Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 15 (7.4.1874)
- Date
- 1874-04-07
- Page
- Seite 245 (sequence 3)
- Language
- German
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-245 Ms ^vermochte er nur, indem.erhallen 7 Aussprüchen, ja,Ius- Wckey». flllen- Erzählungen- Herlchten. .Wd-,GesMn Mr.helligen Schrift eine«)-esoterischen- Siny.;Mlegfe§ jedesMoxt^-ja.jede Sylbe einerbesond«en^DMWA.^.untMog^7;Mp:chefon.herft: auf dem Wege. der Allegorie den Sinn: -darin »fand, dem er suchte. In-.diesepMethode, lag. keinKruch;mst-dem^Iudenthume; ,-Jic war.Mntz ist stets, in.-diesem. vorhanden;- gewesen:Md.„Talmud und: Midrasch n sind; vM von Beispielen in.der Anwendung derselben..- Der- Unterschied, warstets,«»£■ber, daß dieses freie Spiel der-Auslegung 5als solches von dem Einfachen und wirklichen Sinn der-h. Texte unterschieden und der Letztere meist, streng als der chahreund wirkliche bewahrt, wenigstens immer wieder bis auf .den. ^heutigen Tag - zur? Geltung- und Herrschaft gebracht jvurpe./Insbesondere führte man die-^allegorische...Deutung als völlig subjective - und willkürliches, niemals zu der Ausdehnung, welche Philoihr eingeräumt. - Der Midrasch wird z. - B..Abraham alle . möglichenTugenden und - einige besondere. zuschreiben, ..niemals-.aber Abraham - zu einem - bloßen Begriff einer Tugend machen, - wie?. Philo. In diesem einfachen Beispiel - liegt der charakteristische Unterschied. -Die eigentliche jüdische -Auslegung will nur eine Fülle von Ideen,-.wie sie . sich im Laufe der Zeiten ergaben, in die Schrifttexte hineinlegen,, während Philo. ein , vollständiges metaphysisches, und -ethisches jStyftem; sich bildet und consequent in den -Text der h.-Schrift hineinträgt.-,^ :::Nach Bauer war mit der Aufstellung des .Geistes- (voys), als der ordnenden ^Macht der Welt durch Anuaxagorisder Gegensatz ^zwischen:, diesen beiden gegeben und - Heraklith Gegensätze, Plato's Ideenwelt und der Logos der Stoa: haben - diesen Gegensatz nur verstärkt.■ - ^Diese Erzeugnisse der griechischen Philosophie ergriff nun Philq. Md / „schmiedete sie^ - an den Monotheismus dessIudenthums, und suchte dann die Gegensätze durch den „als Mittler zwischen Gott und der. Welt auf- und niederschwebenden Logos" zum Ausgleich zu bringen. Hierdurch, soll Philo den Vorhof des Christeythums geschaffen und ausgebaut haben. Esergiebt: sich hieraus die-, Nothwendigkeit, .tzasnäher: zu untersuchen, .was Philomit feinem Logos verstanden.hat.- - - (Fortsetzung folgt.) Literarischer Wochenbericht. Gx*?ecskerek, im März.. Zur rabbinischen-Sprach- und Sagenkund-e. Von vr. Jos.,Perles/.Rabbiner zu München. (Breslau. Skutsch, 1873.) Bekanntlich vergleichen die Alten den Talmud .mit dem Weltmeere und wendeten darauf geistreich an die 'Blbeistelle'^ Ällb' Flüffe gehen .in's Meer und das - Meer wird nicht voll.: . «MM?n?2dr>!7k^nr. -/(Midrasch ' zuvt-Hchenliep. 5, 14). Es ist wohl dieser Vergleichhöchst ^zutreffend, wenn man,.pie^beihen Mmuden^iu linguistischer Beziehung, betrachtet; denn. schwerllch?