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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-10-20 · Heft 43 (20.10.1874) · p. Seite 725

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 43 (20.10.1874)
Date
1874-10-20
Page
Seite 725 (sequence 11)
Language
German
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ringsten Anstoß;biedamaligen) Herrscher ndex iraljemschemStaaten -sofort! mit "einem Verböte' bei. der Hand/ waren., i Selbst/pecuniäre 'Opfer mußtengebrachtwerden /um -den Bestand , desEducatoxe , zu. fristen,, und als -18-7.0 Pontremoli - sich zurückzog, halte Levi -chie'r ganze Last allein zu tragen. - Levi > war. es/ veröden, kräftigsten ) Anstoß zu allen > wichtigen Vorgängen gab, welche das italienische -Judenthum betrafen, so z. B. zu dem.Organisationsgesetze,. welsches noch -setzte in einem großen.TheileiItaliens für die jüdischen! Gemeinden,:iw Kraft ist. Nach 1848 befanden sich diese in Piemont in völliger Anarchie. Die alte Gemeindcverfassung war ^aufgelöst, und Niemand hielt sich in einem constitutionellen -Staate, berechtigt, irgend eine Steuer ohne ein vom Parlamente bvotirtes Gesetz zu erheben^ „Alles war, sagt der Biograph, dem freien Willen der Glaubensgenossen überlassen, und da der religiöse Eifer bereits abzunehmen begann, wurde -die Lage der Dinge /immer schwieriger."/ Damals kamen einige achtbare. Männer auf den Gedanken/ den der Educatore schnell und kräftig befruchtete, in Vercelli eine Versammlung von Notabeln zu halten, um einen Gesetzentwurf über die Verfassung der -jüdischen Gemeinden vor- . zubereiten^ Levi wurde Vorsitzender der Versammlung, und unter seiner Leitung wurde das Gesetz entworfen und im Parlamente durchgesetzt. Herr Ravenna sagt hier: „Die Gegner des Gesetzes wollten im Namen der Freiheit dem Staate das Recht absprechen, eine Steuer zu Gunsten der Religion einzuführen; aber die Commission der Versammlung von Vercelli zeigte,- daß die Mehrheit der Israeliten durch , das Organ ihrer Vertreter erklärt hatte, die Anwendung zu wünschen: sie ließ die Ausnahmslage beachten, in welcher sich der israelitische Cultus befindet,, da er aller Hülfsquellen beraubt ist, welche einem anderen. Cultus-stets, bewahrt worden." Obgleich die Commission einige abschwächende Veränderungen an dem Entwürfe nicht zü verhindern vermochte, so setzte sie doch das Gesetz durch, das am 4. Juli 1857 in Kraft trat, 1860 auf die Emilia, die Mark und Umbrien ausgedehnt wurde, und welchem die Mehrzahl der italienischen Gemeinden noch heute die Fortdauer verdankt. „Es ist schmerzlich," fährt Herr Ravenna fort, „daß die Dazwischenkunft der Regierungsautorität für den Bestand des Cultus nothwendig ist; aber wäre es nicht noch schmerzlicher, wenn die Gemeinden aus Mangel dieser Stütze zu bestehen aufhören sollten?" Das Beispiel .der Gemeinde Roms bezeugte die--Wahrheit dieser Befürchtung; Levi beklagte dies und befürchtete, wie er noch vor seinem Tode aussprach, daß sich dieser Zustand verallgemeinern werde, wenn der Grundsatz völliger Jncompetenz des Staates in Gewissenssachen die Aufhebung des Gesetzes von 1867 nach sich ziehen würde. Wir führten dies ausführlicher an, weil es im Augenblicke ein Spiegelbild für die Verhältnisse der jüdischen Gemeinden in Preußen abgiebt.