Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-06-30 · Heft 27 (30.6.1874) · p. Seite 453

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 27 (30.6.1874)
Date
1874-06-30
Page
Seite 453 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3226960-3226988--32715-3255696
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

m alten/Eiser. tmfc alten.FlLiß. und.-alter Hingebung. zu fördern. Unsere Wicht/wird. eS-.sein, den gewonnenenKräften noch.andere hinzuzufügen-prchlMen-beqnemeMegtz der-Wirffamleit^zuMaffenL Im;HlnbMs;daranf,,zdaß^in unseren; Lehrern mancherlei -und zum Theil-entgegengesetzteRichtungen vertretensind^ hat man von unserer -Hochschule - wohl / gesagt, die Richtung derselben sei doch eigentlich;-.nicht;-gehauen- und nicht gestochen, . Ichglaube -aber nichts -daß wir - zu hauen-und, zu.-stechen habem Wir haben Etwas viel besseres zu -thun.:-den Geist zu pflegen, das .Wiffen zu fördern - und-zu nähren,; - waszu . keiner. Zeit und an keinem Orte, ohne .Gegensätze; zu -Stande gekommen ist. Diese können hier brennender und.- dort sanfter sein: ohne dieselben erstarrt aber das- Reiche des Geistes. - Wir - - .haben -. die Zuversicht, daß der Gedanke immer wieder die Oberhand gewinnen wird , , welcher unseren berühmten talmudischen Lehrern vorgeschwebt Hat, wenn sie,-als sie auch das Leid des- Kampfes empfunden haben, ver in! Bezug, aus. Meinungen stattgefunden hat , ftchdurchdenAus- - spruch. trösteten•nab iben DO Mnen wie: des- Anderen Worte gelten, als Wortedes lebendigen., Gostes!; Sie waren sonst sehr dialeetisch erfahren,.-sie haben..jeden-Unter-; schied der/ Begriffe wohl verstanden: wenn siedennoch diese Ansicht festgehalten, geschah - es in der Ueberzengung, . daß jedes aus wahrhaftigem Streben^ aus -ehrlicher Arbeit- und reiner Hingebung geschaffene Wort ein göttliches sei, obes . der einen oder der anderen MeinungGeltung-/zu; schaffen geeignet ist .Nicht-die absolute. ^Wahrheit - erwarben wir. von . einem r Lehrvortrage-, aber die reine, mitwirkende Kraft zur Schöpfung der Wahrheit- Darum freuen wir uns der Verschiedenheitin den Geistern und selbst des Gegensatzes/- der sie antreibt, auf verschiedenen Wegen dennoch dem einen gleichen Ziele zuzustreben:- die Wissenschaft, des Juden-, thums zu erhalten und zu erhellen.. . . - In den alten jüdischen Lehrhäusernhat es an Einemselten; gefehlt: -das war der Ernst und. der Fleiß. Auch von unseren Schülern dürfen wir mit Fug das Gleiche behaupten. Die .Gelehrsamkeit haben unsere Lehrer auch vorher besessen. Das aber ist der Segen der Stiftung unserer Hochschule^ daß sie nun nicht blosj - gelehrt, sondern Lehrer sind,; daß sie Schüler haben,.. welche also den zweiten Theil unserer Hochschule rusmachen. Wirhaben nach, unserer Erwartung, fleißige/ abev-über-Erwartung, zahlreiche Zuhörer. Beim Festmahleder Eröffnung hat einer . unserer Herren Lehrer feinen Spruch aus der Hagadavon Peßachs geholte Auch^. mjr schwebt heute fortwährend eine andere Stelle! aus derselben vor, das bekannte Dajainu. Kaum einen Punkt! in -meinem .ganzen Berichte giebt es,, bei welchem ich nicht dankbar empfände/ daß wenn das- Alles auchgeringer gewesen - wäre, - die Idee . der. Hochschule wäre dennoch; in die Wirklichkeit geführt unh dier^Zuversicht .begründet, daß das;Wachsthum derselben von Jahrzu Jahr sichi mehrenkann. Mit weniger Lehrern hättenwir uns; begnügen.müssewr das-.Letztere - besonders, deshalb, weil nach der, eigenthürnlichen - Complication; unserer-, Culturverhältniffe die meisten unserer Studirenderr-von^ fern,her kommen; -müssen; und es ist schwerlich zu erwarten/ daß-.stebasd, . auch zahlreich aus der Nähe kommen werden. In den ,4-Semestern. hatten wir je 12, 18, 20 und 20 Zuhörer. Mit Rücksicht auf die/Unterscheidung der beiden Matrikeln, MMeschen/sie^e.mgetragen) sind, je nachdem sie a>) mit dem Zeugniß der Reife versehen und der Wissenschaft des Iudenthums sich widmen. Pollen oder l>) nur einzelne Vorlesungen hören wollen, resp. noch immaturi sind, ist das Berhältniß a) 1% und b) 2, 15 und 3», 13 und 7, 12 und 8. Es verdient hervorgehobrn zu werdenhaß fünf unserer Hochschüler von jenseits des Oceans hierhergekommen sind, um ihre Studien an unserer Anstalt zu machen-.oder zu -ergänzen/ Durcheinen derselben hat unsere Anstalt auch, die Weihe -- des-. - tiefsten. Schmerzes schon empfangen. Ein hoffnungsvoller Jüngling/ Studiosus Eduard Rosenfeld aus WpDork, ist im dritten Semester hierverstorben. Die Borlesungev/ welche an der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums gehalten wurden^ sind folgende: Im Sommersemester 1872: Dr. Cassel: . ,, - -- 1) Geschichte der Judennach der Rückkehr aus dem Babylonischen Exil. 4 St. wöchentlich/ . 2) Ueber das Aramäische in der-Wischen Literatur,--3 St. Dr. Geiger: - - ,; 1) Einleitung iw, das.Studium-der' Wissenschaft',des Judenthums, 1 St.' 2) Erster Theil der Einleitung/ M-die biblischen Schriften, 3 Stunden; > . 3) Auf geäußerten Wunsch auch noch über anderweitige in den Kreis der Wissenschaft des Iudenthums gehörige Discipline, 2 St. Dr. Lewy: ■’ - -- -r /: ' --- - Mischna in 2 Stunden, Gemara cursorisch in 2 St., statarisch in 1 St.; Decisoren (Jore dea > in 2 St. Prof. Dr. Steinthal: a Erklärung, des Deuteronomium 3 St. . Äm Wintersemester 1 87 2/7 3:.. . Dr. Cassel: . 1) Jüdische Geschichte und Literatur vom Beginn der Römerherrschaft in Judäa bis zum Abschluss des babylonischen Talmuds, 3 St. . . , . 2) Interpretation der- Psalmen, 3 St-.-. 3) Privatissime Kusari (seminaristisch). -, Dr. Geiger:!; 1) Einleitung in die Wissenschaft des Iudenthums^ 1 St. 2) Einleitung in die biblischen Schriften (allgemeiner Theilh 1 Stunde. - : 3j Pentateuch, 4 St,- Dr. Lewy: . ' . . . 1) Sera'im Mischna, 2 St. 2) Talmud bab. Pesachim (statarisch), 2 St.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.