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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-06-16 · Heft 25 (16.6.1874) · p. Seite 429

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 25 (16.6.1874)
Date
1874-06-16
Page
Seite 429 (sequence 13)
Language
German
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•'I Ai ch.t e x :?r©ie haben-; ihpeinen tzupipen,,einen Schuft, ,etnen- Gauner gtzyannt.N a th a n s ohyIch - i .i,nrMi§ Ux : Sie. N ath a n s,o.h-nDas - soll er mir he» Mfen/ - ••:;•>. . ■■■; — ' i'hr rr R-i-chM:< Er - beruft sich. diesfalls,; auf; -Zeugen, --welche - ,es gehört haben sollen.-ry^':N-atha-n-syhw:-Ich-,-werde)qber.diese Zeugen nicht zulasiey/ ,die haben sich,MM , unsere Sachen nicht zu küMMern. .< v;;j1 .^Richter:! Ob Zeugen -zugelasien; wepden^ oder nicht,,Mt-, scheidet das Gericht. — Nathansohn: Werden Euer Gnaden, die Güte haben, die Zeugen hamzuschicken. Richter: Das könnte ich nur dann thun, wenn Sie die Wahrheit zugestehen. — Nathansohn: Wie heißt? fj ' Richter: Wenn Sie zugeben, diese Schimpfworte ausgestoßen zu habend — Nathansohn: Und wenn ich schon gesagt Hab, er, ist ein Lump und. ein- Schuft, .was ist weiter? Schön hat . er sich benommen gegen einen Freund! , v Richter: Nachdem Sie diese Worte gesprochen hatten, was geschah dann? — Nathansohn: Ich Hab, so" wahr Gott im Himmel ist/ bei dem Glück meiner Kinder schwör' ich Ihnen, das letzte. Wort gesprochen.-gehabt,?, ist.er' Hergefallen, über mich, daß ich geglaubt Hab, der Löw' ist ausgekommen zu Schönbrunn aus der Menagerie, Hören und Sehen sind mir' vergangen. .Richter?.Er hat Ihnen eine Ohrfeige gegeben? — Nathans ohn.: . Eine „Ohrfeige? . Das waren Gott weiß wie viel Ohrfeigen.- , Richter: Und was thaten Sie nun? — Nathansohn: Was kann man thun - in "einer solchen Lage? Ich habe geseufzt und geächzt, daß Gott„ erbarm. Richter: Sie sollen, dem'Iahoda nichts schuldig geblieben sein? — Nathansohn: Ich war all mein Lebtag ein ehrlicher Mensch, Hab. gezahlt den letzten Kreuzer, und. dem Iahoda bin ich schon darum nichtsschuldig geblieben, weil ermir nix geborgt chat. ' ' Richter: Ich tvvllic damit sagen, Sie haben die Ohrfeigen nicht ruhig hingenommen, sondern mit Ohrfeigen geantwortet. — N a t h a n s 0 h n:- Euer Gnaden, wie heißt ruhig? Wenn ich meinem Zorn hätte nachgegeben, hält' ich ihn massacrirt, aber ich habe - mir gedacht-wir sehen uns, bei Gericht wieder. ' Richter: Setzen Sie sich jetzt nieder und bleiben Sie ruhig- bis Sie wieder zum Sprechen aufgefordert werden. — Nathansohn: Wie heißt? Hat Eu Gnaden nicht bewundert, wie schön gelassen ich Ihnen Alles derzählt Hab'? Richter<zu Iahoda).^Kennen Sie: den Nathansohn schon länge?'