*) . *1 Dankbaren Sinnes bemerken wir an dieser Stelle, daß Giuseppe Levi. auch den ersten Anstoß gab, daß die Notabeln unserer Glaubensgenossen in Italien "dem Redacteur. dieser Zeitung eine mit ihren Un- - - -Much als. <18,63 in, Ferxara. der «sie / .iSraelitisch-itulien^Ke ,EonLreß.:gchaltew/lvurde,; wurde. Oepi. zum..Vorsitzendengewcihlf. jWchex/:wä-r^..dies>,auch.-1867,<.m-Florenz .geschehen.,: wenn .d.amalss.<ein ^schwereshäusliches/Unglück ihn vour-Gesuche. des Congreffes abgehalten hätte. — Mit gleichem. Eifer .wie .in. .den' .innerem/Angelegenheiten, stand. Levi stets zur Vertheidigung und Abwe.hr bereit. So brachte er Guerrazzi in seinem Büche .Asir^o und Margottiin der. Unita Cattolica dahin, ihre-daselbst ausgesprochenen, die Juden betreffenden Jrrthümer zu widerrufen. ,Eine gleiche-Geschicklichkeit bewies Levivor einem Jahre , Pasqualigo gegenüber, dem es eingefallen , den Juden die, Fähigkeit Minister zu werden aözusprechen. Aber auch in-positiver Meise war Levi wirksam. Er bereicherte die italienische. Literatur mit einigen wichtigen Schriften: parabole legende e. pensieri rseevUi dai librL-Talmadici, .Cristiani et.Ebrei riel M^dio Evo, Teocrazia Mosaica, Autobiografia di un padre di farniglia. -Die. erste dieser Schriften wurde, von Seligmann in's Deutsche übersetzt und mit der Angabe der Citate bereichert, -vom- Institute zur Förderung der israelitischen Literatur herausgegeben- Sehr wirksam waren auch seine Lellure infaniiui istraeliliche und sein Catechismo israelitico di religione e di morale. Wenn man diese Thätigkeit betrachtet, so könnte man glauben, daß nur eine feste körperliche Gesundheit und eine völlige Ruhe der Seele dafür ausreichen konnten. Aber es war.nur die Kraft des Willens, welche den Dahingeschiedeuen unterstützte. Er hatte schwere Schicksale zu ertragen. Eines feiner Kinder nach dem anderen ging ihm im Tode voran, theils durch eine plötzlich zerstörende Krankheit, theils unter langen Leiden, wie sein ältester Sohn, der zwanzig Jahre mit dem Tode gerungen. Das Herz. Lcvi's war von so vielen Unglücksfällen zerrissen, seine Gesundheit immer mehr erschüttert — und dennoch blieb seine Seele scheinbar stark und heiter, seine Unterhaltung glänzend und geistreich; wer ihn sah, wer'ihn hörte/ ahnte nicht, welche unerhörte Schmerzen er ertrug. Daß ein solcher Mann sich die Achtung und Zuneigung Aller gewann, die 'mit ihm in Berührung kamen, ist selbstverständlich. Sein Leichenbegängniß gab davon, einen neuen Beweis. Die ganze Gemeinde folgte seinem Sarge, mit ihr die Behörden und Notabeln der Stadt; die Großrabbiner von Turin, Casale, Asti und Jvrea hatten sich nach Vercelli begeben und betrauerten mit dem Großrabbiner der Stadt in Reden den Heimgang Levi's. Die Gemeinde von Ferrara hatte eine Deputation gesandt, man eröffnete'eine Subscription zur Errichtung eines Monumentes. Aber die Wittwe und die Brüder des Verstorbenen ersuchten, dies zu unterlassen, da sie sich selbst das Recht hierzu -voröehielten. 'Einige Stunden mach dem Tode Levi's, der bereits früher mit dem Mauritius- und Lazarusorden geschmückt worden, kam ein Schreiben des terschriften versehene Adresse und eine trefflich aüsgeführte goldene Medaille'übersandten, die auf der einen. Seite eine ,herzliche Widmung/ aus der andern in gelungener Gruppirung die Tempelgeräthe zeigt. 43* ’

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