Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 42 (13.10.1874)
- Date
- 1874-10-13
- Page
- Seite 710 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschäft MniE Mer Druwür -doch: noch KstüfmannMls Dr$e» rBen-BäNd-ftknövGedichtt veröffentlicht^ außdiMswaren nicht setns-fchlechttvckp Mser, Mendelssohn d'Mr /PPlosoph/ Bibeb^ v^gst uMMlSgezeichneter Stylistobschoin er Seidenhävdler geblieben/ .M^BirWstffemexst Beck-Mr die Zweifel Höre», die bereitend^ - * : - - Keo^ nickte: Der^Msichtsvollen Dame Hu und/fprach!: ,Män ch«t/Rdcht/ wtznMrMrM-der,-entschiedest ausgesprochenen^ Natur GÄgHMM.n rGW Wd^M>^vlchr-Mvttche!jBörliehe::M^>D«e fthWgung//Me 'ich Me/ivoDweinem/Mündet'cheüchttÜ,'Mge«d welche B.ürgfchqft;ssüv Das-/entschiedene Talent' für den wirklich vorhandenen Genius? '.'Die. Erfahrung i: hat. gelehrt,' daß ' sehr häufig solche^WundKMydrr in ganz mittelmäßige' Männer Auslaufen und durchaus nicht /das--erfüllten , was /sie versprachen, oder/vielmehr, wasdie Umgehung sich von ihnen versprach. Ein Beispiel -'davon gab gerade der musikalische Knabe, von dem Du, liebe Tante, vorhin erzähltest/ und Der mit musikalischer Ausbildung überhäuft' ward. Er ist ein tüchtiger Musikus und' ganz artiger Componist geworden, aber wie hundert Anderes dir-nicht sofrüh begannen, -aber durchaus nichts Apartes. Zu' den unglücklichsten Menschen gehören aber solche, denen das Genie von Kindesbeinen an eingeredet worden, und deren aufgestachelter Ehrgeiz so ' bittere 1 Enttäuschungen erfahren muß. In den bildenden Künsten ist der verunglückte Künstler, ja nurder mittelmäßige, in unserer Zeit ein verlorener Posten,- da ihm die Photographie das Brost vom Münde genommen hat. Hierzu kommt, daß, wenn man einem solchen Knaben in seiner Neigung freien Lauf läßt und ihn darin noch förderter es unterläßtsich eine gute Schulbildung zu erwerben,' so'daß ihm später' jeder Ausweg verschlossen ist: 'Aber äuch das will ich nicht verhehlen, was mich noch besonders zweifeln läßt/daß es in der Familie Des Knaben schon mehrere solcher begabten Köpfe,' Künstler, Techniker u: s. w., die es' zu nichts gebracht und die Ansprüche, 'mit denen' sie auftraten', bitter zu bezahlen hattengegeben hat. Soll ich da nicht zweifelhaft sein, welchen Weg ich mit meinem Mündel zu besch'reiten hätte t': . . . „Zn Der That," - rief ein ''ältlicher Herr aus, „ich muß unterm Leo beistimmen, wenn' er es beklagt, daß allzuhäüfig' den Knaben und 'jungen Leuten, die sich in Etwas vom gewöhnlichen Haufen äbzeichnen/ die große Begabung, das Genie einWedet wird. Es ist natürlich, daß diefe jüngen Geister den in sie geworfenen Funken in sich selbst zur Flamme anblasen , . und die nächste Folge ist'die Neigung unserer jetzigen-Jüge-nö, Kritik zu üben, über ihre eigenen Lehrer achselzuckend hinwegzüsehen: Es ist dies besonders auf unseren Ghmnasien der' FM - Vernünftiger Weise sinh diese vornehmlich'auf 'die mittelmäßigen Kopfe eingerichtet/-'Denn'änS''söMn'^üPDNMch-di^sgrößte'Frhl'^Ä brauchbaren Wuschen^HrÄr^Dn^ünd^'ihnen'eine-höhere'Bildung zu verleihen', muß M hästhMihMstHietDer Pädagogik sein: Sowie nun ein Doränkommt-und iy dend