Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 37 (8.9.1874)
- Date
- 1874-09-08
- Page
- Seite 624 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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daraus diese Strafe aufgehoben und die schon eingezahlten Gelder in . einen israelitischen Schulfond verwandelt wurden. Es bleiben uns also nur Deutschland, Preußen und Oesterreich zu näherer Betrachtung übrig. Literarischer Wochenbericht. -Kobylin (Posen)- im August. In Nr. 29 dieses Blattes S. 490 behauptet Herr Rabbiner D. Oppenheim, daß der Talmud sehr oft unter Thora die ganze Bibel, sämmtliche 24 Bücher, verstehe. So nennt der Talmud, fährt er fort, die Bibel die dreitheilige Thora und vergleicht damit Israel, das ebenfalls ein dreiteiliges Volk sei: Priester, Leviten und Laien. ■wbn -Nrpbn -}8ii8 iab 8373n*v“p“i3 (Sabbath 88 a) ■’&trpbn Allein im Buche „Malmad ha - Talmidim", Lyck, 1866, Fol. 122 b werden die Worte ■wrv'bn ■pi-1N (nicht /jsvn«) auf den dreifachen Inhalt der Gesetze im Pentateuch bezogen, und zwar nach Maimuni's Einteilung in More Nebuchim III, 27, der die Thora zerlegte in Ideen und Wahrheiten, welche im Reiche des Geistes sich bewegen und.die Erkenntniß vor Irrthümern schützen, in Sittenlehren, welche die menschlichen Triebe zügeln, damit nicht die Selbstsucht und die Gewaltthätigkeit einen ununterbrochenen Zerstörungskampf führen sollen, und in Gesetze, welche die Möglichkeit und das Gedeihen eines staatlichen Gemeinwesens fördern. Und da das Buch „Malmad Ha-Talmidim" sehr selten ist, so erlauben wir uns die vollständige Erklärung herzustellen: 211 rnD:-»DS,:D^b,n wbw r>b^*n ninri -nsn-: '372b pbnn Die* ^372 1:11311 113*7 -»sbi 1*11721 pbnn . i72?3 bb33 an fiasn t*bi 1722 i*iini *,pbrt ■ nia-xi n272i3 18372 msiai' *1872 ^urbtön ba bbD3i ba7272ii mbaNrai mala inpibn ibi ”11118 bb33 iLiii ii8ni *in8 rnuib 8b72 i72ip3 bb2372 na 8iii 771*72 bya spa piai o*>bia.73i 8in72 /jmsm pbnn *121721 21^1721 7722) 77133722 1W>3'721 1?2 13111 .777b 171 b22 771725 b 8b721 1777721 kl^LI pb*>Oni 3blbl 12121 ib8 ,b2 118 21*1221 D’im 182)1 Diopb 8b72i 18372 ^:s7a *'i2*>bi2l pbn>3 riibb23 113 8331*21 m.33?2i .1727233 mbb32 INI 717281 I72nb Rabbiner vr. A. Nager. ^LDzikiivLqbnjOtx&iic&ieAAi. Deutschland. Berlin, 30. August. (Privatmitth.) Da die ultramontane Presse fortfährt, Liberalismus und Judenthum zu identificiren und, indem sie den ersteren auf's heftigste bekämpft, zugleich einen Haß ohne Schranken und Grenzen gegen die Bekenner-des letzteren zu äußern und zu verbreiten: so ist es unsere Pflicht, auch unsererseits für die liberalen Anschauungen gegen jene alles Maaß, allen Ansland und alle Gerechtigkeit überschreitende Presse uns nachdrücklich-zu wenden. Es kann nicht behauptet werden, daß die ultramontane Presse erst nach dem Ausbruch des jetztigen Kampfes zwischen dem Staat und der römisch-katholischen Hierarchie dieses feindselige Spiel gegen die Juden begonnen habe. Sie hat mit diesem, seit vielen Jahren, ohne irgend provocirt zu sein, begonnen; wir erinnern nur an die „Wiener Kirchenzeitung" von Sebastian Brunner. Seitdem folgen sich die heftigsten Angriffe, Schmähungen und Beschuldigungen gegen uns in Zeitschriften, Broschüren und ganzen Büchern unaufhörlich, größtenteils ohne irgend'eine Erwiderung. Ein neuestes Beispiel bot die Broschüre von Constantin Frantz, die Sie mit Fug so scharf gegeißelt haben. Sehen wir nun näher zu, so sind es gerade die liberalen Einrichtungen des modernen Staates, durch welche der Ultramontanismus seine Macht und seinen Einfluß aufrecht zu erhalten strebt. Er, per' diese. Einrichtungen und die Grundsätze, durch welche sie geschaffen worden, so sehr zu verabscheuen vorgiebt und in allen Kundgebungen verdammt, steht nicht an, sie zu seinem Vortheil auszubeuten. Zuerst die Preßfreiheit. Was würde wohl die heutige ultramontane Presse, die eine so große Verbreitung im katholischen Volke gewonnen hat, unter der früheren Censur, ja nur unter strengen Repressivgesetzen anfangen? Wie würde alle ihre Heftigkeit und Maaßlostgkeit beschränkt, wie ihre ganze Wirksamkeit unmöglich sein? Und doch verdammt der Shllabus die Preßfreiheit als ein Werk des Satans. Alsdann das Vereins- und Versammlungsrecht. Wie ist dieses von den Ultramontanen zur wühlerischesten Agitation, zu heftigsten Angriffen auf alle Andersgläubigen und den Staat gemißbraucht worden! Und doch gehört auch dieses Volksrecht zu den verurtheilten. Ferner 'das freie Wahlrecht. Während im deutschen Reiche die Wahlen völlig frei geschehen, .und die jetztigen Regierungen sich jeder Einwirkung bei den Wahlen enthalten, benutzen die Ultramontanen alle Mittel, um in den Reichstag und die Landtage eine möglichst starke politische Partei zu senden. Endlich der Constitutionalismus selbst. Ein absoluter Herrscher wird mit feinen Widersachern schnell fertig. Der bigotte Ludwig XtV. selbst hefestigte die gallicanischen Freiheiten; Joseph U. ordnete die Kirche den Staatsgesetzen entschieden unter; Napoleon I. vernichtete die weltliche Herrschaft des Papstes und dictirte das Concordat.Viel weitläufiger und schwieriger ist dem constitutionelley