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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-08-18 · Heft 34 (18.8.1874) · p. Seite 570

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 34 (18.8.1874)
Date
1874-08-18
Page
Seite 570 (sequence 4)
Language
German
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gesetz den bestehenden Begräbnißplätzen den confessionellen Charakter nimmt und sie zum Eigenthum der Ortsgemeinden macht, die Inden kein Recht haben, gesonderte Begräbnißplätze anders als auf eigene Kosten anzulegen oder zu erhallen. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 31. Juli. Von der vorzüglich ausgestatteten Prachtbibel für Israeliten, die in der Hallberger'schen Verlagsbuchhandlung in Stuttgart erscheint, und die Philippsvn'sche Uebertragung und die köstlichen Illustrationen von Gustav Dor6 enthält, ist bereits die elfte Lieferung erschienen, und wird der Verleger sein Versprechen, das ganze Werk bis zu Ostern 1875 zu liefern, einhallen. — Des Landes Stütze. Festpredigt zur Feier der fünfundzwanzigjährigen Negierung des Königs Wilhelm III. der Niederlande am 12. Mai 1874 (25. Jjar 5634) in der Hauptsynagoge zu Mastricht, gehalten von l)r. L. Landsberg, Oberrabbiner im Synagogal - Ressort von Limburg. Mastricht 1874. Eine maßvolle, gediegene Predigt über Sprüche 29, 4.: „Ein König erhält durch Gerechtigkeit das Land", welche in klarer und sinnvoller Sprache das Wesen der Gerechtigkeit erklärt und nachweist, wie diese Tugend in den Niederlanden geübt wird. — d'ticiö pn?:. Hebräische Sprachlehre mit praktischen Aufgaben zum Gebrauche beim Unterrichte in der hebr. Sprache. Von I. M. Ja pH er, Lehrer an der Unterrichtsanftalt der Israel. Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. Erste Abtheilung. Dritte verbesserte Auflage. Frankfurt am Main. I. Kauffmann. 1874. Die praktische Brauchbarkeit dieses Büchleins hat sich durch die Nothwendigkeit der dritten Auflage innerhalb dreizehn Jahre hinlänglich erwiesen. Der Schüler, der dieses Buch mit Fleiß durchgearbeitet hat, ist zwar' noch kein Grammatiker, wird sich aber leicht in den gangbaren Formen der hebr. Sprache zurechtfinden und das Studium der letzteren und ihrer Literatur mit Erfolg fortsetzen können. Dennoch glauben wir, daß das Buch an Brauchbarkeit gewonnen hätte, wenn es jeder Aufgabe, soweit es nothwendig, mit kurzen, prägnanten Worten die Regel vorangestellt hatte, für welche die Aufgabe bestimmt. Es wäre dies für Lehrer und Schüler ein großer Vorthecl gewesen. In der Behandlung des grammatischen Stoffes zog der Verfasser die praktische der wissenschaftlichen vor, und hat darin des Zweckes wegen Recht gethan. So z. B. stellt er nicht die dritte Person beim Zeitwort voran, sondern beobacktet die in den Grammatiken anderer Sprachen gewöhnliche Folge der Personen. — Grundlage zu einem wissenschaftlichen Unterrichte in der mosaischen Religion. Von l)r. Jos. Aub, Rabbiner der jüv. Gemeinde in Berlin. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Leipzig, Baumgärtners Buchhandlung 1874. Die vorliegende Schrift, die wir bereits bei ihrem ersten Erscheinen (1865 Nr. 29) günstig zu beurtheilen im Stande waren,, ist ein Fortschritt gegen die bisher üblichen Katechismen, welche zu allgemein und ohne jeden weiteren Anhalt als citivtc Schriftstellen die religiösen Lehren aufftellten. Herr llr. Aub suchte vielmehr überall, wo es ihm nothwendig erschien, auch auf die außerbiblische Vergangenheit der Lehren hinzuweisen und deren Veränderungen und Entwickelung im späteren Iudenthume anzudeuten. Die Grenzen, die er seiner Schrift gesetzt, ließen ihn dies freilich nicht systematisch und mit einen! gewissen Grade von Vollständigkeit durchführen, wie dies auf 156 Seiten auch nicht möglich war. Allein es wird doch dem Lehrer mannigfacher Stoff geboten, und vor Allem die oberflächliche Methode, sich mit Allgemeinsätzen zu begnügen, durchbrochen, und die geschichtliche Unterlage zu Ehren gebracht. Hierauf legen wir ein großes Gewicht, da erst auf diese Weise zwischen der Ungründlichkeit des modernen Religionsunterrichtes und der Buchstabenweisheit der Orthodoxie das richtige Gebiet eröffnet und geebnet wird. Wrr geben zu, daß das vorliegende Werkchen den! anzustrebenden Ziele noch lange nicht nahegekommen; aber es hat das Verdienst, Lehrer und Schüler dahin zu führen/ und da es dies zu so handlichem Gebrauche und für das erste Bedürfniß thut, so ist es dringend zu empfehlen. Wir enthalten uns daher auch einzelner Bemerkungen und wiederholen nur unsere frühere, daß, obwohl diese zweite Auflage auch die Behandlung der Pflichtenlehre erweitert hat, diese dennoch unserer Meinung nach zu kurz behandelt worden, und hätte der Verfasser namentlich die social-politischen Momente nicht außer Acht lassen sollen, welche im Mosaismus wie im Talmudismus einen so großen Raum einnehmen und der modernen Gesellschaft so sehr entsprechen. Die Aufstellung der desfallsigen Principien darf im Unterrichte „in der mosaischen Religion", und besonders in einem „wissenschaftlichen ■ Unterrichte" nicht fehlen. Hierin hätte sich Herr vr. Aub von dem hergebrachten Usus losreißen sollen. Diese unsere Ausstellungen verbürgen dem Leser umsomehr, unsere Unparteilichkeit, wenn wir die vorliegende Schrift als eine sehr nützliche und treffliche Arbeit bezeichnen. — Zur neuen Geschichte der Juden in. Ungarn. Beitrag zur allgemeinen Rechts-, Religions- und Cultusgeschichte. Von Leopold Löw. Zweite Ausgabe. Budapest, Aigner, 1874. An dieser zweiten Ausgabe der im Jahre 1876 erschienenen Schrift sind nur Titelblatt und Umschlag neu. Dies beschränkt jedoch der ausführlichen Monographie ihren Werth nicht. An sich ist sie eine Streitschrift gegen den bekannten ungarischen Congreß, indem sie, von diesem ausgehend, die bereits 1792 begonnenen Versuche, eine Organisation der Juden' in Ungarn in ihrer Continuitäl bis- 1870 verfolgt, sie mit gründlicher Genauigkeit darstellt und kritisirt. Es versteht sich, daß hierbei auf die jeweiligen Zustände der Juden in Ungarn und auf die bei ihnen und den ungarischen Gesetzgebern vorhandenen Motive ein belehrender Blick geworfen wird. Nicht weniger konnte es ausbleiben, daß auch auf die traurige Emancipationsgeschichte der Juden in

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