Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 25 (16.6.1874)
- Date
- 1874-06-16
- Page
- Seite 428 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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0 - .* i - ff ’ r:>§f ö u I I 'riühufr?i;; y -J <y %!Jt'i:y 7vi.;ir:n ''' . '■!); IrL i, »k/ %u dein GeWtÄaM '1' -W imnjji /..»!•/w«!■•/! ■ :jß? 'rtvni-4nsmjxm^\u^ jyr.c y;W.ien>. 4.--Apxil. ^M-.fr.-Hr.)- -Wenzel Aah.oda, ein Tischler,, hatte; im, Iahrex 18.68 von ^seinen).-JugeMeundeund Landsmanne Abraha.m.Mathansohn;>M0s fl.. entlMd, mit welchem Capitale er seine Selbstständigkeit begründete, und wofür er diesem ewige Dankbarkeit zusjcherte. Doch Jahoda scheint sich die Ewigkeit anders gedacht zu hübdn,' als diese dem Nathanson ' aus den ^Aufzeichnungen - - faßAlW -Tetzamey^s^ inj EWnerung geblieben; -denn,. als. NathWson 'Mitte; Hlan-nav -i? I. ..M nun-, mehr-Myhlbestallten Kiste,ytifchler^W ein ähnliches^Dgrlehen^ ansprachX" meinte.diese):, er;könne als.guter Katholik für einen Juden.ein, solches Opfer; nicht chMgen->/-Eh.ansohp..Mge,.seirMj Glauben abschwöreu/. dann werde er. -in.ihm. einen opferwilligen, Freund, und; Landsmann finden. Abrahay) Ngthanson Wr entrüstet über dieseZumuthung,; und -machte.5seineM.-UnMth.eM.eiyer.PZeistj Luft,- .die-, das-iEingreifeu dev BehHrhen nothwe^dig , erscheinen^ Aßr: WenzÄ ^-Iahopaund- - Mrahüm-Dath-nsohN; halsen. rway^er beschimpft und geohrfeigt und! zuletztwegen Ehrenbeleidigung. geklagt. : Heute wurde vordem Wzirksgerichte - die Ehrenbeleidigungsklage durchgeführt. , , .. r-Richter: Beide Theile erscheinen als Kläger und Geklagte, und'.-ich .meine eswäre? in Ihrem .beiderseitigen Interesse gelegen,- sich-, auszugle'ichen. —. .Nathansohn: Ich. mich ausgleichen? Nicht um die ganze Wett. - - . Richter: Sie dürfen nicht außer Acht-lassen, daß Sie nicht bloß Klägersondern auch Geklagter-sind -,- und daß , fallsdie ■ Angaben des Herrn Jahoda bewiesen werden, auch Ihre - Verurteilung bevorsteht. — Nathansohn: Das ist jadie Kunst vom Tanzmeister. x.Er sott mir beweisen, -Was wird er mirbeweisen? Ichwerdeihm beweisen,-, das:ist seit Menschengedenken noch nicht bewiesen worden. ’’ j;i R i ch ter: So - werden wir mit der Verhandlung-beginnen. Erzählen Sie mir, Herr - Nathansoh'n , ruhig undwhne> jede unnütze Ausläffüng ,' was sichzwischen Ihnen Beiden' am- 16. Januar' d.' I. zügetra'gen hat. ■ Nathan s bhn (zieht ' ein blaues Schnupftuch - hervor, wischt ' sichdie Augen ^dainit uns,' nimmt eine Prise-Tabak und beginnt, die Dose hinhaltend) /-Kann ich dienen, Eu Gnoden? Ganz feine Sorte, ich halte wasauf eine gute'Prise.' - ’ \ ' 'Pichter: Ich danke Ihnen/ich schnupfe nicht. —Nathansohn (reicht dem Schriftführer eine Prise):' Nehmen Sie, Herr Doctor, das stärkt das Gesicht beim Schreiben. S ch r i f t f ü h r e r: Ich danke, ich schnupfe nicht. -7- N a 1h a nsohn: Thut mir leid. Richter: Kommen Sie zur Sache. — Nathansohn: Verzeihen Sie, Euer Gnaden, mir scheint, ich Hab'mein'Britten!