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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-04-28 · Heft 18 (28.4.1874) · p. Seite 294

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 18 (28.4.1874)
Date
1874-04-28
Page
Seite 294 (sequence 2)
Language
German
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GW inrellectüeL f H 294 Mächen Existenz _ »oj#fj|c Mverbrüchlich AdeenFehattA b^wir und Handlungen entlehnt, um sie in imellectüelle und ethische Bilder zu-transsiguriren. Dies ist nicht zu übersehen; Philo erkennt die göttliche OffenbHünA in einer ' ~ an, rn ihrer realen ^<Mstalt,<?rnM welcher' festhct^ unH M chreH hohe^n aistzusuchen, und^mst ^emftwir uns^zu erfüllen^ habest. Schon hieraus ergiebt sich die weite Kluft, welche Philo vom Christenthum dauernd trennte. /Dem Philo undselnerAnschauung char eine Veränderung .oder-' Kli Äbrögirung^h'eS^ÄesetzeS unmöglich/ eine Entstellung und Verstümmelung der in ihrer. Gesammtheit unantastbaren Offenbarung^ . Desgleichen muffen wiv; von vornherein voraussetzen, daß, 'soweit auch Philo's^Geist ausholte, um in kühnem' Fluge theils die/ Ideen der griechischen -Philosophen, theils | in ergenzum - Fokus - der Offenbarung herbeizuschaffen, thümlicher Ausfpinnung feiner Gedanken neue Elemente zu erlangen oder. sie. in. neuen.Formelm,auszuprägen^.. er .dennoch, die tiefeingewurzelten Vorstellungen von Gott, wie die Lehre Mosis sie zum Fundament gemacht, niemals verlassen habe, so daß an eine Fleischwerdung Gottes oder an. eine göttliche Persönlichkeit außer- Gott/ bei ihm micht zu denken sei. Endlich dürfen wir nicht''vergessen, daß Philo schließlich, . -in' seiner 'Eigenart zwar consequent, doch kein eigentliches System ausgebaut hat, welches sich, aus genaufestgestellten unh feftgehaltenen ^Definitionen con- - struirse. Er.Philosophirt, einem -gewissen Fnden/cher . ch.-!.Schrift folgend, und bei der einzelnen Veranlassung/-aus/allen Theilen der.Schrift zusammenholend,' was ühm zum augenblicklichen! Zwecke dienlich erscheint. Aus. diesem Grunde kannes. uns nicht, auffällig sein, daß was Philo- Logos-nennt; - in/ sehr mannichfalliger Artsund Einkleidungbei ihm erfcheinN En MM mit, diesem Ausdruck - an sichzunächst einen bestimmten.Begriff.verbinden, diesen -aber in den verschiedensten Farben^seiner fruchtbaren Phantasie gemäß und wie es ihm am Orte am. nachdrücklichsten schien, schildern lassen. .'-Indem Philo däs Wie? der Schöpfung erklären wollte, nahm er, nicht gegen den Buchstaben, wohl; aber gegen den Geist der Schrift die Präexistenz'der Materie mit Plato-an. /Ebenso nach diesem Philosophen existirte ihm die Ideenwelt, nach welcher die reale geschaffen werden sollte/ Nun aber konnte der lebendige Gott dem Philo nicht wie. bei Plato das blos. bewegende Bindemittel zwischen den conexistirenden .beiden Welten, der/; materiellen und der .Ideenwelt sein, sondern - die letztereexistirte i n. Gott, sie; war eine Schöpfung und ein (Bestandtheil Gottes zugleich, sie hestand / im LogoS /d. h. in der ( Vernunft Gottes. / Wie ein Bau-; meister bei .der Erbauung-..einer Stadt sich/erst in?Hedanken einen poWändigen - Plan,derselben entwirft und, diesen.dann-sin Holz,.und-Stein ausführt, so existirte nach. Philo/ das ideelle Abbild der Schöpfung in der Venunft Hottest /.bevor er -sie -in der Materieausprägte, , i^Sie existiMW? dieser /Vernunft - Gottes imWe^fprb/-DMornmen^Nähr^nd.jsitzM^er-MatexlesienM^tMx Nach - deren-/Mangelhaften upd 'WgrchveyrMwr.