Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-06-30 · Heft 27 (30.6.1874) · p. Seite 455

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 27 (30.6.1874)
Date
1874-06-30
Page
Seite 455 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3226960-3226988--32717-3255698
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Zähren ist durch Len Vorsitzenden in zwangloser Weise - durch die - Mitwirkung eines'kleinen Kreises/von Freunden mit dieser zwiefachen Thätigkeit begonnen worden.- Materiell ist Manchem eine wesentliche Unterstützung zugeflossen, und der Unterricht im Deutschen, Lateinischen, Griechischen, Mathematik und Geschichte hat ebenfalls manche: vortrefflichen Resultate bei einzelnen Präparanden erzielt. Bis zum 1; April d. 9. sind 127 0 Thlr. verausgabt worden. Beigetragen haben dazu: . Herr Herman Goldschmidt . ... . 120 Thlr. jährlich.! -?' John B»! Oppenheimer in Leipzig und nach dessen? Tode die Frauen Bertha " i-nünd Fanny Oppenheimer . 100 - - i Frau--Stadtrath Mayer. . . . . . 120 - ' - Prost-Lazarus . ..... . . . . 120 - ‘ \ Herr Commercienrath Cesar Wollheim . 25 - - : - Als einmalige Gaben sind hinzugekommen von: Herrn Alexander Lachmann . . . - - . 100-Thlr. - Commercienrath Jaff6'durch Herrn Salomon 50 - - Rückoff . . .... . . . 50 - Um die Ausgaben des Jahres 1874 auch dann, wenn es der Commission nicht gelingen sollte, neue Beiträge zu erhalten, jedenfalls zu decken, hat ein Herr, der nicht genannt'will, 1000 Thlr.'zum Stipendien- und Praparandenfonds gestiftet. - Besonders hervorzuheben ist, daß' Herr llr.' Cassel vielfache Stünden" unentgeltlich gegeben hat: Als Lehrer haben neben ihm gewirkt:' Herr vr. Holtzmann undHerr- Caydidat Blafchke, 'Herr vr.Hdltzmann ursprünglich ganz allein. Wir waren sehr glücklich, einen Lehrer gefunden zu haben, der neben seiner Gelehrsamkeit, welche zu rühmen dieses Ortes' und' meines Amtes nicht ist, ausgezeichnete Tugenden besaß, die' ihn vorzugsweise geeignet machten,. diesen Dienst zu leisten. Denn nicht blos nach der güten Seite hin-ist wahrzunehmen,' daß die betreffenden jungen Leute bereits in reiferen Jahren stehen und auf einem einzelnen Gebiete reifere Kenntnisse besitzen; Kenntnissewelche ohne Methode-betrieben und erworben sind — Leute, welche nichts gelernt habenjwMsie nie „gelernt"! - Da gilt es, mit besonderer Hingebungeinzügehen/in die specielle Beschaffenheit dieser Geister, um 'sie-an den Klippen-nicht'-sowohl der Schwierigkeit-- als vielmehr der- Leichtigkeit des Präparanden-Unterrichts nicht" scheitern zu lassen- Zu unserem lebhaften Bedauern hat Herr vr. Holtzmänn diese Thätigkeit sehr einfchränken müssen, weil er einen ehrenvollen Ruf erhalten hat, dem er sich schon als Jude nicht entziehen konnte. — Für diesen Zweig unserer Thätigkeit bedürfen wir-nochsehr' vieler -materieller Mittel, um den gerstigeü-Kräften dieser jungen Leute angemessene und ausreichende Nahrung züführen zu können.' ''' ' - ‘ 1 ■:'u. ■>Ein anderes Hülfsinfiitut der Hochschule Ist die Blbliothek. Sie sehen,'daßsie - bereits einen stattlichen Eindruck macht. Eine tzeldhrte - Schule kann - nichtohne Bibliothek' - sein. - 'Wir haben viele-, Freunde gefunden,'welche für 'Beschaffungvon" Büchern thätig waren: Der gedruckte Bericht-wird alle-Namen .der freundlichen Geber enthalten^ und ich begnüge mich hier,.