ÖJrlte#''" w w&Sfc1yi:< r^if’Mp.- ‘,1 -u 'Jj"' ' -V y,;./ nw/ * .i'Jrj zu HquseiMrgessen. .(klopft.-sich diej-Säcke.ah),,u-.:ei,.;Achin einj geschlagener Mann, wie ich keine,.Brillen Hab'.- '1;h,!■-. Richter: Zum Erzählen brauchen Sie ja kein Augenglas/!— Nathansohn: Euer Gnaden! Im Juli werden's sechs Jahr', seitmein Weib gestorbqyi-ist/r ich; HM mm-schier - die Augen ausgewant, das war ein Engel von einem Weib, ich Hab' auch nicht -imchr'MÄber''geh'diräd--,' --a soa Werb ist nicht rnehr wieder zu haben, 'ünb-'seit--diefed''Zeit istnmn-Augenlicht -'ganz''herrUüirttL Ri chte^r:'-Aber das - sind ja' lauter -Dinge, -nicht -.ziir-Hachd ‘l —'-^Nä t h an soh n: Wie heißt/- nicht zuv Sache gehörig?- >tark-zür Sache-gehörig, ich bin ein'armer,'alter, unglücklicher/ zerbrechlicher Mann':--und mich behandelt' er so? Hat'- mäw daSV!seit"-Menschengddenken gehört? - - ' -- - - ' -' --! Richter: - Wer hat'iIhnen was' gethan? Nath'an-!sohn: Wie -heißt'wev? --Euer Gnaden fragen?'--Für was Hab" ich gezahlt dem Doctor 8 fl., daß er mir Alles aufschreibt und hem löblichen Gericht giebt?'.! R i ch 1 e r: Sie haben den Jahoda auf Ehrenbeteidigung geklagt. Weßhalb?-— N a thu n so h n:, Wie -heißt - weßhalb.? - Hätt' ^ch mich sollen erschlagen lassen und bedanken'dafür? . y . ' j\. Nicht er: Der- Jahoda .hat Sie geschlagen,y-wann? ,^7 -Nathansohn: Wann? Wie-ich. bin. gekommen zu ihm und Hab' gesagt: „Freuyderl , e mol Hab' ich. dir geholfen, jetzt. geht Hs mir schlecht, helf' wieder du mir." .! , Richter: Auf dieses Begehren .hin wird er Sie nicht gleich igefchlagen haben. N a th a n s oh n-: Wie. heißt nichd -gleich? Wortes später, macht das einen Unterschied? SchlägV sind Schläg'! ' ' •, Richter: Jahoda hat, als Sie das Ansuchen..an ihn stellten,. er möge Ihnen mit einem Darlehen aushelfep, Ihnen doch -früher, eine Antwort, gegeben. —, Nathansohn: Ob..er mih >eine Antwort gegeben Hot!; Ich hob' geglaubt., ich. versink' in 'd.ie Erd'! Richter:Was. hat er Jhnezr.gesagt?Pathans.oh.w:- Wos.er gesogt Hot? Nicht erleben^.soll man's; er Hot gesogt, .er 'kann., einem Juden kein Geld leihen. Wos, hob' -ich gesogt,.du, kannsi einemyJuden. kein Geld.leihen?. Io, Hot er. gesogt, .weil ich bin ein. guter Katholik. Nu, hob' ich. gesogt, ober von einem Iuden-Geldauszuleihen, host. du.dir .nicht gemacht.ein Gewiffen. Löss' dich .taufen, Hot er gesogt, werd' ich - dir geben Geld, was du brauchst. Euer Gnoden, ich hob' geglaubt, ich Hab'- die .Fraß (Fraisen), vor Zorn, und hoh' nix^ könnenweiterreden...; > .... ,K.v . ...,Richter: Sie haben aber doch gesprochen?-Nn.th.a-nsohn,:. Euer Gnoden, dos wor später, wie ich bin zu mip gekomuzen. - . r , , 4'»- 0 Richter r Was haben Hie delp Iahodr geantwortet?^^ Nathansohn; Wos, ich. gesogt hobf^MeM.Sie.rrzich..perschlogen,.ich weiß es nicht.