meiste»/ Fächern seine : guw/Begäbüstg!:zeigt-sind - Die -EL. lern-und Freunde 7hei)der>Hanb/ dem jungenMenschsn^für eisten großen- GÄst j zu halteu/und/zu /erklären:/ Ein-vorzügliches Abiturjentenexamen mach: neunjährigem' Schulbesuch ist - Das: -kein großes Wunder - wird: gemacht - - Äus Dex^Unipersitäthatdrx Äüngling/ kMe .Gelegenheit^,; / feiste Selbstüberschätzung^ gedämpft zwischen:/ Die Folge /ist;: haß:«rCbieo höchsten Ziele;als a8M für-sich geeignet ansicht,/den: gewöhnlichen Eours! verachtet/ und, wenner lhu/dvch/steuern muß/-g.:B: IcrlHMymnafiallehrer, fei? nen Beruf verachtet und sich: in uchmiustglücklich fühlt:!üGgnz besonders, ist dies-unter unseren Glaubensgenossen scher/ FM Bekanntlich stellen diese-und: Dies ist jarühmenswertst, zu Den höheren^Lehranstalten ein. -mrverhLltuiffMäßiges ConüNgenst/voA Schülern; j auch ist es! nicht >zu. verkennen/; daß bisher;ich/sagL ausdrücklich nur bisher:^-sich! unterdsesen Schülern eins hersonders große Zahl als: die;Begabtesten und am schnellsten fortschreitendenbekundeten^: Da'ist teS/nur' zu! gewöhnlich, Daß sie sich als : Genies ansehen, späterals verkannte Genies/ und/da bis setzt ihnen - die: /regelmäßigen Carriären entweder ganz verschlossen waren oder.allzu schwierig gemacht wurden, eine meist verunglückte Laufbahn betraten. Es bleibt daher sehr zu wünschen, daß hierin überall eine größere Vorsicht, in der Erziehung und BehaMung''M^2ungö»' Leittst Untreres waS freilich wohl nur ein frommer Wunsch bleiben wird/? „Was - Ihr da Alles über DaS' Mittelmäßige -sagt- - wandte Lebrecht jetzt ein, besonders chenn ichzu dem -Falle unseres Leo zürückkehre, leuchtet mir durchaus nicht ein. Och brauche nicht erst zu -sagen, daß - auch ich ein' Bewunderer der Classiker,' des Genialen/ des Großartigen auf allen geistigen, besonders künstlerischen Gebietenbin. Sie allein sind - eSwelche die Menschheit zu ihrer Sonnenhöhe erheben und es' uns geringeren'Sterblichen möglich machen, ihren Spüren folgend, die Höhen des Geistes - mehr oder weniger -zu erklimmen. Aber die Welt' lebt doch nur ' vom Mittelmäßigen und - füllt' mit ihm den^' weiten Raum des - Lebens aus. - - Man ■< kann nicht immerfort' die Massiker lesen; ' der Raphael's/'Eorreggio's/ Tizians giebt eS nstr wenigedurch die Museen zerstreut: Womit' sollen wir unsere Lectüre, womit unsere Museen ünb Privatwohnungen füllen? Wir' müssen uns mit dem Mittelmäßigen,/womöglich lm\. dem guten Mittelmäßigen begnügen. ' Erhebend und erfrischend, wirkt der Aufestthalt in - den' gewaltigen Alpenriefen; jedochnur ein zeitweifer/ wir werden zu einem vergnüglichendauerndest'Aufenthalte-' doch' zu einemmäßigen wäldumkränzten Gebirge gern ästs Der Gletscherwelt'zurückkehren und -in' einer - lachenden Ebene best Wöhstört vorziehem Und/ um- Din' weniger ^glänzendes - Gleichniß zugebrauchen, FesttafM-"werden'- üns/'von-Mt/zu^Zeit ^villckömckest/ sein, - aber''für däs gewöhnliche'Meichmastß'Der TaFe wird'Jebermann best 'einfachen, kräftigest'Tisch DorzkehSü?' Warum älfv, lieber Leb - sich' über: das'; End'ergebniß'-^ m^Der^Erziehüng Deines Mündels, ob er ein großer oder enl mittelmäßigen Künstler