Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-08-25 · Heft 35 (25.8.1874) · p. Seite 590

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 35 (25.8.1874)
Date
1874-08-25
Page
Seite 590 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3226960-3226996--32862-3255851
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

59£. nehmen der provisorischen Gotteshäuser weniger geschäftsmäßig verfahren und den Preis der Eintrittskarten nicht so hoch hinaufschrauben, daß mit den Billets ein förmlicher Handel, wie bei den Theatern, getrieben wird. Sohrau, 9. Juli. (Privatm.) Die hiesige Gemeinde hat den. Herrn Dr. Immanuel Deutsch zum Nachfolger seines verewigten Vaters, des vielbetrauerten Herrn David Deutsch, als Rabbiner der. Gemeinde erwählt. Caffel, 10. Angust. (Privatm.) sJ ah res Versammlung der jüdischen Lehrer Hessens zu Bebra.s In dem am Kreuzuygspunkt zweier Eisenbahnen günstig gelegenen Bebra fand am 12. Juli c. die jährliche Conferenz der jüd. Lehrer Hessens unter Leitung des Seminarlehrers vr. Stein aus Cassel statt. Nachdem der Vorsitzende die Anwesenden, etwa dreißig an der Zahl, begrüßt und die Namen derjenigen, die ihre Abwesenheit entschuldigt, verlesen hatte, gedachte derselbe der feit der vorigen Jahresversammlung verstorbenen Lehrer Lewifohn- Langenselbolv, Fle sch Hacker-Niederaula und Plaut-Neustadt. Er. hob namentlich die Verdienste Lewisohns hervor, wie derselbe als tüchtiger Lehrer von anerkannter, Wirksamkeit dagestanden; wie es nicht leicht eine Frage von erziehlicher oder unterrichtlicher Bedeutung gegeben, die nicht von ihm in Versammlungen und Conferenzen mitberathen worden sei; und wie sich die allgemeine Theilnahme. an dem herben Geschick seiner Familie in so erhebender Weise kundgegeben. Aber auch die beiden andern Verblichenen seien Freunde der öffentlichen Sache und Förderer der gemeinschaftlichen Bestrebungen gewesen. Die Versammlung ehrte ihr Andenken > durch Erheben von den^. Sitzen. Der Bdrsitzende gab sodann einen Ueberblick über die Lage der jüd.. Lehrer in Hessey. Die Zahl der Schulstellen im Regierungsbezirk Cassel beläuft, sich auf hundertundneunzehn , von. welcher nahezu hundert besetzt sind. Viele Gemeinden haben zwur durch den Wegzug.begüterter Familien, stark gelitten; auch, ist das religiöse Interesse, das ebenfalls vom , Lehrer gepflegf, wird, an vielen Orten erkaltet: dennoch ist bis.jetzt die Stellung der Lehrer intact geblieben, da der Wohlstand der Gemeinden überhaupt zugenommen, hat und das Bildungsbedürfniß in der neuern Zeit gewachsen ist,. sc> daß dem Lehrer, an Achtung und Einkommen auf der einen Seite ersetzt wird, was .ihm auf.,der andern verloren gegangen. »Angesichts der Wanderungen, die wohl , ein Ende nehmen werden, wenn die Sicherheit des Grund-, besttzes. und die Ehrenhaftigkeit. des Ackerbaues. den beständigen Handelskrisen . gegenüber mehr erkannt werden wird, sowie in Anbetracht der bevorstehenden, gesetzlichen Umgestaltung der Gemeindeverhältnisse wurde die Lage schließlich, als Übergangsperiode bezeichnet, die jedem Berufenen.die Pflicht auferlege, zur. .gedeihlichen Entwickelung der Zukunft das Seinige beizutragen,. Hierauf referirte der Vorsitzende über die . Schritte, die von, ihm seit der vorjährigen.Versammlung zum Zwecke,, der Gleichstellung der israelitischen: Lehrer Hessens mit den .christlichen. Volksschullehrern der Provinz gethan worden, sind. Cr verlas, nachstehende Verfügung des Cultusministers, die auf eine, an, denselben gerichtete Petition ergangen und bereits in der „Hessischen Schulzeitung veröffentlicht worden ist. „Berlin, den 29. November 1873. Auf die Eingabe vom 21. d. M. gereicht Ihnen zur Erwiderung, daß jedem Einzelnen der an öffentlichen Elementarschulen angestellten Lehrer überlassen bleiben muß, die Aufbesserung seines Einkommens bei der Königlichen Regierung in Caffel erforderlichenfalls zu beantragen. Weder der allgemein gehaltene Inhalt der Eingabe, noch der am Schluffe derselben gestellte Antrag ist geeignet, generelle Maßnahmen, wie die verlangte, in der Sache anzuordnen. Der Königlichen Regierung in Cassel bleibt Vorbehalten, in jedem einzelnen gur Sprache gebrachten, Falle das Geeignete zu thun und nach der ihr darüber zugegangenen Anweisung insbesondere zu bescheiden, ob und in welchem Maße, jüdischen Lehrern beziehungsweise jüdischen Schulgemeinden Beihülfen aus . den. zur Aufbesserung der Lehrergehälter dorthin, überwiesenen Fonds zu gewähren sind. Der Minister der geistlichen, Unterrrichts- und Medicinal-Angelegenheiten. (gez.) Falk." Der Vorsitzende constatirt sodann mit dankbarer Anerken-- nung, daß bald nach der Verfügung des Ministers eine Alterszulage von 20 bis 60 Thaler für das Jahr 1873, analog den. hierüber bestehenden allgemeinen Bestimmungen, den jüd. Lehrern des Regierungsbezirks Caffel seitens der Königlichen Negierung gewährt worden; .daß auch für dieses Jahr die Auszahlung schon eingeleitet (Ist-inzwischen erfolgt. Ref.) und daß. zu hoffen sei, daß diese persönliche Zulage den Lehrern, verbleiben werde. Weiler berichtet derselbe über die Verhandlungen über diesen Gegenstand in der Petitionscommission und im Hause der Abgeordneten kurz vor dem Schluffe der vorjährigen,,Session. In der eingeleiteten Debatte beschloß, die Conferenz, in.-dieser Sache vorläufig beim Landtage, nicht wieder vorstellig zu werden, da das in Aussicht, .stehende Schulgesetz einen Grundsatz über diesen Punktaussprechen müsse, und, sich, nur an die Königliche Regierung in. Caffel um. Durchführung der Minimalgehalte zu wenden. Zur Erledigung dieser Angelegenheit wurden Cornelius-Rotenburg,, Wertheim-Volkmarsen und Levi-Hofgeismar seitens der Versammlung . gewählt.. Es folgten nun die Anträge Einzelner. Zunächst wurde die Conferenz vom Vorsitzenden aufgefordert, auch ihrerseits beim Wiederzusam men tritt des. Landtages gegen ein Gesetz im Sinne der bekanten Lasker'schen Re-? solution zu petitioniren. Eine vorgelegte . Eingabe. an das Abgeordnetenhaus fand Zustimmung. Bemerkenswerth möchte das Petitum sein, das.für den Fall .des Zusta.pdekomv^eyS,des, Gesetzes .außer vollständiger. Garantie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.