Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 29 (14.7.1874)
- Date
- 1874-07-14
- Page
- Seite 490 (sequence 6)
- Language
- German
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ohne ' jedoch , dabei -die Samaritaner; ausdrücklich zu-nennen:; .'Der Talmud versteht sehroft unter Thora die ganze Bibel, sämmtliche 24 Bücher, und es scheint dieser Begriff auch ' im Munde des Volkes: gelebt zu - haben. So nennt - der Talmud bte- Bibel: die dreitheilige Tho r a. und' vergleicht damit Israel, das ebenfalls ein dreitheiliges Volk, sei: Priester- Leviten und Laien. «m-2 ‘•Mmbn a?b ^n^bn ■j&r-n« 12b am rravn-i Tp-ia -'rrri-'bn (Sabbath 88. a); Im Midrasch Tanchuma, 5- B: M., Äbsch. Reeh in.- iniiio wird: diesem Gegenstände, der zu heftigen Disputationen Anlaß gegeben haben mag, eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet, ''m qarrb bN-ns^ ,win N2'7-rn ■broT* msbap *05?W)rr-^72iN-i-rnNTZ5: -mn«1 mrviü-' P'««- ö-'ainan Dwaami). bdr-iw'''- anb: -->72« fn b-ipa-. i2^72W «bi basau}. ,ar;a - a^ai-m dd*w -min .-vpr •;a-'fcra:rr nna? miansV ",rv2 -!wrr rnvina robb tan -n-irri.-mainai o^aarrö Die Israeliten sagten zu Affaf: Wie - kannst' Du sagen: Vernimm > mein Volk meine L e h re! -Giebt es denn außer der auf dem Berge - Sinai .geoffenbarten Lehre.noch eine andere Lehre? Darauf antwortete Assaf: Weil die ruchlosen Ketzer behaupten, daß die Propheten und Hagiographen nicht zur Thora. gehören und an dieselben nicht glauben, darum nenne ich die Psalmen meine Lehre,'weil sie zur Lehre .Gottes gezählt werden. Ebenso sagte Daniel 9, 10: Wir' haben nicht.gehört- .apf. die: Stimme Gottes zu wandeln in den Le h r.e n, die er uns durch seine Diener, die ' Propheten vorgelegt Hai. Daniel zählte also auch die Propheten zu der'Lehre Gottes. - Wahrscheinlich haben die ersten Karäer, von derien uns so wenig bekannt ist, sich ebenfalls anfänglich -dieser samaritanifchen Ansicht zugeneigt und gegen diese Sectider brr^Ä^ ist die Polemik des Tanchuma gerichtet.: - Später: stimmten die ■ Karäer in diesem Punkte mit dem Judenvollkommen überein und die angebliche Differenz, die Herr.Dr. Grätz- Geschichte V, 511 und 556 an führt, ist eine reine Erfindung: Jehnda Hadaffi:(Eschkol Nr. 173) bringt gerade dieselben Beweise dafür heran, die im Midrasch, z. P. Jalkut Sprüche 22, 21, unzähligemal angeführt .werden. Doch hierüber hoffen;< wir an einem andern Orte ausführlicher sein zu können. , - So werden im Talmud öfters die Ansichten der Samaritaner bekämpft, .obschon, das Wort a-ma nicht immer ausdrücklich hervorgehoben., wird.. Auch von den Geonim werden die Samaritaner erwähnt, wie wir dies -in Frarikel's. Monatsschrift 1860, ,120: „Secten der Samaritaners.. aus Halachoth Gedoloth, Nachlvth,. nachgewiesen. haben. ' Daß hier .noch eine bedeutende Nachlese, zu halten, wäre, läßt , sich leicht Nachweisen. Nur muß man hier kritisch und mit großer. Vorsicht zu Werke gehen,, um nicht .in vage Hypothesen zu verfallen. «'. Herr Nutt> hat'durch seine Benützung der neueren - Werke jüdischer .Gelehrten auch die talmudischen Berichte über die Samaritaner in den Bereich.seiner Unlcrsuchung gezogen, -wodurch v-feine