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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-04-07 · Heft 15 (7.4.1874) · p. Seite 244

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 15 (7.4.1874)
Date
1874-04-07
Page
Seite 244 (sequence 2)
Language
German
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Anbedeutend und nur witzelnd. Er betont, daß Renan gethan, als ein romantisch^ Bild von Jesus, seinen 9üng^ und Hndsleuten ^entworfen, MnD mit einer glänWden StckAD verseADhä. 'Gehen wnGEmZr au/den^ernstßcn^nhalt^semer Strauß und Renau/>memr Bruno Bauer, gehen von der Ansicht aus, daß das Christenthum seinen Ursprung aus der Messiasidee des Judenthums.oper^vielme^hr aus hem alte.nMefsiasbilde, wie eS bamafö* Ifct MifL^M-BÄ^Ilebie^ gezogen habe/ nifswrp:l’l')Q' Kenan nichts weiter denn uuch, welche insb« insbesondere die Führer der palästinensischen Juden gegen Jesus einnahm und ihn in ihren Aygen rnehx noch als die Behauptung, der Messias zu sein,8als^ BerleKr der väter^M^igrotz erscheidUiMAZdEnoch HwaDeAKhstik wurM^MbcA nM dem MM.-MMbASneü vorherrschend und entwickelt^ M in schneller Weise bis zu dem ganzen dogmatischen Gebäude, das noch jetzt besteht. Diese -MM^wsir^es jgjtdj,.; .ry^che>-ztyzsHen Judenthum und ChristenthUm ek^Keite"Kluft "eröffnet^niemals wieder geschloffen Dies erklärt er aber für falsch, sondern will das Urchristenthum lediglich aus den Anschauungen Philo's und seiner Schule unmittelbar /hervorgegangen' -sein kaffen. ' Er mußte daher Philo schon in vollem Bruche mit Lehre und Gesetz des Judenthums erklären- und alle Elemente der christl. Dogmen in jenem vorhanden finden wollen.—Die eigentliche Geburtsstätte, des Christenthums wäre nun nicht-mehr Palästina-' ffondern-Megypten. Der ^Berft läßt sich hierher auf einen eigentlichen Gegenbeweis >gegen die erstere Ansicht, welche ja auch die allgemeinere ist, gar nicht ein, sondern wirft! sich: vorzugsweise auf die Ausführung seiner eigenen Meinung. Wollen wir ihm deshalb auch besonders dahin' folgen, so können wir doch nichi umhin, jenes als eine wesentliche Schwäche der Bauer'schen Arbeit zu erklären. Es läßt sich ja durchaus nicht verkennen, daß-die Anfänge des Christenthums in Inhalt und Ausdrucksweise' ganzauf palästinensischem Boden stehen und mit der hellenistischen Weise gar nichts gemein haben. Einfache Sentenzen NNd^ Gleichniffe sind palästinensisch-jüdischer Art, und himmelweit von' deck aüfgebauschten Wesen der künstlichen und gedrechselten allegorischen Deutung und der überspannten moralischen und theosophischen Anschauung der Alexandriner entfernt. Das erste Auftreten Jesu ist das eines Lehrers des Volkesnicht eines vom Griechenthum abhängenden und genährten Philosophen- und fein" nächster Schritt war die Erklärung als Messiasschön weil er ohne diese auch nicht als Volkslehrer bei dem damaligen Volke in einer den herrschenden Ansichten vielfach entgegengesetztendas jüdische Gesetz untergrabenden Weise wirken konntet Als Messias faßt ihn daher das'Volk, ja seine nächste Umgebung von ihm auf und verlangt von ihm Wunder, als Messias fassen ihn auch die Römer auf und da -sie einen jüd. Messias nur mit politischen : Zwecken,' mit dem Zweck des Um sturzes der römischen Herrschaft begreifen können, verurtheilen sie' Jesus und richten ihn als politischen Empörer hin.' Alles Dies ist in den Schriften des N. D so durchsichtig, daß es großer Befangenheit bedarf, um'es leugnen M wollend ^Soweit'sind denn auch diese Anfänge' des1 Christenthums;' von rationeller' Richtung^1 imb: ihr Urgrund ini rationellen Jüdenthüme nicht " zu verkennen. Aber nicht ^'minder ist es währ, daß schon frühzeitig die Mystik sich des Christenthums bemächtigte, und' daß dieselbe bereits in die letzte Lehrzeit -Jesu eingegriffen habe/ Der -Messias" - wird zum- „Sohne Gottes"- zur göttlichen Persönlichkeit, und sein Tod ,-zür'' Erlösung der ganzen/ Menschheit/"- Diese-Mystik war es werden konnte. Hieraus ergiebt sich, daß beide. Ansichten für sich einseitig-sind. Die einfachen, grundlegenden Elementevon der( Einzigkeit- Gottes, der Weltfchopfungvon /der - Einheit des Menschengeschlechtes, der GleichheitallerMenschenvorGottund von der. allgemeinen Menschenliebe/ wie auch insonders .die zehn Gebote sind aus dem palästinensisch-rationellen^ Iudenthume^entnommen-^und wurden^von der-Messiasidee getragen:^ Die diese Elemente modificirende und sich bald zu einem, eigenen DoWenbau erweiternde Mystik, ist anderswo hergekommen. Daß,sie so schnell sich der Anhänger Jesu und: wohl schon dessen selbst bemächtigte, ist theils psychologisch /aus' der Sentimentalität zu erklären, welche einen Charakterzug des neuen Lehrers und seiner Gedanken bildete, theils aus der Nothwendigkeit, für die Strenge und Confequenz der alten/Lehre und für das aufzugebeude Gesetz ein geistiges Surrogat zu erhalten und endlich aus dem Drange Wege zu eröffnen, welche eine Verbindung mit den Anschauungen der Heidnischen. Welt ermöglichten. Woher hat nun diese Mystik, ihren Ursprung gezogen? Bauer * antwortet: sie ist bereits iw Philo vorhanden und aus dessen-. Schule entnommen. Dies ist es, was wir näher untersuchen wollen. Daß Philo der erste war, welcher Philosophie und Religion miteinander auszugleichen und zu vereinbaren suchte, ist längst anerkannt. Man wird es -zugeben müssen, wenn man die Philosophie und die Religion cm einem gewissen Abschlüsse ihrer Entwickelung-in Betracht-zieht, wo sie denn wirklich als griechische Philosophie und jüdische Religion zum ersten Male im jüdischen Hellenismus aufeinanderstoßen konnten und stießen.- Sonst müßten derartige aber schwache Versuche bereits früher geschehen seinwo - ein-philosophischesDenkenM der bestehenden Religionslehre in Conflict gerieth:; Wir haben solche im Buche Hiob und in Koheleth vorliegend -Die h. Schrift nun- - welche vollständige Theorien über Gott, Welt, Menschengeist, welche metaphysische, physiologische und ethische Systeme durchaus nicht aüfbauem wollteläßt selbstverständlich überall eine Menge specieller Fra-' gen zu,/welche zu beantworten der Spekulation überlaffen bleibt. Philo/ der' an der Göttlichkeit der h.'Schrift durchaus''nicht' zweifelte, - und zugleich mit den griechischen - Philosophen wohl bekannt war/' daher das ganze Heer' metähhysischer, psychologischer' und -ethischer Fragen in' sich 'trüg,' wöllteoder müßte: alle diese' Fragen in der h. Schrift bereits gelöst sehen. Er suchte sich Dies zu beweisen und auf diesem Wege die Frage zu lösen.

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