-ungebildeten 'Leuten impvnirt, -sie selbst straHirt, 'ist 'sicher; 'denn 'er spricht 'das (Hebräische nach-'polnischdeutschem-Dialekt, nicht portugiesisch, wie es'^auf ihöhern Schulen gelehrt wird. Auch ist er in allen rabbinischen Schriften ziem- ' sich betvändert, 'gerade' em .BewNs, - daß er'diN" getaufter Bude ist. Bei .'dieser GelegenheitJ habe ich auch endlich durchg'esetzt.

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