Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 27 (30.6.1874)
- Date
- 1874-06-30
- Page
- Seite 452 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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znWMki'nigen Herrscher' gemacht.''' Das" Gesetz ruft Äe^Äpal- ÄitzenMdrOebeü rrnd Wtimirt sie/ / Es MM'WnMmzttn'eN Ijerätt:'* unL^ fragt-ihnf}£ö)b^t ^willst^Dü"1eiM'LGeMM"a«Hehöret»; die^ D Vv nich^ völlig^ züfagk/ da Du£ ^doch'ätlß5hälb' ihrer immer noch ^alS -'Jude-''giktst und "Deiner' ReligwÜ Nichtentsägt hast?" - Es' sagt' zul' ihm r - wenn' Du - mit;beit Einrichtungen der GemÄnve nicht!'günz'Merelnstimmstsö-chast^Du/äus eonfefsioL nellem' Bedenken^!' das' Recht/ ja sogar die Wicht, - aus "der GemÄM' aü'sz'utreten- und'wenn es"Dir gefällt/-Genoffen-für Dich, zti^such'en. Günter diesem' Gesichtspunkte" tthält'dierFrage!: ob oithbdöx' odev teförniistifch gesinnt? eine-'ganz' ändere Bedeutung Sie'-drangt zür Thal/ sie!' spaltet - die - Gemeinde; 'sie M-eißt die Gemeinschaft? - Rochmehr. - Das Gefetzc autorisirt jede Art von Leidenschaft,"die sichUn -menschliche''Dmgd so leicht"hineindrängt. Ueberall," wo sich' in" -Kned jüd! -Gemeinde 'Streitigkeiten erhoben-, hat man" gesehen, daß sich Männeran' die Spitze der - vorge^ schützten orthodoxen Opposition" stellten; 7 welche für' ihre Perfön weitervön der "Orthodoxie' entfernt wütenals irgend ein 'ausgesprochener Reformer. ' MäNnet/ welche am Sabbath "offenes Geschäft treiben,'und selbstaN'denhohen"Festen die Synagoge nicht'betteten/ereiferten sich füv Piütim und Trop u. dgll Derartiges hat man überall gesehen-" - Jetztwo das Gesetz der'Opposition "bte volle' Waffe in die HaNd drücken will, kann män sich; vorstellen/- wiees zugehen' - werden Jetzt erst'wirddie Spaltung -zvlN-"Ausbruch kommen-;' jetzt werden die Gemüther-sich erhitzen; jetzt der gesunde Sinn -für die besonnene Entwickelung, - die Tendenz zur Einheitlichkeit verloren - gehen, und Jedermann für die Defriedigüng seiner' persönlichen religiösen - Bedürfnisseeintreien. Dies ist es, was uns besonders die Resokuwon bekämpfen läßt. -Was 'bis jetzt in' Deutschland -weise vermieden worden, was z. B. in Ungarn in häßlichster Art zum Vorschein gekommen, die Spaltung in^ zwei oderdrei-auseinandergefallene Parteien, die wüste Leidenschaftlichkeit, )die sich - in deren-Gefolge bethätigt und das religiöse Gebiet widerwärtig-und abstoßend macht; jede gesunde Pflanzung im KeirNe erstickt - oder-im' Wachsthum behindert, mit'einem'Worte der Berlüst der- Einheit im Judenthume, das ist die unvermeidliche Frücht-eines derartigen Gesetzes. - - Ob-sich nun die National-Liberalen auf Consequenz, wie es- Herr Miquelthät, wirklich'hierbei berufen können? Sie haben auf - ihre Fahne geschrieben:" Zutzrstdie Einheit/ dann die Freiheit!