Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-07-07 · Heft 28 (7.7.1874) · p. Seite 471

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 28 (7.7.1874)
Date
1874-07-07
Page
Seite 471 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3226960-3226989--32734-3255716
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Jacob Tirado/ sowie die beiden Bändchen „An den Strömen-); für Dramen, Ehos und Lyrik von I u l i u s K o s s a r s k i (Titus), B o ^berg.e r (Bar-Eschba), L. A. Frankl l Primator und die Ahnenbilder), und Ludw ig Phili ppson (außer den Dichtungen in metrischer Form im „Saron" noch das Drama >,die Entthronten"). Hierbei ist noch zu bemerken, daß das Institut, so weit seine Mittel es erlaubten, eine Reihe von Schriften durch Baarzahlungen fubventionirte, um deren Erscheinen zu ermöglichen. Ein Weiteres hinzuzufügen,. um das Urtheil über das Institut zu bestimmen, halten wir für überflüssig. Es gehört -jetzt der Vergangenheit, und diese weist mit der Zeit jeder Erscheinung ihre richtige Stellung an: oft geschieht dies bald, oft ist es einem späteren Geschlechts Vorbehalten. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 13. Mai. Wir haben wiederholt bemerkt, wie nützlich es fei; Angriffe, deren Wirkungskreis mehr ein örtlicher oder provinzieller ist, am Orte selbst zu bekämpfen, da Organe, welche eine allgemeine, aber in die speciellen. Kreise eindringende Verbreitung genießen, weniger dazu tauglich sind. Der bekannte Alban Stolz hätte in seinem ,Kalender für Zeit und Ewigkeit^, welcher in den süddeutschen katholischen Landschaften eine überaus große Verbreitung, hat, in bekannter Weise, nämlich so grob und giftig wie möglich, seine „fromme" Galle über die Juden ausgegossen und es. an Lügen und Verleumdungen nicht fehlen lassen. Diesem trat die Broschüre entgegen.: „Handel, Schacher und Wucher der Juden im Kalender für Zeit und Ewigkeit von Alban Stolz. Ein Wort der Verwahrung und zur Abwehr von L. W o l ff, Lehrer in Kuppenheim bei Nastattt. (Karlsruhe, Macklot, 1874)." Diese mit Witz', Sachkenntniß und Sprachgewandtheit verfaßte Broschüre für 20 Kreuzer hat in kürzester Zeit bereits die dritte Auflage erlebt, was zugleich ein Zeugniß dafür giebt; daß sie den Zweck erfüllt und ihre Wirkung übt. -— Obschon der Gegenstand uns fern liegt, wollen wir . doch, nicht unterlassen, auf ein eben erschienenes sehr interessantes Schriftchen unseres verdienstvollen vr. G. Wolf in Wien aufmerksam zu machen: „Grillparzer als Archivdirector von G. W o l f. (Wien, Brüder Winter, 1874). Es erweckt immer Theilnahme, einen so bedeutenden Dichter auch als Beamten, namentlich auf einem so nüchternen Gebiete, wie das Archivwesen ist und besonders in Oesterreich war, und seine Schicksale auf der bureaukratischen Stufenleiter kennen zu lernen. Dabei fallen Streiflichter auf die früheren österreichischen Zustände; die ~ gegenwärtig sich in so erfreulicher Weise verändert haben. Die charakteristischen Schriftstücke sind überall wörtlich eingefügt. Der diesjährige „Jahresbericht über die Religionsschule der Synagogengemeinde zu Colberg" enthält vom.Rabbiner vr. S. Goldschmidt eine ausführliche Besprechung über >„die Pflege der hebräischen Sprache-im Rahmen des jüdischen Religionsunterrichtes", auf t>te wir hier besonders aufmerksam machen wollen. Die Aufgaben, die sich der Verfasser gestellt, bezeichnet er selbst in folgender Weise: „Es sind" 1) die Vortheile gewürdigt, die der hebräische. Sprachunterricht dem jüdischen Religionsunterrichte gewährt, und gleichzeitig ist nachgewiesen worden, wie für diesen jener unentbehrlich, wie jener diesen nur zu ergänzen und zu verliefen geeignet'ist; es ist ferner 2) der Weg gezeigt worden, der zu befchreiten ist, um für die Pflege des hebräischen Sprachunterrichtes innerhalb des Rahmens des jüdischen Religionsunterrichts Zeit und Raum zu gewinnen und gleichzeitig die Widersprüche zwischen den Anforderungen des 'hebräischen Sprachunterrichts und denen der modernen Bildung und Erziehung unserer Jugend aufzulösen und miteinander zu versöhnen; endlich ist 3) ausgeführt worden, daß der hebräische Sprachunterricht von dem eigentlichen jüdischen Religionsunterrichte zu trennen und in besonderen Gemeindeschulen zu ertheilen ist, wenn die Regierung , sich erschließen sollte; den jüdischen Religionsunterricht in den Lehrplan der öffentlichen Schulen einzufügen."— (Gott mit uns!) Die Zukunft des Jüdenthüms, sein Beruf in der Geschichte der Menschheit. Im Lichte der Bibel und des Talmuds in gottesdienstlichen Vorträgen behandelt am jüdischen Neujahrsfeste nb-m in der Synagoge Potsdamerstraße zu Berlin. Auf besonderen Wunsch der Gemeinde veröffentlicht und aus Dankbarkeit zum Besten des Hülfsvereins für jüd. Studirende bestimmt -von Dr. Emanu el Schreiber. Berlin, 1873. Selbstverlag." Dieser langathmige Titel bezeugt von selbst, daß es dem Verfasser noch nicht gelungen ist, sich zu einem präcisen und . zutreffenden. Ausdrucke seiner Gedanken herauszuarbeiten. Gern bemerken wir, daß er von einer glühenden Begeisterung für Religion und Sittlichkeit beseelt ist und eine ausgebreitete Kenntniß in Talmud und Midrasch nebst der einschlägigen Literatur besitzt. Dagegen muß er nach der logischen und ästhetischen Seite seine Bildung noch mehr vollenden. Sein Vortrag enthält viel Gutes; aber was er als das eigentliche Thema angiebr, wird nur in schwachen Umrissen angedeutet. — „Die Merkmale der gottberufencn Herrschermacht. Festpredigt zur Jubelfeier der fünfundzwanzigjährigen Regierung Seiner Majestät des Kaisers Franz Joseph I., gehalten am 2. December 1873 von Iw. I. Jacob Unger, Rabbiner der Israel. Cuttusgemeinde in Jglau. (Jglau, Lehmann. 1873.)" Wir gestehen, daß uns stets ein gelinder Schauer überläuft, wenn uns! eine an dem „Geburts- oder Jubelfeste eines regierenden Herrn oder auch zu dessen Betrauerung gehaltene Rede zukommt. - Die byzantinische Lobrede , die Verhimmelung der Tugenden und Verdienste des Regenten behagt uns nicht und scheint uns des Ortes unwürdig, wo zwar Liebe, Duldung und Nachsicht, immer aber doch und vor Allem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.