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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-04-21 · Heft 17 (21.4.1874) · p. Seite 285

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 17 (21.4.1874)
Date
1874-04-21
Page
Seite 285 (sequence 11)
Language
German
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285' WWW Me glücklich werden wir an dem Tage sein, an dem man verkünden wird, daß die Regierung' Eurer Hoheit sich dahin entschieden hat, das wackere -serbische Volk auf die Wege der europäischen Reformen - zu leiten, indem "sie die bedrückenden Verfügungen gegen die Sitte aus dem Jahre 1861 von der Gesetzgebung auslöscht. Genehmigen Eure Hoheit huldvoll - den Ausdruck unserer liefen Verehrung. Der Vorstand der „Israelitischen Allianz" zu Wien. (Folgen die Unterschriften.) Wien, 31. October 1873. Uachtra g. Breslau, 10. April. (Privatmitth.) Die Propaganda für die Leichenverbrennung ist auch hier sehr thatig. In diesen Tagen lud ein Inserat zu einer Versammlung, einen Verein zu gründen, ein. Es waren fast 300 Personen anwesend, unter welchen ich auch eine Anzahl Juden bemerkte. Der Gegenstand selbst wurde gar nicht discutirt, sondern einfach das Statut besprochen, und--dann die Anwesenden aufgefordert, ihre Namen in eine Liste einzutragen. Unter denen, welche an den Tisch schritten, ■ Ieu i l Iniriguen vor siebzig Jahren. Erzählt von L. Schr. x. " So schien Alles vereitelt. Die Herstellung der Gemeindeschule hing zwar nicht von der Genehmigung des Vorstandes ab, wohl aber von der Erlaubniß und Unterstützung der Regierung, und auf diese glaubte man schon nicht mehr rechnen zu dürfend Man wollte es zwar versuchen die Schule nach und nach selbst so einzurichten, und stellte an die Lehrer das Ansinnen, den erweiterten' Lehrplan und die viel größere Schülerzahl bei denselben kleinen Gehältern zu übernehmen. Diese lehnten es jedoch ab, weil: sie vöraüssahen, daß sie dann niemals zu einer Aufbesserung gelangen würden, und überhaupt die Schute bei so verschiedet artigen Elementen ohne gesetzliche Grundlage doch nur kränkeln müsse. Die Aussicht auf die Predigt war gänzlich geschwunden. Besonders' für' Bernhard lagen die Dinge sehr traurig; an die Schließung seiner Ehe war nicht zu denken, und seine hebräische Büchdrückereiein todtgeborenes Kind. "So standen die Jntriguanten dicht vor ihrem vollständigen Triumphe! ■ Aber Dora hatte ja einen Gedanken! Welchen Gedanken? Sie iheiüe Ihn''Niemandem' mit; und Niemand, auch ihr Brät tigam nicht"; hatte etwa« auf ihn gegeben. Was könnte ein waren wiederum einige Juden. Der Zweck des Vereins wird in § 1 so angegeben: u ' - - „Der Verein hat den Zweck, anstatt der Beerdigung die Leichenverbrennung auf chemischem Wege einzuführen unter Beibehaltung der öffentlichen Ceremonien; wenn dieselben gewünscht werden!" - - Jedes Mitglied zahlt einen Thaler jährlich, kann aber jederzeit austreten und soll in seinem Testament verordnen, daß die Hinterlaffenen seine Leiche verbrennen sollen. Es wäre wohlan der Zeit, daß in einer gutgeschriebenen, in keinerlei Weise/ übertreibenden Flugschrift die Menge über den wahren Sachverhalt und die eigentlichen Gründe aufgeklärt werde, wie denn die Freunde des Berbrennens durch! solche Flugschriften zu "wirken suchen. Freilich glaube auch Ich,-daß'unter denen, welche ihre Namen einzeichnen, manche sind, die den neuen Spaß auch mitmachen wollen, und sich wahrscheinlich hüten werden, dem Vereine bis an ihr eigenes-seliges Ende treu zu bleiben. Jndeß wird die Sache wohl auch nicht ohne faktische Folge bleiben, und deshalb ernstlich bekämpft werden müssen. Jedenfalls müssen die jüdischen Gemeinden dafür sorgen, daß sie in ihren eigenen Instituten von diesen neuesten Modeversuchen nicht berührt werden, und Anträge, wie sie schon in der BerlinerRepräsentänten- Versammlung gestellt wordennachdrücklich zürückweisen. k e t o n. schwaches, unerfahrenes, unbekanntes Mädchen wohl ausrichten? Sie verbrachte die Nacht schlaflos. Der Gedanke, den sie von Gott ihr eingegeben glaubte, walzte sich in ihrem Kopfe nach allen Seiten hin. Unter den Schatten der Nacht stiegen Zweifel, Furcht und Beängstigung auf; aber sie kämpfte sie nieder, und als sie am Morgen von ihrem Lager sich erhob, stand ihr Plan bis in alle Einzelheiten in ihr fest. Sie ließ sich von ihrem Bräutigamalle seine Zeugnisse, seine Angaben und Bescheide geben; und machte dann einige Gänge zu einem christlichen Sachwalter, denn nur einem solchen schenkte sie unter den obwaltenden Umständen ihr Vertrauen./ Unterdeß aber war ein Ereigniß eingetreten, welches Stadt und Land höchlichst interefsirte. Der alte Fürst war erkrankt und obfchon sein Zustand zu keiner ernsteren Besorgniß Anlaß' gab, mußte er doch den Regierüngßangelegenheiten eine Zeit lang fern bleiben und übertrug sie dem Erbprinzen. Dieser Herr war ein fester, strammer Mann von ungefähr vierzig Jahren, etwas heftig, jähzornig, aber' Dies nur aus seinem edlen,' allen ' Eindrücken rasch zugänglichen Herzet Dieser Umstand ' gab' dem Plane Döra's 'einen andern Mittelpunkt. Er veränderte-'jenen ' nicht. Sie hieltdiese Veränderung sogar für vortheilhaftt ' Eines Morgens kleidete sie sich in ihre, besten Festgewänder. Vergebens fragten ihre Eltern, was das zu: bedeuten ' habe?

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