-j-MMeMsts au§- geführt werden wnnte und - kann. Dies ist, wie am einfachsten und prägnantesten der neueste Uebersetzer von Philo'sWerken in . seiner Einleitung,<§& XIX ff. auseinandersetzt, *feöer etaent^^^unb te< Begnff Äes Philom chey .LogosU der, KschoüZ lNHseiner MaterieHichS |ßftg JöÄjgf* bedeutet", und erst nn seiner ^enbarung an L>en Menschen „Vernunftwort", „Vernunftgesetz"/„göttliche Lehre" wird. ...Der/Logos jst, bei -Phllo Pichls Anderes als die Vernunft ündees^kann -nüy'ö -MDhÄo michtauffallen, wenn er dieselbe allegorisch personificirt, ohne den Begriff einer wirklichen' Persönlichkeit damit zu verbmdcK.-?,-DieL.'.läßt.'sich; leicht erweisen; Philo nennt den Logos bisweilen geradezubte @017« vi ^.'jiivbte Weisheit, und personificirt dann wiederum hie Sofia/ Ex,sagt: „Verehre den Weltenschöpfer als Vater, die Weisheit,' -durch welche das All vollendet wurde, als Mutter-"-und.führte fort: „Weder der sich-selbst genügende Gott-. noch-die-höchste*und^vollkommene Weisheit bedarf Jemandes."**) Eine, stärkere Personificirung giebt es doch wohl nicht, und doch ist sie völlig biblisch (vgl. Hiob,28,. '25—27. . Sprüche.8^^22./ff.)...vgl.,.aixch die Weisheit Salomo's; 6,13unddurch das ganze - Buch- und "Niemandem .Wird es einfallen zus behÄupten,'.' Philo habe, zwei'.'göttliche Wesen bei der Weltschöpfung. thätig geglaubt!- Weiterhin (p. 213) wird die „Weisheit Gottes" mit der „göttlichen, Vernunft, dem urältestenider-Dinge, die. das/allgemeine Was genannt wird'," völlig identifieirt und „die. Amme, Pflegerin und Ernährerin, derer;.-welche nach unsterblicher Kost begehren," genannt. Im esten Buche der Allegorien (j>. 56) wird Even als/ ,,die' Weitzhekt° Gottes,' das' heißt^die 'Vernünft Gottes" gedsutetl Diese Bezeichnung des Logos als;,.den Garten .Eden ist mit der sonstigen Charakterisirung des Logos durchaus nicht logisch, wohl aber nach der Eigenart Philo's cönsequent. Aus Eden fließt nach Philo alle Tugend.' heraus, denn die - vier - Ströme'-beveuten die vier Cardinaltugenden, folglich ist--Eden der -göttliche--Logos wdeL die/göttliche; Weisheit. > Im zweiten Büche, der Monarchie (ll^i 225)-wird der/Logos als;,das - Bild Gottes, durch welches-die ganze- - Welt zusammengehalten wird," * dargestellt. Und sv erscheint er.noch/in dem maynichfaltigsten;; phantastischen FormendHat! es-da; etwas Auffälliges,'; wenn -die Weisheit. Gottes' Mutter/ Amme,- Tochter ^genannt; wird;- daß dem Logosd.ri..dev.gött'kichen- Vernunft dir Bezeichnung). ,/Sohn Gottes" / ertheilt, wird? -:AN einer -anderen-/Stelle; wird die Weisheit; die Schwester des Logos genannt. Dies ist also >. durchaus nur ein rSpiel-mitr Worten^ denen - weder einbestimmter Begrifft noch ein Anflug > eines Dog'nrä einwohnt. Wird doch schon im-Exodus Israel „der erstgeboreno Sohn Gottes" genannt.-Wer noch -irgend'welchen Zweiselchegte) daß es sich. bei allen - diesen -Bezeichnungen lediglich - mn allegorische;yj: *)- 'Bibliothek der griechischen Mnd' - römischen^ ^Schiüsisteller über Judenthum und Juden in neuen Ueberlragungen und Sammlungen B. i. ui iv. r **) Quod deterino potiori p.,2()2/ed.;1Mangey,; Q<-,

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