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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-04-14 · Heft 16 (14.4.1874) · p. Seite 262

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 16 (14.4.1874)
Date
1874-04-14
Page
Seite 262 (sequence 4)
Language
German
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262- . v. Wir begnügen uns heute 'mitdiesenwenißen höchst charakteristischen Zügen.- ' - Es sind Mi Welt- und' Lebensanschauungen, ' die - sich: theils gegenüberstehen, - - theils- - ergänzen^' Bei den Griechen ist die Schönheit, bei den Israeliten die Weisheit' das -höchste. Gut; bei jenen - ist die Weisheit das^ Mittel -ü'm Anden-KLmpfen zu siegen oder doch seinen Bestand -zu sichernbei diesen von-Gott in der Schöpfung verwirklicht und iM Menschen die- Gottesfurcht- und das Böse zu weiden erwirkend f- - bei jenen ist alles Nichlhellenische barbarisch, - das ist roh, - tyrannisch, gewaltthätig, gemein und bestimmt, dem Geiste; nnd^ der Macht der Hellenen zu unterliegen) -bei'-diesen wird - der: Fremde denr Einheimischen in Recht und Wohlthat gleichgestellt And -jede Bedrückung -von -seinem- Haupte ferwtzehaltknst bei jenen entartet das Menschengeschlecht immer mehr, und ist dem -Verderben geweiht, bei diesen ringt es sich durch schwe're Kämpfe - und Strafgerichte zur Herrschaft der Gotteserkenntnist- und des -Friedens-empött Wir-haben Dies nur den Quellen gemäß darstellen, eimUrtheil jedoch nicht abgeben wollen. Der Leser - kann- Dies seiner eigenen Anschauung gemäß sich selbst bilden. - Man wird einsehen, Aaß diese beiden,-wie gesagt, theils entgegengesetzten, theils sich ergänzenden Anschauungen auf den niovernen Geist verschieden einwirken mußten-- woraus sich manches Räthsel, mancher Gegensatz und Widerspruch in der modernen Cultur erklären'. Literarischer Wochenbericht. B onn, 26. März. Unter englischem und hebräischem Titel erschien/ eine Uebersetzung des Othello von Shakespeare. (Wien, Druck von Spitzer und Holzwarth, 1874) in der hebr.. Sprache. Der Uebersetzer bezeichnet sich als I. E. S. . Der. auch Milton's verlorenes Paradies übersetzt hat, als Herausgeber P. Smolensky, der Redacteur des Haschachar. Der Letztere hat eine ausführliche schöngeschriebene hebräische Einleitung vorangeschickt. Wirwollen Nur den witzigen Anfang hervorheben. Er meint, es gelte hier eine edle Sache; die Engländer hätten die h. Schrift in. viele Sprachen übertragen und' in alle Welt wir sehen ihn jene sinnig verändern und erweitern durch die Mischung des Tho.ncS, mit dem Eisen in den Füßen und Zehen, so daß also die ganze Gesellschaft in ihrer-Weltlichkeit ans irdenem Gestell beruhenderscheint. . Daß er an die Stelle der vier -Zeitalter Weltreiche setzt, die er von dem damals bestehenden, ihm als das erste Weltreich erscheinenden chaldäischcn Reiche an datirt^- denn-das frühere assyrische konnte ihm. ein solches nicht sein, da es weder auf Juda noch auf Aegypten eine zerstörende Herrschaft geübt hatte — zeigt uns eben eine bestimmtere Gestaltung der Idee,, als bei den griechischen Dicktern. Diese Anschauung unterscheidet sichdadurch auch von den früheren Propheten, die specieller von.Israel als dem Kernpunkte. der ganzen menschengeschlechtlichen Bewegung.ausgingen, so wie Daniel selbst ans diesem engen- Kreise in den Mittelpunkt der asiatischen Völkerbewegnna versetzt war." . (B. Hl S. .799 f.) . > . . . .;: verbreitet; ' so wolle man 'jetzt -die' englischen Schriftsteller'- in die hebräische -Sprache übertragen.' - Freilich' fehlt chier -das ' zweite' Moment-- des '-Vergleiches, - nämlichdie - -Verbreitung in alle Welt durch - diese Uebertragung. : Unsere - Leser wissen-' was 1 wir solchen Uebertraguugen größer moderner Dichtungen, welche dem Cyä'rakterdex ' h.