-nur Einzelne zu nennen. Herr E:' u.A./ Salomon hat uns manchen dieser Freunde angeworben: - Herrn G. von-Bleichröder, den Herrn Guttentag, welcher/ 100' Thlr. zu diesem Zwecke gestiftet? hat. Frau Bertha Oppenheimer in Leipzig hat desgleichen 100 Thlr. in meine Hände gelegte Herr vr. Geiger, Herr vr. Nenmann, Herr: vr. Deutsch in Wien haben werthvolle Gaben'- gestiftet. --^ Zu den Vorzügen unserer Bibliothek gehört es, daß der'eigentliche Stamm' derselben von gelehrter Hand gesammelt ist. . Es ist dies die Büchersammlung des zu Breslau verstorbenen Herrn Prof. Levy.? Wie die Hochschule zw derselben gelaugt/;ist,- ist. Ihnen bekannt. Herr - vr. Cassel hat die Bibliothek bisher unentgeltlich verwaltet. Gegenwärtig sind wir in der glücklichem Lage , in unseren Räumlichkeitenauch einem Bibliothekar Wohnung geben zu können. — Gelegentlich der Aufstellung der Bibliothek und beim Umzüge derselben - hat sich einer unserer Studirenden der Hochschule mitkindlicher, fast möchteich sagen, mit mütterlicher Hingebung derselben angenommen. , Es ist dies Herr Studiosus Löv aus Szegedin. — Die Bibliothek brauche ich Ihrem Wohlwollen nicht besonders zu empfehlen: die Lücken, die Sie sehen, sprechen, für.sich selbst. Nicht als ob ich es für nothwendig hieltedass "dieselben sofort gefüllt werden: aber es giebt eine Reihe von fortlaufend erscheinenden Werken, und das Curatorium würde sich erleichtet fühlen, wenn es nicht die Haüptcafle der Schule mit Ausgaben für die Bibliothek zu belasten brauchte. M. H.! Der gedruckte Bericht wird Ihnen strengere, formelle Rechenschaft geben. Das heute entworfene Bild gewährt Ihnen hoffentlich doch Etwas von jener Befriedigung über die junge Schöpfung; welche mich und meine Herren Collegen von Zeit zu Zeit belebt. Unsere Pflanzung ist nicht mehr abhängig von der -Thätigkeit eines Tages zum anderen : sie hat eine gewisse Selbstständigkeit erlangt. Aus meiner Schilderung werden Sie die Form des Blattes und die Art der Blüthe unseres Sprösslings erkennen: wir dürfen gute Früchte von demselben erwarten. Vergessen wir nicht, daß das, was' wir hier bei der Schöpfung-, bei der Erhaltungder Hochschule betreiben, ein reim ideales- Interesse ist. Auch das, was diese- Schule lehrt,; ist wiederum nur idealer Art: - Es giebt ’ gar keine praktischen Zwecke, - deren Erreichung wir lehren können.' Das aber hat den Eifer -unter den Juden niemals gemindert, die Energie des Wiffenstriebes und des Forschungseifers niemals abgeschwächt/— die Energie dieses Volkes, dem man vorzuwersen geneigt' istdaß es-blos-auf praktische Nützlichkeit hinsieht.- Darum wird diese Anstalt-/ wird die Wissenschaft des. Jüdenthums, Lasist unsere Zuversicht, auchin die Zukunft ' gedeihen j wenn sie; auch^ nicht mit den Facültäten der Medicin Und' Jurisprudenz undder- Naturwissenschaften in die Schränken treten kann in Bezug ' auf die Erzeugnisse für das praktische Leben.' - ,L!- ';; ' 1 * M. H. l- Es istnichtdie^Aüfgäbe 'der Wissenschaft als

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.