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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-03-31 · Heft 14 (31.3.1874) · p. Seite 232

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 14 (31.3.1874)
Date
1874-03-31
Page
Seite 232 (sequence 8)
Language
German
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232 Schüler .dev Vorschule--des-Magdqlenäums rc unwi einzelnedes Gymnasiums an dem christlichen- Religionsunterricht Theil,und Herr Reichelt rieth den mosaischen Schülern seiner Clasie einst mündlich eine solche Betheiligung am Als er darauf von einem Vater die- Bescheinigung erhielt, daß er schon in anderer Weise für den Religionsunterricht seines Sohnes sorge, befürchtete er mißverstandenzu sein, und um die Eltern aufzuklären und jeden Schein einer'Pression zu zerstören/ dictirte er den Knaben die gestern mitgetheilten Worte. -Diese ZlufklMng hätte sich der betreffende Einsender von mir holen können Md sie wird hoffentlich genügen, das Aufwirbeln vonStaub zu verhindern." (Dem Herrn Director Heine ist es schwerlich gelungen, durch seine Erklärung zu überzeugen, daß: der Ordinarius der Sexta keine Pression, hat ausüben wollen. - Man kennt die Macht eines Ordinarius und die Wirkung, welche eine wiederholte Aufforderung aus dem Munde eines solchen hat. . Sieht ein Ordinariuserst etwas von Seiten seiner Schüler-als Ungehorsam und Widersetzlichkeit an, dann kann es diesen Schülern sehr übel - ergehen. Das-wissen die: Schüler und deren Eltern recht wohl. Was-aber die Begründung seines Verlangens betrifft, so war Herr.Reichelt in derselben noch unglücklicher. Man vergesse nicht, daß man es mit der Sexta zu: thun hat. In dies er Claffe, zum Verständniß. des. Mittelalters, der Reformation, der gegenwärtigen kirchlich apolitischen Kämpfe und gar -der Werke von Grätz und Strauß vorbereiten zu wollen, und - zwar durch den christlichen Religionsunterricht, ist doch gar zu abenteuerlich, um keines andern Ausdrucks uns zu bedienen.. Wir könnten Dies allenfalls begreifen, wenn ein Ordinarius der Prima solches meint und sagt — aber der Sexta! Und glauben denn diese Herren, daß damit ein Jude das- Christenthum kennen lerne, i h r Religionsunterricht nothwendig ist? Vielleicht das Gegentheil. Der Jude muß das Christenthum-nach' allen dessen Seiten und Richtungen kennen lernen, und dazu giebt ihm das Leben und die Lectüre Gelegenheit im Ueberfluß, Die Schüler der Progymnasiums aber und der Sexta zur Theilnahme am christlichen. Religionsunterrichte, wie er in diesen Cl'assen ertheilt zu werden pflegtnachdrücklich anfzufordern, heißt schließlich doch nichts anderes/als — Profelytenmacherei. Man denkt die Keime in die zarten Kinderherzen zu senken, sie würden darin schom-aufgehen. - Wenn der Herr Director bemerkt, daß einige jüdische Eltern ihre Kinder an dem christlichen Religionsunterrichte theilnehmen lassen, so erweist Dies nur die Halbheit dieser jüd. Eltern, und von der andern Seite, daß man solchen Herren nur den Finger zu-reichen braucht, und sie greifen nach der ganzen Hünd^' --- - ' - Die Redaction.) - Bielefeld, 21/ März. (Privatmittheilung.)---Am -'-1-9/ d. M. verschied der in weiteren Kreisen > rühmlichst bekannte Lehrer H. Leefer in Lübbecke plötzlich an - -den Folgen eines Schlägflusses im 60. Jahre seines Lebens. In der jüdischen Schulliteratur hat er durch sein in zwei Theilen erschienenes Sprachwerk:>l pwb sowie durch sein „Hülfsbüchlein zum . UebersetzeN des Pentateuch" sich; einen ehrenvollen Namen erworben. Alle, die ihm im Leben näher standen, haben in ihm den redlichen, geraden Charakter, den Biedermannin der schönsten Bedeutung des Wortes, den strebsamen Collegen, den treuen, warmfühleNden Freund schätzen und lieben gelernt.' Möge der Allgütige seiner braven Wittwe und den verwaisten Kindern, Tröster, Berather und Helfer sein!. In den Herzen-seiner zahlreichen Schüler und Freunde- -^- beides war ihm >'der Unterzeichnete— ist ihm ein ehrenvolles Andenken gesichert. S. Blumen au. Oesterreichisch - ungarische Monarchie. Wim, im März. (Privatmittheil.) Vielleicht der wohltätigste Verein, den jetzt die Juden Wiens in ihrer Mitte besitzen und welcher in andern großen Gemeinden Nachahmung oder besser gesagt , Nacheiferung verdiente, ist der „Mädchen- Unterstützungsverein", dessen siebenter Jahresbericht'-uns vorliegt.' Am besten wird Dies aus dem Berichte selbst hervorgehen, aus welchem wir folgende Stellen von allgemeinerem Interesse hierherstellen. - -- 1 =-■■■' - •-'■=■- - : „Wie in den früheren Vereinsjahren, waren auch im letzten -unsere Schulen sehr zahlreich besucht. In der Arbeitsschule, an welcher drei Lehrerinnen thätig sind, wurden achtzig Mädchen unterrichtet, welche nun zum großen Theile ihrem Berufe als Weißnäherinnen, Kleidermacherinnen, oder Stubenmädchen nachgehen. - - Sämmtliche Schülerinnen wurden,' um ihre Erwerbsfähigkeit zu erhöhen, im Maschinnähen unterwiesen und genossen einen gründlichen Wiederholungsunterricht in den Elementargegenständen , an welchem auch die externen Schützlinge theil- ' Letzterenbieten wir durch Anleitung im Frisiren, wie in -der-Modistenarbeitdie -Mittel zur Selbsterhaltung, 85 Mädchen wurden.' in der Fortbildungsschule für einen geistigen Erwerb vorbereitet. - - - : -Von: dem -Bestreben -geleitet, die Schule nach Kräften zu vervollkommnen, haben wir nur bewährte Fachlehrer angestelltderen bisherige pädagogische Leistungen uns -mit vollstem Vertrauen erfüllen. : .! Den' mit dem Wesen und den Eigenthümlichkeitender Schulebereits bekannten Leiter der Unterabtheilung, Herrn N. Bogl, haben wir zum Oberlehrer ernannt und ihmden Unterricht in Geometrie 'und Rechnen übergeben; an seiner Seite 'wirken -'die Herren I. Mauthner für deutsche Sprache und Religion,Cömmünalschullehrer Herr B. Maxl, für Geschichte' Und Geographie --und-- Herr A. Michl für Naturgeschichte und Physik. ' M-:-.: -V. :

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