Skizze-^an - Vollständigkeit und.Gründlichkeit viel gewonnen hyt. Die -Umschreibung des Targum mit heb^ S^rift.jst-gew^ß zu; hilligenda dadurch der Gebrauch desselben'durch das leichtere Lesen Hl allgemeiner ge- . macht wurde. - Herr - Nuttder auch die -grammatischen' Arbeiten des Chajug ' herausgegeben, hat - sich durch ' die Veröffentlichung des , famarit. Targum den Dank der Männer der ' Wissenschaft im hohen Grade erworben. - Druck -und Ausstattung ist' splendid. Rabbiner D. Oppenheim'.' : B o n n,- im Juli. 6ban8on8 IiÄwaleb-xrovenhaloZ Ü68 luiks 6omwäm8 r6um68 et? 1ran86l'.lt68 p8i" L: sabotier klime8 A; Caftelan- Lihraire 1874. In unserer Zeit erhält oft etwas ganz Unbedeutendes einen gewissen wissenschaftlichen Werth. Nachdem die Sprachwissenschaft' sich nicht mehr blos Äuf das Studium her Sprachen in ihrer klassischen Phase beschränkt, sondern die ganze Geschichteder Entwickelung einer Sprache nach ' ihrer chronologischen und dialectischen Seite in den Kreis'- ihrer 'Forschung zieht, muß auch das kleinste Ueberbleibfel einesIdioms berücksichtigt werden. Zu den provenzalifchen Poesien haben auch die Juden des französischen Südens '-einige Beiträgt in"ihren " religiösen-'Ceremonien geliefert. Daß dieselben' nicht -von großem Belang sein -konnten, lag in der- Natur der- Sache, da'die-hebr. und aramäische Sprache bei jeder-religiösen Handlung die vorherrschende war. ' Der- Verfasser der - vorliegenden kleinen' Schrift Hab diese - geringen- Bruchstücke, 'welche den sogenannten' Arba kehilloth angehörtengesammeltund mitgetheilt. Zunächst ist es die Chad-gadja - welche in provenzalischer Uebersetzung' gesungen ward und von Mund zu Mund sichfortpflanzte. Doch wird sie erst in den Mänuscriptendes - 16ten Jahrhunderts gefunden. Schon' beim Beginn der betr. Ceremonie wÄrde däs M?anb erna auch, in provenzalischer, Sprache recitirt, wie es Herr Sabatier S. 6 mittheilt, zum Schluß die irr. Das zweite Document bilden Lis. obros.' So nennen die provenzalifchen Juden die Piutim, welche sie in Wechselzeilen in der heiligen und in der vulgairen Sprache recitiren. Solche Lis. obros wurden von den Verwandten und Freunden amAbend vor der Beschneidung in der Wochenstube abgesungen. In den Manuscripten sind die provenzalifchen Verse: ebenfalls mit hebräischen- Lettern geschrieben'; dev Verfasser'aber theilt sie . in -lateinischen Lettern mit:' '' Der erste Pintenthält die Geschichte -'der Beschneidung Abrahams und der Erscheinung der drei Engel. Er besteht aus sieben Versen zu sechs Zeilen. Der zweite Pint, ein Lobg'esang Gottes, besteht aus -sechs Versen zu sieben Zeilen/ - von denen drei Zeilen " in jedem Verse: provenzalisch sind.'' Außerdem besteht ein Pint für Purim aus fünfzehn Versen zu neun Zeilen-"von welchen die zweiten/'viertensechsten und siebenten provenzalisch- - die' ersten, dritten--fünftenachten undneunten Zeilen hebräisch ksind'.^Enblich giebt es elf-Piutim, welche? zwar in-hebräischer Sprache recitirt wurden/"die aber in der Ueberschrift die- Melodien',' nach denen sie, gesungen wurden/ in provenzalischer Sprache' 'angeben:' - Der Verfasser^ »hat diese wenigen Spuren der provenzalischeck"Sprache