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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-06-09 · Heft 24 (9.6.1874) · p. Seite 403

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 24 (9.6.1874)
Date
1874-06-09
Page
Seite 403 (sequence 5)
Language
German
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V, A«2 e i n mwli§en'Znw end u n g.e n haben'wir'erhallen von Herrn De. Arnstein ....... . . . 50: Thlr; - .' Eugen Ries . 40 - Herm. Friedländer in Hamburg. . 50.-.": - L. Rt, Landauin Pest.10 - - Marcusin Bukarest.. .40 Frcs. . S. Deutsch in Wien > .100' ft, : Mv haben. außerdemin Berlin 52 und, außerhalb Berlinsnoch 54 bertrwgende Mitglieder, welche zusammen ungefähr 1-3:0 0 s'Thlr^ijährlich beitragen. ^Schließlich habe ich! noch eines Mitgliedes zu gedenken; das ungenannt ist und ungenannt bleiben, will. Aus .dieser Hand erhalte ich seit dem Bestehen der Hochschule in den ersten Tagen jedes neuen Jahres 1200 Thlr. Je mehr es die edle. Absicht einer . solchen, das Gute nur um seiner selbst willen schaffenden Seele: ist, sich den Äugen der. Oesfentlichkeit zu entziehen, desto, tiefer .ist der verehrungsvolle. Dank,, den ich nicht blos in meinem Namen für diese hochherzige Persönlichkeit empfinde./ Ich glaube, Sie alle! werden mir zustimmen, daß: diese -Gabe nicht nur einen so beträchtlichen. Theil an der Erhaltung: unseren Hochschule ausmacht, daß um deßwillen ihr.besonderer Dank ziemt, sondern auch, wenn: nicht die Gabe, sondern der Wille den . Geber, macht, so kann man aus solcher. Größe der Gabe: die Güte des- Willens, erschließen. Ich glaube deshalb in Ihrer aller Namen zu sprechen, wenn. ich dieser Persönlichkeit ganz besonderen-Dank, für die edle Unterstützung unseres Werkesausspreche. :! Der Rechenschaftsbericht wird eine : genaue Darlegung, der - Cassenverhältniffe. enthalten: Um;Ihnen einen vorläufigen .Einblick zu gewähren, bemerke ich/nur; daß. wir bei der. .Eröffnung, der Hochschule etwa 22,000 Thlr. Grundcapiial besaßen. 'Am 11; April d. I. war der Bestand 20,654 Thlr. Die Einnahmen haben im Jahre 1873 6403 Thlr., die Ausgaben 3988 Thlr. ausgemacht, so daß die einmaligen Beiträge, welche 2400 Thlr. betragen hatten, völlig unberührt bleiben konnten, indem die laufenden Ausgaben durch die laufenden Einnahmen gedeckt waren.' — Ich kann -und darf nicht unerwähnt lassen; daß unser Curatoriumsmitglied, Herr Hermann B. H. Goldschmidt, beziehungsweise die Firma Rosenfeld und Goldschmidt; durch die Verwaltung unserer Casst; so viel ich bei meiner geringen Kenntniß ermessen kann, nicht unwesentlich dazu beigetragen haben,-den'Stand unserer Finanzen' so blühend zu erhaltend; So viel über die räumlichen/ zeitlichen und finanziellen Verhältnisse unserer - Anstalt. Wir hoffen, daß die letzteren mit der Zeit wachsen werden. / Weshalb sie wachsen -sollen und müssen; davon' später/- Alles' dies' aber' ist nur das- Aeußere/ Wir wenden uns nünmehr zu dem Inneren unserer Anstalt. (Schluß folgt/) . . Historische,N»ttze»! von G. Wölf.! Die Judenfrage gehört beiuns nun Gottlobzu den über-:!wundenen Standpunkten, und man bringt derselben nicht: mehr ssenes.Interesse entgegen, wie dies sonst der. Fall war; Wenn dieselbejedoch im Allgemeinen keine praktische Bedeutung mehrhat, -so soll das historische Moment jene' Berücksichtigung erfahren;, die ihm gebührt. Diesesveranlaßt-mich, folgendeszuveröffentlichen. ve ästo Potsdam 8. März 1780 erschien eine Verordnung Friedrich des Großen, des Inhaltes,- daß: die -Adeligen in Schlesien auf. ihren Gütern sichnicht mehr bei ihren Oekonomie- :und Wirthfchaftsangelegenheiten -der Juden bedienen sollten. Diese -sollten sich lediglich mit. dem Commercio in der Handlung beschäftigen. Kaiser Joseph II., damals noch Mitregent, forderte, hierauf die: Hofkanzlei auf, ob ein-derartiges Gesetz, nicht , auch für die böhmischen Erblande nützlich: wäre. Das schlesische Gubernium meinte, die Juden seien außer: wenigen Privilegirten, denen Branntweinpachtungen gestattet sind, ausschließlich Handelsleute. Würde man - diese Pachtungen - einstellen, so hätte das Dominium - einen wesentlichen - Nachtheil-und auch dem - christlichen .Handelsstande würde ein Nachtheil - erwachsen. - Das/mährjsche Gubernium äußerte, die handelnde Elaste der. Judenfinde ckaum ihr Fortkommen, zumal die meisten so arm seien, daß ihre. Schuldigkeiten selbst mit dem, schärfsten Executiönszwange niemals ohne Abgang .eingetrieben. werden: können. Die Hofkanzlei stimmte diesen Anschauungen bei und meinte, daß die Juden bei den eingeräumten Pachtungen der Bräunt- Min- und Bierhäuser, dann der Flußfiedereien belassen werden sollen,! da sonst derlei jüdische Pächter außer contributionsfähigen Stand gesetzt, die Obrigkeit an dem bisherigen Pachtquanto, zu welchem sich christliche Pächter wegen ihrer minder sparsamen Lebensart nicht leicht herbeilassen könnten; verkürzt; dann der ohnehin sehr darniederliegende und erst bei Sr. des Kaisers Majestät letzter Anwesenheit' in Prag mit mehrfältigen Beschwerden wider die handelnden Juden zum Vorschein gekommene christliche Handlungsstand noch mehr zurückgefetzt wird. Die Entfernung der Juden von allen anderen' Verdiensten und Nahrungswegen und der Beschränkung derselben auf-die bloße- Handlung, 'besonders: in Ländern, deren' Lage - lein sehr ausgebreitetes Commercium gestatten > würde nicht allein nicht nützlich,' wohl aber sehr schädlich' sein. Die Hofkanzlei wünschte vielmehr, daß den nünmehr schon tolerirten - Juden-, statt sie auf-die Handlung, zu beschränken, vielmehr der.Zutritt zuallen Handwerken; Künsten ünv-Maüu^ fäcturarbeiten: gestattet werden könnte, damit sie alles , wäs sie

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