--Für diejüdischen- Gemeinden sägen sitz' aber : -Zuerst die unbedingte-'individuelle Freiheit/ was aus der Einheit wird, kümmert uns" nicht-! Und noch von eiNer änderen Seite: für 'ditz-chiiftlichen Kirchen wird' der Parochiälzwang beibehalten, für 'diAjüdischem'- Gemeinden wirder aufgehoben/ Ist dies Einheits¬ oder Aüsnähmegesetz? - Wir unsererseitS'verlangen die Erhaltung der Einheit für die jüdischen- 'Gemeittdemu«'der bisherigen Weise, da - siö der individuellen rekigiösen Freiheit keinen Zwang anthat; wid wollenkein Ausnahmegesetz- — VeNn wenn für "alle religiösen Gemeinden derPMochiälzwanglaufgehoben-wird/so werden -wir k«n Wort' entgegnen:'- -Sb Merösehen' wir für! die Juden die^^isherige -Aüßnahme"veködppelU;^-Man Mimmt^ihre^roligiösen" BeranMltnnßen "von- '^e^efc; Staats^ -Und - städtifchenrHülfe- 'äUs, und nimmt -sie mün nochvon^ dem'fut, die" christlichen Kirchen bestehenden/ Phrochiätzwang' aus. /Dies ist der^öiNsÜche Sachverhalt. ' - " - ' '*■ / ' J Wie sichr die^Din^e nach Jahrzehnten gestalten werdenwie' sich' der-Schäden und Bötlust'Nach langer Zeit' wieder ausgleichen und"repariren werde,' das -können wir heute noch'" nicht übersehen: Eine Zeit der Wirrfalesteht uns sicher 'bevor," und die Urheber mögen sich solches Erfolges rühmen. - '*- Die Hochschule für die Wissenschaft des Iudcnkhums. Aus dem" iN der Generalversammlung am 6. Mai : e. von Pr o f. vo. Lazarus: abgestatteten Berichte. . : . (Schluß).*). .> Die Lehrkräfte, - welche wir zu besitzen : so glücklich sind, sind dieselben, die bei der Eröffnung der Hochschule ihre schwierigen^ beim- Beginn einer solchen Lehranstalt doppelt mühevollen Aemter übernommen halten. Es sind - dies die Herren Dr. Cassel, Div Geiger, Dr; Lewy und Prof. Steinthal. - - M- HN Die Lehrer" sind die Höchschüle:: In ihnen ist die Wissenschaft'vorhanden, in ihnen lebt die Kraft,-bet geistige Besitz, welchem wir nur die äußere Form zu geben hatten,' damit er Duftigen Generationen sich mittheitt; um wiederum geistige Kraft zubilden,' geistigen Besitz zu erhalten und zu mehren: Wie man auch über das Verhältniß zwischen-Demwas. der Einzelne oder eine Genossenschaft -im Leben erstrebt, zu Dem, was ihr zu erfüllen gegeben ist, sichdenken mag, welche Borstellung man sich von der Kraft und dem Willen des Einzelnen und der Unterstützung jener unendlichen Macht der Vorsehung bilden mag; wir kommen von dem Gedanken nicht los/ daß das Bestreben" und Wollen der Mens che« unzulänglich ist: e& sei denn, daß eine höhere Macht die Kräfte schafft, leitch an ihre Stelle setzt. -Nach einer alten poetischem Sage hat Gottbei der Schöpfung der Welt auch die Geschlechter und ihre Führer, die Schule" und "ihre Meister geordnet. Wahrlichwenn irgend Etwas im - Leben der - Menschheit, so sind es diese Führer derselben- und einzelner Kreifd in Bezug Ms ihr geistiges Leben, welche nicht bloS aus des Einzelnen Wollen allein; welche zugleich aus" einer .höheren- Macht und Leitung stammen. Darum müssen wir vor .Allem "dankbar sein, die wir wissen, wie selten und wie schwer dir^Kräfte sich finden, deren wir bedürfen, um die Wissenschaft-des Jüdenihums - z«'erhalten und weiter zu? fördernsie in Verbindung, mit dem-neuen wissenschaftlichen Geiste in neue Bahnen zu lenken,"sie mit dem - - *) S. Nr. 24.