—7 IahodauOnja, mir saus Landsmann von ane Ort bei Przibram; meine Vater. ife durt Schneide, seine Vater ise Schachte M Juden.' r; . v Richter: SieMaren Zimmer gut zusammen? Iahoda: O ja, mi Hans uns imme mögen/mi fans zusammen ^äuf Wien sahrzrn.mit .! „ . * '' " ' ' ... -Rich-ter:, De,m Kathanson iftj cf-früher besser.gegangen^ i— Iahoda: Er hatte haben G'schäft am Börs, wo wars gut.. / Richtex: Sie^habey-^stch.im Iahr.e?186d etabsirt-i und der Nathansohn hat Ihnen damalsLM/fl:/ geborgt.^ Ja Hy da? -Wer^ HM;ch:j-jhmnchr.lich-/zahltz auf Heller. . < ,1 .., /■ R i ch te r: Sie^sehenein/ daß das Don Nathansohn fröundschaftlich sgehandelt' war? — Iahoda:: Weit: hatte. wußte- - werde ich-ihm ehrlich''.zahlen: . - - -Richte-r:Sie hätten es: ihm auch michd zählen köynen? H Iahoda:?lD ma/'da hätte-mir jnW schenkt-;- wir mir is Mt gangen,.ise. zwamal kummen, Hot g'sogt, sull ich ihm zahlen., Meinige hotg'sogt, zohl Jud, daß lus bist; hob ich ihm geben zwämol^ immer Fufzige. . Richter: Wenn Sie aber die..hundert Gulden im Geschäfte verloren hätten, wenn, es Ihnen nicht, gpt, gegangen wäre,.Momit hätten Sie. dem^Pathansyhn gezahlt? Z ahn d q: O,,Iu>. hält mi nit am Haut-lassen/: - ' . , : - - .r;! •; j« \> ■ Ri ch ter-: Erkennen Sie esals einemAet^der Freundschaft än, daß er Ihnen' -zu' einer Zeit' wo Sie^gär nichts besaßen, 100 fl. geliehen hatte? — Iahoda: Da hält':mi Andere a geben;. Jud isg'scheit, thut/nix umsunst. ' Rrch 1 er: ' Haben Sie dem Nathansohn für die "100 fl. Zinsen> gezahlt?: -^-1 I a h 0 d a: - Er-, Hot: im nit :verlongte, wonn hält' verlangte, i häti den Paar Kreütze zahlt. '- ' 1! Richter: Der Nathansohn-, der Ihnen.im^Äahre'486S uneigennützig 100 fl. geliehen hatte, wendete sich nun im Januar dieses Jahres an Sie mit der- Bittet Sie sollen ihm helfen, und was thaten Sie? — Iahoda: Ich Hab' ich nicht mein Geld am Börs g'hult, ich Hab' - michschwer plagtesM sich machen Geschäft katholische und hilf ich ihm;- Weib hatte kaue, ise ganz einfache. - Nichte^r: Sie wollten, es soll sich Nathansohn taufen lassen, dannwerden Sie ihm Geld borgen? --- Iah odw: Dann wird ordentliche bürgerliche Geschäft-machen. - ' Richter: Der Nathäüsohn hatte Ihnen aber im /Iährd 1868, als Sie von. ihm 100-fl.: entlehnten,k nicht den, Antrag gemacht , Sie sollen- Jude werden? — - Ia h 0 v cr - (lächelnd): Da geht nicht. Da hätte ich nicht um G'schluß,- da sull mi - kumme. Richter: Sehen Sie, mit derselben Zähigkeit/hängt auch Nathansohn an' dem Glauben, in-, welchem er geboren und erzogen wurde! — Iahoda: Da geht mich nichts an, mein Weib mag's Juden nit und hat mi' g'sagt, wann ' geb' <ich Juden Kreuzer, hab's ich kein Glück. - , - . Richter: Der Nathansohn war gekränkt -Lurch Ihren .Undank -und ließ sich zw Schimpfworten Hinreißen. - — Iahoda: Jud sagt mr' vor mein G'sell und Lehrbub, ich biw ich Lump, schlechtes Kerl, schuftige. ' . * , . R ich 1e rIn Holge,. Leffen gerathen Sie, .in Zorn und'ohr-. feigen den Näthanföhin.?^^- 'Iahoda: Ale^bitt' ich Ihne gar

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