Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 42 (13.10.1874)
- Date
- 1874-10-13
- Page
- Seite 704 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Galten-' die Imn Kämpft für'tz Vaterlaüd siarben, beweinen/Und! »icht.-mur-.in-AngÄM/?ÄbeM/'Mö'':sie.-Äur''-mmschlich'--behandelt' wmden, hüben/die Juden sich als brave" Söhne des Vaterlandes! erwiesen. : Den Judenwerde vorgeworfen, daß sie' noch immer eine Sonderstellung bewahren. - Wo zeigt-sich diese Sonderstellung? / Etwa /an: den' öffentlichen.'Vergnügungsorten-: / oder in! den öffentlichen: Bildungsanstatten? Mansagt, - sie. bewahrten .eine Sonderstellung-- weil ein: großerTheilder Juden die Herr, schende Sprache. - des ' Landes; sich noch nicht' aneignete. Dabei möge man : jedoch bedenken , daß > eine solche- Umwandlung nur durch eine allmälige Entwickelung, durch die Macht der Zeit bewirkt ' werdenkann. Die Juden kennen keine Sonderstellung/ sie schließen sich nicht-ab; sie bekunden blos ein Festhalten an der religiösen Idee. -Die Myrthe sei das Sinnbild der Beständigkeit. Treue und Anhänglichkeit an das Vaterland sollen den Juden stets eigen sein. Israel achte auf die Zeichen der Zeit, Israel möge brüderlich zusammenhatten und auch ferner für das Wohl des Vaterlandes, wirken: dann werde es den Anfechtungen seiner Widersacher trotzen können. — i Wie wir vernehmenwird diese bedeutsame Rede auf vielseitiges Verlangen ihrem Wortlaute nach im .Drück erscheinen. Sie ist die Antwort auf die drei ersten Artikel Csernätonh's „über unsere Juden".; - / Der Heute im „Ellenör" : erschienene .vierte Artikel dieser Serie macht-sich nicht-mit den' Juden im-Allgemeinensondern nur mit einer Berufsclaffe, -mit den Journalisten mosaischen -Glaubensbekenntnisses zu schaffen. Auf diesen Artikel Mögen und werden diejenigen Redactio- Nen, denen Herr Csernätöny -den Fehdehandschuh hingeworfen hat, antworten — wenn sie es der Mühe werth halten^" — -// -Auch-'der „Pester Lloyd" vom 26. September erklärt sich entschieden 'gegen - den „Ellenör", und wir entnehmen ihm einige Sätze. Nachdem er sich über das völlig unmotivirte Attr griffsverfahrey uNd die unwahre Behauptungdie Juden beten nicht in ihren Gotteshäusern für das Vaterland, ausgesprochen, sagt er: - :; - „Wir sind der Ansicht, daß, seit der sogenannten „Emancipation", es eine Judenschaft in anderem alsconfessionellem Sinne .nicht gebe und nicht geben dürfe; es giebt seitdem nur ungarische Staatsbürger jüdischer Confession, und man -wird allenfalls zwischen -ihnen undvenchristlichen Bürgern "des Landes einen Unterschied machen können, wenn -es sich um religiöse Fragen handelt; dort aber/ wo solche -nicht -in Rede -stehen, - wo-- es' sich um die Liebe zum Vaterlande, um die Begeisterung für' dessen Freiheit,'um das treue Festhalten - an der Verfassung,, um die Anhänglichkeit-' an die ungarische Nationalität handelt, da--kann zwischengüten-oder schlechten Patrioten,-zwischen freiheitlichen oder reactionären Elementen, zwischen Freunden oder Feinden der - ungarischen^ Verfaffung- und der ungarischen Nationalität, unterschieden werdem .^- - allein - einen Unterschied! fzwischen -Juden und: Christen - kann und darf eS^bezüglich diesier Fragen nicht geben. . Es kann ja 'sein/: daß'^sich unter unseren! üsrael. Mitbürgernaber ganz gewiß nicht m ur..unter diesen --- Einzelne befinden,/deren patriotische Gesinnung/'deren Gefühl für die Interessen Ungarns und der ungar. - Nationalität Manches zu wünschen übrig , lassen; das kaum und muß Mümbeklagenman darf und soll eine Besserung wünschen, aber /Niemand darf sich 7 unterfangen, den Vorwurf, , der . möglicherweise einem oder dem anderen Individuum - gegenüber gerechtfertigt sein kann, - ans eineConfession auszudehnen, deren Mitglieder, so wie dies ja - der : Begriff der Confession mit sich bringt/ lediglich den Glauben miteinander gemeinsam haben/ während in .allen anderen Dingen Jeder seiner: Ueberzeugung folgt und für das-. /was er thut und. nicht thut, auch allein verantwortlich/ ist. Selbst, bei aller Voreingenommenheit gegen die Juden, von welcher wir den Ellenör" trotz seiner gegentheiligen Versicherungen nicht freisprechen können,, wird er doch wohl nicht behaupten wollen, daß, selbst wenn, alle seine Vorwürfe berechtigt waren,«das. was: in diesen Vorwürfen enthalten ist, auch nur entfernt hinanreiche an die Agitationen: der Siebenbürger Sachsen gegen die ungarische Nation, und den ungarischen' Staat, oder an das' Treiben der pänslavistischen Agitatoren im Norden Ungarns. Allein'' ist es deshalb noch irgend Jemandem in den Sinn gekommen, die Protestanten im Allgemeinen hierfür verantwortlich/machen zu wollen? Man tadelt Individuen, man tadelt: Gemeinden und politische Körperschaften/welche /ihre Pflicht gegen -das Vaterland in so gröblicher- Weife verletzen// aber kein, vernünftiger Mensch w.ird daran denken, in einem solchen Falle einen Artikelcyclus „über unsere Protestanten" oder „über unsere Katholiken" zu schreiben. Daß : „Ellenör" - - sich dies : den Juden ,gegenüber dennoch erlauben ju;, können glaubt, daß er bezüglich ■ ihrer einen Standpunkt einnimmt/ welchen er, sobald von einer anderen Eon-- fession die Rede wäre/ sicherlich auf das heftigste bekämpfen würde, das beweist nur noch klarer, was sich trotz aller seiner Proteste aus jeder Zeile der betreffenden Artikel ohnehin ergiebt, daß nicht die I u d en es sind, die heute noch auch außerhalb /des confessionellen Gebietes eine Sonderstellung einnehmen, sondern - daß selbst aufgeklärte Nichtjuden; diese Sonderstellung. trotz der „Emancipation" n och -, immer a ls so r 1 be st ehe n d betrachten, daß sie sich noch.immer nicht von dem Vorurtheile losmachen können, daß der Name. „Jude" noch : etwas Anderes bezeichne als den Bekennereiner bestimmten Confession, daß den Juden noch ' immer mit anderem Maße, gemessen werden dürfe als jenen Staatsbürgern Ungarns, welche sich zu einem anderen Glauben bekennendaß es für den Juden: außer/den allgemeinen staatsbürgerlichen Pflichten äuch^n-och Extrapflichten giebt, welche/ihm von feinen nichtjüdischen Mitbürgern/nachBeliehen dictirt und allenfa tl s'amch un ter/ Drohu ng en, ein gef ch Lrf t werden düvfen. 5 - i . / Nachdem: der /M L." als irrig zurückgewiesen, alsob die