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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-07-07 · Heft 28 (7.7.1874) · p. Seite 477

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 28 (7.7.1874)
Date
1874-07-07
Page
Seite 477 (sequence 11)
Language
German
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schätz ihr Brod au erwerben; die,- Knaben werden nach ihren Fähigkeiten später in der Arbeitsschule oder inSpecial-Unterrichts-) anstalten untergebracht, dieMädchen bleiben im Hause bis zu. ihrem zwanzigsten Lebensjahre und werden in , allen Zweigen der: Haushaltung, in Wirthschast, Küche, Wäsche n, s. w. geübt, um vortheilhast in Familien placirt werden zu können. Wie wir bereits gemeldet, ist die Fusion des deutschen und des. portugiesischen Ritus, an welcher das Consistorium so lange gearbeitet, gescheitert. Woran dies geschah, melden uns im- Einzelnen die Arch. isr. nicht. Die Portugiesen sahen ihren Ritus für zu sehr geändert -an und wollen ihre überkommenen Gebrauchenicht opfern. Daraus entsteht für sie eine große Verlegenheit. Ihrer, ist. eine kleine Zahl, und die wenigen Reichen unter ihnen wohlen keine größeren Opfer bringen., Ihr Betsaal in der Straße i Lamartine ist verfallen und bedürfte 40,000 Frcs^ zur Reparatur,- was sie nicht rnwenden wollen, weil das Grundstück ihnen nicht gehört, und sie nur umsomehr den Launen und Steigerungendes Eigenthümers ausgesetzt sein würden. Zur Herstellung eines eigenen Tempels wären 200,000 Frcs. erforderlich, und diese haben sie nicht; sie fordern daher Hülfe vom Consistorium. Paris,. - 21. Juni. .(Privatm.) - In dem soeben erschienenen Monatshefte der ^Hisnee isrsölite universelle Nr. 6 wird endlich, der Bericht über die am 21. und 22. zu Berlin abgehaltene Conferenz überdie russischen Israeliten und die Mittel, -.ihren Zuständen abzuhelfen-; gegebem Der Bericht widerspricht in keinem - Punkte den Erwartungen, die bei der Ankündigung dieser Conferenz in diesem Blatte ausgesprochen worden, und geben . wir ihn in wortgetreuer Übersetzung: „Die Conferenz ist ein-- müthig gewesen in der- Anerkennung,. daß? von außenkommende rein wohtthäüge Unterstützungen durchaus ungenügend sind, daß das Heil von innen kommen muffe, von den-Israelitenselbst, und, vorzugsweise von ' den Schulen und den - Fortschritten des Unterrichts. Die Versammlung beschloß daher,-- ein Circularschreiben zu diesem Zwecke an -die.Israeliten Rußlands zu richten,? sie zu - verpflichten, mit-den Studien der h. Schriften, in -größereml Umfange, als es bis-;jetztgeschehen, das der.-Sprache. und der- J e « i l Vir Äjmnm. Ein' Pendant zu der in' diesem Blatte jüngst veröffentlichten Novelle: ' „Jntriguett vor siebzig Jahren". ' " '.. 1 Von' vr. F. Cohn 'in Oels. Intriguen vor siebzig Jahren? Jntriguen in der manchmal noch jetzt gepriesenen „guten, alten Zeit?" — in jenen Tagen, als „alle Welt noch, fromm" war und „gut. lernte" und „von keinen, Neuerungen wußte" und wissen wollte? .— — Und..noch dazu .Intriguen, durch.»welche: manch! cheureS Geschichte ihres Vaterlandes und der wissenschaftlichen Kenntnisse zu verbinden, welche in der modernen Gesellschaft unentbehrlich geworden.? -Es soll sie gleicher Weise verpflichten, Gewerbsschulen zu gründen, um. gute Handwerker und Künstler zu bilden. Da' die Letzteren das Recht haben, sich im Innern Rußlands uiederzulassen, so werden sie nach und mach uns demselben Wege, und - durch dieselben Mittel; Andere ihrer Glaubensgenossen -dahin ziehen. Die Conferenz sprach übrigens die Ueberzeugung aus, daß die Anstrengungen der russischen Israeliten, ihre materielle und geistige -Lage zu verbessern, durch die lebhafteste Sympathie der kaiserlichen Staatsregierung unterstützt würden, und daß Seine Kaiserliche Majestät, so gut und so wohlwollend für alle -ihre Unterthanen ohne Unterschied des Glaubens, so belebt durch die großmüthigsteu Gefühle, die Anstrengungen unserer Glaubensgenossen fördern werde. Sie werden auch die größten Dienste dem Vaterlande, sei es in der Armee, sei es im Handel und der Industrie , leisten und mit noch größerer Wirksamkeit als ehemals zum Wohle des Staate beitragen können. Waren sie doch sstets ausgezeichnete und ergebene Unterthanen. Die neuen Beweise des Wohlwollens, die ihnen gewährt worden, werden ihre -Anhänglichkeit für ihren Kaiser und ihre Gefühle tiefer Dankbarkeit stärken." -Wir glauben, daß dieser Beschluß auch vom Centralcomitü. in Paris allein und ohne die großen Reise-: kosten hätte, gefaßt werden können. — Aus Rumänien wird ein Anschreiben -: analysirt, das die Erfolglosigkeit aller bisherigen Schritte constaürt und es vorzieht, daß man auf Erlaß eines Gemeinde-Organisationsgesetzes dringe —- eine Ansicht, die vielen Emwänden begegnet. — In Burla,-unweit Smyrna, haben sich' wieder einmal die Griechen gewaltthätig gegen die Juden benommen, die -ihnen durchaus keine Veranlassung dazu gegeben haben. Das Smyrnaer Comitä bemühw sich um nachdrückliches: -Einschreiten der-türkischen Behörde, die denn -auch ihre Pflicht that. - Die Uebelthater wurden zur - Bestrafung - nach Smyrna gebracht. Die glänzendere - Seitedes Monatsberichtes bilden die Mittheilungen über die Schulen im Oriente, die sich nach vielen Wechfelfällen an mehreren Orten zu befestigen und gute Früchte -zu tragen scheinen. feto n. Lebensgut eines GlaubmsbruderSja das Lsbensglück ganzer Familien gefährdet wurde, so daß es sich da nicht-selten um Sein oder Nichtsein eines zu-herrlichen Hoffnungen berechtigenden jungen. Mannes: handelte, wenn derselbe durch eine ,'Supplik um die Kijumiül"dem: kühnen ^Gedanken 'Ausdruck gegeben hatte,' sich - an-einer andem, als -an der Scholle feiner GebürtSstadt häuslich niederzulassen, um im Schweiße seines Angesichtes seinBrodzü' essen?-7^—O,-. ist's wohl denkbar, daß man bisweilen injener -„guten: alten Zeit", in welcher überdiesl die Erinnerung^ an Israels;frÜhere:'LeideN- und namentlich witkelaltdrliche Schran-' 28*

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