--tpird . man; ein-- zweites.W^siud^ep,. daß. eine solche,MengeuH Verschiedenheit, vM,,Mrachen ilnd^^piomen aufzuweisen hat.,2 Mseß:KM, so,,Myw Man,.da.s Bild zweiter ausführen, groß und, klM dH,y»iiMeltj M^vpn.^Aachen) ...Hne Zahl!, (Pst 1.04, 25)/..Hier siyd wahrlich^ sammtliche.Mprachgruppen: Sanscrit und, Zend,„. das. Persisch^ und Arabisches das Syrische Md. . Chaldäische^ Griechisch und . Latein-rc.. vertreten. Die iLexicogxaphie.deö.Talymd.uydr-Mivrafch ist daher ein immenses. Gebiet, ,das erst in Zukunft. vollkommen Heherrscht^werden - wird, - wenn - .die. orientalische. Philologie zur? Höhe , her, Vollendung. wie die elastische. gelangt, ist.. . Sachs'.. Beiträge/ und Levy's, chaldäisches Wörterbuch -haben gleichsam. die Schatze^ - die hier noch. zu. heben find,, .aufgefunden und dadurch 'den,,. Ampuss gegeben, zu .deren > .endlichen Förderung aws. Tageslicht.. Herr Rabb. vr. J. Perles hat mit seinen mit. vielem Beifalle , aufgenommenen „etymolog. Studien" die Arbeit .seiner erwähnten Vorgänger fortgesetzt und ergänzt. In dem angezeigten SKnftchen, ,das..Miscellen zur rabbinischen Sprach- und Älterthums - stunde und rabbin. Agada's ist.1001 Nacht enthält,. Hat. Herr Dr. Perles mit vieler Gründlichkeit den Wortschatz des Talmuds, sowie dessen Reichthum an-Sagen und Parabeln behandelt., Die kleine Schrift bietet eine reiche Fülle von.vortreffttchen, Etymologien, und .vergleichenden. Studien, , die keinen. Leser .unbefriedigt lassen dürften.,; Daß darunter., viele gewagte Hypothesen, sind, die noch der gründlichen.Untersuchung. .bedürfen,, .kann wohl nicht befremden, weil Dies bei derartigen Forschungen fast unverm/eidlich ist. Doch, bisweilen 7 hat der gelehrte, sprachkundige Verfasser das Naheliegende übersehen, um nach dem Fernen...zu' greifen/. So z. B. emendirt und erklärt Herr vl-. Perles .S, 6 die Stelle : pnb..^2«. ,w»b« /-i. .^ab ..‘p^ara ,,.pbaSji .nn772b.-vbi«n :1N12 p.« ^r'Ma bi^ki tb^sn b^n (Thoßftha Kelim-1) paß hier ^-,a^..;bM/M,;lesen. sei, indem unter-bian HM. die. Dienerndes Hohenpriesters Ismael ben Phabi verstanden wäre. Phabi-Fabius-bia-Äohne. . .Demnach sagte Elieser zu Simon: Du verdankst Deine Straflosigkeit nur dem Umstande, daß DichMner der Fabier auf frischer That ertappt hat; io AsgraM. entdeckt,, . hättest Du- - ihre .-wuchtigen Fäuste .und Kyittel zu,?-kostew Mommen. - Wir^ brauchen gar nicht aufdie Unwahrscheinlichkeit dieser Erklärung , aufmerksam zu machen/ Es: bedeutet^ hier-- - h^ain dba - nichts anderes als T/horhüter. Das' Wort kömmt im Talmuh und in den Tärgumim häüfig' vor (S.''Ar«ch «nd.../Bnxtors' stexievu tbslm. 8. ,v.) und unter dem vr^an ist einfach der Thor- Hüter, wie tijrt .Hebräischen -,LNN bsn ,n^n ba>3, verstanden, bä die DhorhstE im Tempel die Aufgabe hatten,' die levitisch Unreinen vom Heiligthume ffern/zu halten. — S. 18 mit der Ueberschrift:;... „Cröfus im Talmuds, sagt, Herr P.: ,,Mr Talmud gedenkt an einigen Stellen, Jona 9 », des Hohenpriesters ' . . 15*