Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-10-13 · Heft 42 (13.10.1874) · p. Seite 705

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 42 (13.10.1874)
Date
1874-10-13
Page
Seite 705 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3226960-3227003--32984-3255980
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Juden , ihres. Gleichstellung als einen Actder G n ade anzusehen 7057 Hätten--wofür fte noch-/einen-ganz aparten Dank.fühlen--und bethäligen müßten,- fährt er fort: .... , 7 /:■>; vyi „Wenn der Richter, nachdem erden Jrrthum erkannt, dem unschuldig-verhafteten die Wiedergabe .der Freiheit ankündigt, so wird der Gefangene sicherlich laut aufjubeln: allein der.Richter wird sich , doch -nicht rühmen können, mehr als feine Schuldigkeit gethan zu haben, und er wird den Schuldlosen dafür, daß derselbe endlich-dem erlittenen Unrecht-entgangen, nicht noch besondere Dankespflichten auferlegen wollen. / Was -ein Staat von guten", patriotisch gesinnten Bürgern verlangen, kann, das haben die Juden - in Ungarn. zu - jeder Zeit reichlich geleistet und werden es sicherlich auch in Zukunft leisten. Wenn-.- es sich um Geldopfer handelte, haben sie ihr Scherflein gewissenhaft auf den Altar des Vaterlandes niedergelegt, und auf jenen blutigen Feldernwo um die? Freiheit und Verfassung Ungarns gekämpft wurde, lagen Christen und Juden bunt durcheinander, und auf Aller Lippen schwebte dasselbe Gebet, das Gebet, daß der. Himmel das Vaterland segnen möge, und aus den brechenden. Augen Aller leuchtete noch der matte Schimmer der gleichen Hoffnung, der - Hoffnung: daß 'aus ihren Gebeinen der Racher erstehen werde, der dem Lande die Freiheit wiederbringt. Und da wagt es ver. „Ellenör" noch zu fragen, was denn die Juden im Interesse der ungar. Nation, gethan hätten? . Da wagt er -noch zu sagen, „man sehe nichts Anderes, als daß sie reicher geworden, aber ihr Reichthum könne.nicht als ein specieller Gewinn für das ungar. Nationalintereffe betrachtet werden"? Ist etwa. die. Existenz des ungar. Staates kein ungarisches Natioualintereffe, und thaten und thun die Juden etwa nichts, um die Existenz dieses Staates zu erhalten und zu sichern? Sind die Millionen, welche das Land alljährlich für die Hebung der nationalen Cultur verwendet, etwa nicht eine im ungarischen Nationalinterefse gelegene Ausgabe, und tragen die Juden etwa nicht das Ihrige bei, damit. die Kosten für die Förderung dieser eminent nationalen Zwecke bestritten werden können?" / Auch selbst außerhalb Ungarns machte dieser Vorgang-Auf-: sehen; -und die7 „Kölnische Zeitung" enthält parüberieinen Artikel; aus welchem wir hervorheben: . - / // „Csernätonh beschuldigt die Juden,- daß sie ,;mit zäher Aus-, dauer. am ihrem Dentfchthum/ festhallen", und daß es ihre Schuld: sei, wenn der. ungarische Handel germanifirt/sei. : Auch die zu-: nehmende Germanisation der Hauptstadt will. Csernätonh den Juden in die Schuhe, schieben. Der , Vorwurf, den Csernätonh^ gegen die Juden in- Bezug auf ihr Streben .nach Germanisationerhebt, ist vollkommen „ungerecht". Im Gegentheil, jeder objec-- tive Beobachter wird. zugestehen müsien, daß die Juden ihren, Kindern eine ungarische Erziehung geben. Die Eltern, obwohl, sie ungarisch.meistens gebrochen sprechen, verkehren mit ihren Kindern in ungarischer Sprache, weil.letztere meistens nur ungarisch sprechen und keine andere Sprache verstehen. Eben so. ungerecht ist die Beschuldigung, daß jene ungar. Journalisten, die Juden sind, „als Patrioten kein Vertrauen verdienen.^. Bor dem Jahre. 1867, als Ungarn noch nicht im Genüsse feiner Verfassung stand, gab es eigentlich keine Journalisten von Mötier,. sondern die hervorragendsten Politiker schrieben Leitartikel und.- andere Studien über das „ungarische Staatsrecht". . Diese Herren sind größtentheils Parteiführer, Minister und hohe Beamte geworden. Die Journalistik ging in die Hände der Fachmänner über, die meistens Juden sind. Ohne Juden wäre keine ungar. Journalistik denkbar, da beinahe sämmtliche hervorragende hiesige Jöurüalisten Juden sind." " 7 h"r*; Die schwächste Seite in den Expectorationen des „Ellenör^ bilden die Drohungen, die er gegen die Juden aüsstößt. Da er: an einen Widerruf der Gleichstellung nicht denken kann, so scheint er zu glauben, daß Ungarn kein civilisirter Staat fet, in welchem-. Leben und Eigenthum der Staatsbürger gesichert seien, so daß: Scenen aus dem Jahre 1848 sich widerholen könnten. . Nun. „Ellenör"-hätte seinen Theil dazu beigetragen. Wir haben ein besseres/Zutrauen zum ungarischen Staate, als der . Führer dev ungarischen Linken. ' * Deutschland. -;; Berlin, im Septbr. (Privatmitth.) Gegenüber den maßlosen Verdächtigungen und Schimpfteden, mit denen von Seiten sogen, orthodoxer Blatter/die hiesige „Hochschulefür 'die Wissenschaft-des Judenthums" tractirt wird, - hat die . Leitung derselben den einzig schicklichen Weg eingeschlagen,; nämlich /mitstillschweigender Vexachtung darüber hinwegzugehen. Das / hindert indeß nichts daß-pie-Leistungen der Hochschule anfangen, sich die verdiente - Anerkennung', zu verschaffen.. -Soeben ist ein/Htudirender derse^m, -Herp^-Adolph/Rosenzweig,-von derjüdischen Gemeinde in Pasewalk zum Rabbiner gewählt worden und tritt seim Amt bereits am 1,5. October an. Ein -anderer Studirender derselben Anstalt hat eine Lehrerstelle an der Samsonschule -in»Wolfenbüttel angenommen, um, ehe er ein geistliches Amtantritt, auch nach der pädagogischen Seite hin Erfahrungen zu sammeln. Ueber den jetzigen Bestand der Hochschulewerde ich Ihnen nach Beginn des Mntersemesters detaillirten Bericht geben.-.;; Berlin, 1., Ott. Die jüdische.-:A l4erpe.r-spr.gUNgsa n st alt .erhielt dieser Tage von dem Rentier Herrn Siegfried Beschütz, welcher schon, z wes - Stiftungen in-der Anstalt . errichtet hat, bei- Gelegenheit feines achtzigsten Geburtstages ein-Geschenk

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.