Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-06-09 · Heft 24 (9.6.1874) · p. Seite 404

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 24 (9.6.1874)
Date
1874-06-09
Page
Seite 404 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3226960-3226985--32663-3255641
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

brauchen und verzehren, auch^wieder durchs ihre Thäligkeiten und Arbeiten zu erwerben '«n^.^vA^WÄ^-Stand gesetzt werden. Mein dieses wird und muß. M .so.lange ein frommer Wunsch bleiben, in wie lange die Steuern der Juden, die sie keinerdings durch erlaubte und ordentliche Dienste und Arbeiten fordern, lediglich; durch wucherliche Handlungen, sich zu erwerben und herbeizuschaffen im Stande sind, nicht vermindert -und auf.' einen billig, mäßigen Ertrag herabgesetzt werden können.: Da . selbe der-, malen wirklich 10 Proc. vomCapitalvermögen betragen, ohngeachtet vermöge der bestehenden Landesgesetze die -Cäpitalien nur,L 4 Proc. placirt werden'dürfen und sollen.! Wien, 17. Nov^ 1780. Blumenstein. Auersperg. Hierauf.rescribirte der Kaiser: : Ich billige das Einreden der Kanzlei und ist von diesem Patente , in meinem Erhlande kein Gebrauch zu machen.! Joseph Caro. . II. Es ist soeben von mir eine Schrift erschienen: „Grillpacher als Archivdirector". In derselben berichtete ich unter anderem, wie es zu jener Zeit; mit der literarischen Benützung des reichhaltigen Archivs der: Hofkammer, , die' jetzt den Namen Reichsfinanzministerium führt,? bestellt war, und wie schwer es zu -jener Zeit den.Gelehrten wurde, Zutritt in das Archiv zu erlangen. Im Jahre 1860 wendete ich mich an das Finanz-: Ministerium mit. der Bitte, mir zu gestatten, Archivalien, die. Judenangelegenheiten betreffend, behufs literarischer Arbeit benutzen , zudürfen.- Jüdenangelegenheiten waren? damals in Oesterreich noch ein sehr heikles Gebiet. Die Archivsdirection — Grillparzer war nicht' mehr im Amte wurde hierauf aufgefordert, ein Gutachten abzugeben. Ich erlaube es mir hier mitzutheilen, da. es' sdie -Aengstlichkeitrcher. -Directioy£ kennzeichnet. -! Dasselbe lautete: ..■, : Im Archiv des . Finanzministeriums, liegen-: allerdings -— ungefangen von. der Zeit Maxmilians viele -ebensointeressante, als wichtige Materialien vor,, welche für eine?Geschrchte'?der' Juden in Oesterreich hinreichenden Stoff und Belege liefern./// i ’ Es ist kein Grund vorhanden, an?! der- Fähigkeit des Bittstellers? zu/ zweifeln, die zu benutzenden auffälligen. Gedenkbücher, Schriftstücke,?Dokumente und Facten für densangegebenen wissen-? schaftlichen Zweck? entsprechend auszubeutest mnd - man -setze; vb-i wohl der Bittsteller : selbst?-der israel. Confefsion angehört-"die bei der Auswahl der zu benutzenden Archivalien.möthige Unbefangene heit und Unparteilichkeit: gern voraus, -die?- aber-nm -vorliegenden. Falle um.so strenger sein muß-?? als die vorfindlichen Acten? eben nicht zum Vortheile des Charakters und der Handlungsweise der- Juden in jener Zeit sprechen. Vom Allgemeinen in diesem Standpunkte aus dürfte dem. Bittsteller unter? strenger Beobachtung der üblichen. Vorsicht und Beschränkung die angesuchte Benützung der angedeuteten Archivalien wohl bewilligt werden; mit Hinweisung aber auf die in den fraglichen Acten öfter vorkömmenden delicaten /Beziehungen? zwischen den- Machthabern Oesterreichs und. den 'Juden, betreffs der Beischaffung von Geldmitteln'.und diesfällige erfolgte/'.Er-' Heilung größerer: Freiheiten,"erlaube ich mir,!?meinen.ehrerbietigen? Antrag auf? Bewilligung des/ vorliegenden?: Gesuches erstderstrengeren Würdigung des h. 'Ministeriums zuempfehlen nnddadurch die Verantwortlichkeit bescheidenst abzulehnen, ' welche auf mir ruhen bleiben würde; wennich auf obenerwähnte Bedenken' nicht rechtzeitig aufmerksam gemacht hätte. 'Wien, 8. März 1860. ^beihjMCjbwccc&tic&teMs. Deutschland. Leipzig, im Mai. Bekanntlich hat sich in Sachsen ein deutscher Reichsverein gebildet, der den sächsischen Particularismus, soweit er dem Reiche/ feindlich entgegentritt, entgegenwirken soll. Zu den fünf Männern,, welche mit der Leitung der gesammten Bereinsangelegenheiten betraut und von der Generalversammlung hierzu erwählt worden, gehört auch, der Herr Stadtrath Moritz Kohner. Berlin, 18. Mai. ' Der Minister des Innern hat sämmtlichen Regierungsbehörden nach Circular. Erlaß mitgetheilt, daß ein hier in Berlin „zusammengetretenes,. Comite ehrenwerther jüdischer. Persönlichkeiten" die Absicht hegt, zur Hebung der sittlichen und materiellen Zustände der verlassenen jüdischen Waisenkinder in Palästina dort jüdische: Waisenhäuser zu errichten und sich.an, ihn mit dem -Gesuche.gewandt hat, zur Beschaffung ..der.-hierzu. erforderlichen Geldmittel die Abhaltung einer allgemeinen Hauscollecte bei den jüdischen Glaubensgenossen im preußischen Staate zu gestatten. „In Betracht des guten Zweckes , welcher dem Unternehmen zu Grunde liegt," hat der Minister die. Sammlung mit der, Maßgabe genehmigt, daß dieselbe.sich auf die.-inden Städten und Flecken befindlichen jüdischen Haushaltungen zu beschränken hat , die Dauer der Collecte den Zeitraum von vier Wochen nicht überschreiten und selbige nur von einem ComiHmitgliede oder von einem Mitgliede des Vorstandes: der für den Ort bestehenden Synagogengemeinde vorgenommen werden darf. Warmbrunn, im Mai. (Privatmitt!)^ Ein treuer und unablässiger. Eifer vermag auch , unter ungünstigen.Verhältnissen sein Ziel zu erreichen, freilich nicht in dem Umfange, als wenn ihm ausgiebige Mittel zu.Gebote^ständen. Dies, bewährt die hiesige- „jüdische Badearmencaffe", die soeben ihren neunundzwanzigsten Jahresbericht veröffentlicht hat. Unsere Casse ist

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.