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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-04-14 · Heft 16 (14.4.1874) · p. Seite 266

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 16 (14.4.1874)
Date
1874-04-14
Page
Seite 266 (sequence 8)
Language
German
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/.T' £ * ~ ‘r^ **,'". V?'.: *?r MM 7^'A « W feste dieser Schule statt. Ein sehr distinguirtes PublicumZwohnte. dem Acte bei. Unterden Anwesenden bemerkte man den Unterrichtsministerirr. v. Stremehr, den Bürgermeister Dr.-Cajetan Felder, die Gemahlin des japanesifchen Botschafters Sano-Tfounnetami rc. Director I. A. Fischer hielt eine auf die Feier und die-Entwicklung der Anstalt bezügliche Ansprache und nahm dann einige' Sprechübungen vor. Unter der Leitung der Gemahlin des' Genannten zeigten dann die Kinder ihre Kenntnisse im Bauen und Legen mit Stäbchen, im Papier- und Bastflechten, im Papierstechen u. s. w. Hierauf wurden die Zöglinge - der Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen einer theoretischen Prüfung unterzogen, die günstig ausfiel. Zum Schlüsse nahmen die Honoratioren die in zwei Sälen untergebrachte Ausstellung von Kinderarbeiten in Augenschein. , Prag,'29. März. (Privamitth.) In der zweiten Woche starb in der Kreisstadt Pisek Herr I. U. llr. Israel Kohn, zweiter Bürgermeister und langjähriges Gemeinderathsmitglied obengenannter Stadt. Kohn gehörte immer der reichstreuen Partei an, erfreute sich aber trotzdem bei der gänzlich czechischen Bevölkerung von Pisek, die ihm auch in den Jahren 1870 und 1871 .die Stelle eines' ersten-Bürgermeisters übertragen hatte , eines -unbedingten. Vertrauens und wegen seines humanen und wohltätigen Wirkens einer allgemeinen Beliebtheit und Achtung. Alle deutschen Tagesblätter Prags widmeten dem Verstorbenen einen warmen Nachruf. —. (Sitzungsberichte.) Am 23. März hielt der hiesige „israel. Nächstenliebeverein, zur Unterstützung verschämter israel. Hausarmen^ seine statutenmäßige Generalversammlung ab. Der Bericht deT Vereinsfür. das Jahr 1873 weiset eine Ausgabe von - 3654 fl. 66 kr. an Unterstützungsgeldern nach, überdies wurden an 70 Darlehensbewerber 2500 fl. Zinsen frei vorgestreckt. Die Einnahmen im,verflossenen Jahre betrugen 4403 fl. '96 kr. von der Darlehenscasse vorgeborgt wurden. Spenden zu 'Unterstützungen erhielt -der. Verein im vorigen Jahre 17 62 fl. 48 kr./darunter je 50 fl. von Sr. Mast dem Kaiser Ferdinand und vom Eardinal-Erzbischof Fürsten Schwarzenberg. Das gesammte Vereinsvermögen betrug am Schlüsse des Vereinsjahres 1873. 22,613. fl. 89 kr. Die. statutenmäßig ansgetretenen Vorstandsmitglieder wurden bei der vorgenommenen Neuwahl sämmtlich wieder gewählt. : K. p. V. , Pest, 26. Marz. (Privatm.) Der erste Israelit, der in ,den ungarischen Adel erhoben wurde/-Herr S. W. Scho-ßberger de Tornha, ist gestern in hohem Alter gestorben. Er war zu wiederholten Malen: Präses. - der hiesigen Gemeinde und gehörte zu den größten Grundbesitzern Ungarns.- - Frankreich. - Paris, 1. April. (Nach der Arch. isr.) Zum Großrabbiner, von Marseille zum Ersatz des -verstorbenen Cahen ist der bisherige Rabbiner von uNimes- Jonas Wehlerwählt tordew -^- Ur. Gosselin, Chirurg am israelitischen Hospital in Paris 'ist zum Mitglied des Instituts (Akademie der - Wissenschaften) erwählt worden.'-^ Der italienische Gesandte in Paris empfing am 23. März eine Deputation der'», italienischen Colonie , um eine Glückwunschadresse an den König Victor Emanuel zu dessen fünfundzwanzigjährigem Regierungsjubiläum in Empfang zu nehmen. Der Sprecher dieser Deputation ' war ein Israelit, Herr Leo Pincherle, ehemaliger Finanzminister der Republik Venedig unter Manin im Jahre 1848. -Nach dem neuen Entwurf für die zukünftige zweite Kammer (Senat) sollen fünfzehn Sitze Würdenträgern der verschiedenen Culte zukommen, - von denen zehn dem katholischen Episkopat, fünf den Präsidenten der israelitischen und protestantischen Consistorien gehören sollen. Italien. Aus Oberitalicn, 23. März. (Pnvatmltth.! Wie ich Ihnen bereits angedeutet, sind seit einiger Zeit Unterhandlungen eingeleitet, um die Wiedereröffnung der Pavuaner Rabbinerschule zu ermöglichen. Rabbiner Mortara in Mantua und Edler Treves de Bonsili in Venedigs find eifrig für biese Angelegenheit bemüht. Gemeinbe- und Privatzeichnungen werden gesammelt und wie ich aus mündlichen Nachrichten erfahre, mit nicht ungünstigem Erfolge. Hierbei wird auch das Augenmerk auf die Stellung der zukünftigen Rabbiner gerichtet, die wohl beim gegenwärtigen Stande der Dinge doch zu prekär ist, und auf die jungen Leute, die den Beruf zu dem ehrenvollen Stande fühlen, entmuthigend wird. In den Gemeinden giebt es noch vielen Stoff zur Regeneration der gemeinsamen Verwaltung der religiösen Anstalten; nur handelt es sich zur rechten Zeit das rechte Mittel vorzuschlagen. Rom, 27. März.. („Voss.' Ztg") Auch, der Ghetto wollte.das Erinnerungsfest an die 25-jährige Negierung Victor Emanuels. mitfeiern: dazu wurde in dem Tempel der israelitischen Gemeinde ein feierlicher Dankgottesdienst' abgehalten. - -. Drei-,von den- Capellmeisteru Formari, Zevi und de - Veroli componirte Psalmen wurden unter Orgelbegleitung im -Chor gesungen , die Theilnahme daran war allgemein. Rabbi Toscano spendete den Segen für das Heil und den . Frieden des Königs: und der königlichen Familie betend. Ueber dem Eingänge des Tempels las. man die von Altari verfaßte Inschrift: M XXV. anniversario civil' assunzione al trono. di Villorio Emanuele> II. gli Israelin, di Roma, clie; per le libere istituzioni del. suo: regno acquislarono diritli di cittadim,;pregano. in queslo tempio .pel. Re et pella patria, (Am 25: Jahrstag der. Erhebung Victor Emanuels auf dem Throne beten die Israeliten Roms/ welche: Kraft der freien Institutionen, seiner Regierung-- Bürgerrechte -erlangten, in diesem Tempel für den König und für das Vaterland.) -

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