-- Sprache -so fremdartig sind)' -halten; doch erkenneri - wir gern -die bedeutsame Geistesarbeit und die Sprachgewandtheit -äu, welche darauf verwendet werden. Xibör; ^Psal-: möruiii * hebraicus' a ique > latiiius - - ab' Ilierdnyriiti » fex -liebraeo5 versus. Consociata opera edidminl Cohslantihus* de - Tischen-- dorf, S. Baer^ Fr. Delitzsch. (Lipsiae/Brockhaus 187 4). Unsevw -Lesern wird dieaußerordentlich coMete/o v'öw vielenunur^allMdwöhnlichen-Fehlern gereinigte Ausgabe des -Textes^i>er und des'/Jesaias von S. B a er erinnerlichsein, welche: dieser Gelehrte rnit einem nicht genug-liailguerkennenven Fleißes äüfopfernder- Ausdauer undvielemScharfblickcherausgegeöeU-Hat? Dieser: -reihtsich -- jetzt bas Buch der Psalmen an, üM-ist' der- Herausgeber eben so glücklich mit diesem Werke, wie -mit seinen früheren Editionen gewesen. Bekanntlich hat- Hieronymus drei- Uebersetzungen der Psalmen an's-Licht ^gebracht,, von denen die drittem ganz sein eigenstes- Werkdemungeachtet' sehr' vernachlässigt war, weil: die erste im römischen, - die; zweite im galikanischen Psalterium ihren Platz gefunden und - behauptet Hab Die-dritte Version ist in der vorliegenden Ausgabesorgfältigemen'dtrt--dem Texte/gegenüber gestellt worden./ Hmzugefügl/sind' kritische! und' masoretische Anhänge, - ein schätzbares Material und eine - -von' Delitzsch verfaßte lateinische Vorrede/ — Jahrbücher für jüdische Geschichte und Literatur-. Herausgegeben von Dr. N. Brüll) Rabbiner der israel. Gemeinde in Frankfurt a. M. (I. Jahr-' gang) (Frankfurt a. M., - Erras, -187 4.) Diesen - ersten Jahrä gang füllt.der Verfasser nur mit eigenen-Arbeiten, die er-gteich-- sam : als Vörbilver für die zukünftigen Leistungen angesehen wissenwill,, und fordert die Gelehrten auf-- ihn --für die weiteren Jahr-: gäuge zu unterstützen. Der vorliegende- Band enthält: 1. die' talmudischen Tractate über Trauer um Verstorbene, 2: Aviabene) 3. das Geschlecht der Treves, -4. fremdsprachliche Wörter inden- Talmudim und Midraschim, 5. 18- MiScellen. Man ersiehl' hieraus, daß der -Inhalt ein reichhaltiger ist, wie sich denn der Fleiß und -die Gelehrsamkeit des- Verfassers aufjeder Seite bewähren-. Weniger glücklich, wirmüssen es sagenst-ist /er - im: Ausdruck, abgesehen von -mancherlei Jncorrectheiten liebk der Verfasser allzusehr lange und verwickelte Perioden, die bisweilen unleidlich werden. Schade ist es, daß dem reichhaltigen Werke kein- ' Register' beigegeben ist,-was bei der Fülle der Einzelheiten uw' so wünschenswerther gewestn. Wir hoffen , daß das'Publikum dem -Herausgeber wie Fortsetzung erleichtern - - werde.' —' Ueber' Entstehung und historischen Werth des- Siegeskalenders Megillath : Taünith von Joseph Sch milg. (Leipzig', Ackermann u. Glaser 11874.) Diekleine- Schrift (50 S.) ist: die JnaUgüral-Dissertation des Verfassers, undmit Umsicht-- Sachkenntniß und'gutem

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