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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-10-13 · Heft 42 (13.10.1874) · p. Seite 709

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 42 (13.10.1874)
Date
1874-10-13
Page
Seite 709 (sequence 11)
Language
German
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bisherige Finanzwirthschafh - erwartet alles nvon - dem, überschwenglichen Segen der Natur t der aber. Dit. Jahren riicht mehr.so reichllch isich i emstellen will, und-rnan. --hat auf die :Anhoffnung dieses Segens zu; viel igesünvigt.;Mehet: einmal -an die Gesetzgebung zur Regelungder: .Creditmstimte/.und -zur Hebung - und Verbesserung derLandwinhschaft/'dann/wird; -der Wucher seinen Soden-: verlieren. .'- Nicht, die Juden:, sind' Schuld an,dem Anglück .des Landes, /sondern das -Todtxeden. der Reichtagsmitg li e d e r>u -das-- .die Legislative.völlig:: lahmlegt. 7 Was hat: die .Legislative -in einem ^Zeitraum:von: 7—-8 .Jahren. außer de» Familieneisenbahnen und all den . großen:.Anlehen geschaffen, was wirklich zum Wohle - des Landes, war?? Wir würdigen - den gerechten-Schmerz, des. Herrn. Czernätony über das allgemeine Pnglück, weil wir selbst.-schwer darunter, leiden; aberwir sind uicht-so blind, um im stolzer Befangenheit, von uns alle Schuld abzuwälzen und.sie auf Andere.- zu. lavem ., . '; :u - Dies ist -die .beste Antwort -an Herrn Czernätony, denn. alle seine:-übrigen: Vorwürfe über Germanisatiow des Handels rc. sind lauter - leere Seifenblasen! Herr Czernätony/siudiere.etwas gründ- [ ,. Einige Lebenserfahrungen. . (Schluß,von Nr. III.); „Ihr Wißt; begann!Leo, daß ich--vor. einiger.Zeit die Vormundschaft für * die Hinterlaffenen . unseres Freundes N.- übernommen habe, welches Amt mir in finanzieller Hinsicht; keine Sorge über die Verwendung der vorhandenen-Mittel, wohl aber über die Herbeischaffung , der - nothwendigen macht. Dies legt mir natürlich in noch ernsterem Maße die Pflicht auf, die verwaisten Knaben, zu einem tüchtigen Lebensberufe zu führen und heranbilden zu lassen. Glücklicherweise fällt hier die Saat auf einen fruchtbaren Boden. Unter diesen Kindern befindet sich nun ein zehnjähriger Knabe , derdie besondersten Anlagen für bildende Kunst verrLth, -Ar hat bis-jetzt keinen Unterricht , im Zeichnen erhalten^ und -doch kommt'der. Stift nicht aus seiner zarten Hand, und- -was ihm irgend durch den Kopf geht/- bringt er-; auf das '.Papier, und wenn. .die. Zeichnung auch falsch: ist, so giebt sie doch Zen Gegenstand unverkennbar wieder,. und nicht -ohne Ausdruck .und Zierlichkeit. Seine -Sparpfennige - verwendet er auf Kreide u. dgl., aus welcher er niedliche Sachen schneidet. So hat er Angsteine kleine Büste des Kaisers.gefertigt, die, so mangelhaft sie auch ist^ doch auf den ersten Blick diesen Monarchen erkennen laßt.... Er sah neulich einenMarS, und flink,war,er zur Hand, ähn^im/Meinen. nachzubilden; .7undes, ist ihm auch gelungen, MNMauch -selbstverständlich sehr mangelhaft.^ Die Mutter und -pie älteren; -.Geschwister, sehen: in ihm... beLreiW.erweise-' schon. den Michel Angelo und.; bestürmen^mich, den KnaLen zu diesem hohen Berufe. geraden-Wegesheranbilden^ zu. lassen;; Dies ist .es, was M,.s«hwere Sorge,Mcht.";|l, . . '....7..- licher 7 die ^germanischen Nationalökonomen,^und er.wird die Ursache aller - öffentlichen Gebrechen -und Uebel, von denen wir., nicht den 'zehnten -,Theil geschildert: haben, . leicht erkennen., unddie Löcher, um mit -dem.Talmud, zu sprechen,--bald/ .herausfinden, die die Diebe herbeilocken. Docht es giebt , gewisse-Politiker, die.niemals klüger werden wollen und ewig dasselbe Steckenpferd-reiten. Würde Herr- Czernätony die Reden Ghycy's . gründlich, gelesen haben, worin /derselbe selbst , gesteht., 7daß.-man -in allzuhastiger Begeisterung an Unternehmungen gegangen ist/,zum Beispiel .das 30 . Millionen Anlehen zur Verschönerung, der Landeshauptstadt Pest, ohne die Steuerkraft des Landes zu Rathe .zu.ziehen, so würde er auch anders über unsere Juden und: über deren Emancipation uriheilen! Es sind Fehler begangen!- worden — das gestehen •> alle unsere aufrichtigen Baterlandsfreunde — woran noch .unsere Enkel als echte Magyarenkinder zu, leiden haben werden. Die Ungarn sind ein: constitutionelles> für Freiheit begeistertes Volk, aber was Administration betrifft, sind fie^ wahrhaft noch Kinder .— und hierin müssen sie noch lange, lange bei den Deutschen in die Schule gehen. . feto n. "• „Das sehe ich doch nicht ein, rief Simon lebhaft aus. Die Natur selbst hat den Weg vorgeschrieben,- und wehedem,, der.sich ihr entgegenstellt! Auch wüxde ich es gern sehen, wenn der Knabe reüssirte, schon deßwegen , weil auf .dem Gebiete der.bildenden Künste unsere Glaubensgenossen' schon Manches, aber. noch*vichts so Hervorragendes geleistet haben, daß es sich durchdringender Anerkennüng zu erfreuen gehabt hätte." . . .. . . . . „Dies Letztere," warf ein Anderer ein, „kann für den einzelnen: Fall nichts, entscheiden. Aber auch ich glaube, , daß man .sich der entschieden ausgesprochenen Natur nicht widersetzen.dürfe, und dies heißt positiv,, daß man .ihr, unter die Arme greifen, .sie zu gedeihlichem Ziele führen müsse. Es fallen mir. hierbei sofort die . vielen Geschichten ein aus den Lebensbeschreibungen. , großer Künstler und Männer der Wissenschaft, welche die Eltern, und die Verhältnisse zu anderen, ihnen widersprechenden Lebensberufen zwingen wollten , und die dennoch, , aber mit vielen Schmerzen und; -mannigfachen Nrchtheilen, ihre Fesseln brachen. und die' Schwingen ihres Genies entfalteten.. Aber wer kann sagen, wie viele bedeutende Talente dennoch -auf diesem Wege-. verloren gingen oder verkümmerten,: .oder doch - die Höhe nicht erreichten, -die ihnen zugänglich gewesen wäre, .wenn ihnen rechtzeitig,, die nöthige Unterstützung und Ausbildung, geworden wäre.-,-: Selbst Dein Lieblingslyriker, Leo, Dein Heinrich Heineseine andere Schriften giebst Du ja preis.,—was hätte er. leisten:-können, wenn, sein .Oheim durchaus -darauf, bestanden, hätte, daß er Kaufmann bleiben..solle,ntdjt..hätte..studiren können?" 7 - I.,.Die- Tante schüttelte hierbei den Kopf ein wenig. „Heines .sagte, .sie, konnte "kein. Kaufmann, bleiben,., denn . erhätte jedes. ' ' ' 42* ■- '

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