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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-03-31 · Heft 14 (31.3.1874) · p. Seite 230

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 14 (31.3.1874)
Date
1874-03-31
Page
Seite 230 (sequence 6)
Language
German
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unausbleibliche Entrüstung eintratjener Mammönschwindel naturgemäß nicht'nur zummoralischen, sondern auch zum Materiellen Verderb' führte." wie wüthete da der Selbstmord Unter den Männern, die Ehre und Vermögen leichtsinnig auf das Spiel gesetzt hatten! Männlich zu - tragen, was sie selbst verschuldet — daran ist kein Gedanke: das Spiel, das man um schnöder Gier willen . unternommen, ist verloren, also vergehe auch das Leben-mit ihm! In allen Gebietender Kunst ist Ebbe. Wir haben weder Dichter noch Maler, weder Bildhauer noch Musiker noch'Schauspieler von origineller und bleibender Bedeutung, und was nochdavon übrig, stirbt allmälig hin, ohne ersetzt zu werden. Aber .kann uns Dies Wunder nehmen? Woher sollten sie kommen in einer materialistischen, des geistigen Schwunges beraubten Welt? Unsere Dichter sind nicht voll Enthusiasmus für Schönheit und Wahrheit, nein, ihre Befriedigung " sind zehn , zwanzig! Auflagen,> Übersetzung in alle lebenden! Sprachen und Haupt-! sächlich, was daraus von selbst folgt, das klingende Honorar,! mit dessen Erträgniß sie ein nicht minderschwelgerisches Leben! führen, als die Nabobs der Börse. Betrachtet doch die Größen! unserer Schriftstellerwelt, und sagt dann, ob diese Schilderung übertrieben ist! Unsere Maler trachten nicht danach^ ein schönes liefdurchdachtes und wahrhaft künstlerisches Bild zwmalen, sondern eines, das-sich leicht und zu hohen Preisen verkauft. Leset doch die einstimmigen Klagen der Journale über unsere Kunstausstellungen- und saget dann, ob diese Schilderung übertrieben ist. Unsere Schauspieler und Sänger streben nicht-danach, das Publikum in den wahren Geist der unsterblichen Meisterschöpfungen einzuführen, sondern sie studiren sich zehn, zwölf Rollen ein, und darauf reisen sie mit marktschreierischer Fertigkeit umher, ihre Leistungen heute diesem, morgen jenem' höchstbietenden Impresario versteigernd. Nein, da ist die Flamme des Genius erloschen, und der Funke des Talentes , der leicht zum erwärmenden und erleuchtenden Feuer entwickelt werden könnte, wird nur trübe erhalten durch die selbstische Genußsucht materialistischer Gesinnung. - Das sind die Folgen des Atheismus und Materialismus, wie sie unbestreitbar Geschichte und Erfahrung uns erweisen. ' - ' M. P. ' Deutschland. Berlin. 13. März. Im Jahre 4841,, traten Hierselbst! mehrere jüdische Studirende zu einem Vereine zusammen, umj ihre bedürftigen Commilitonen nach Kräften zu untexstützen, und! zwar „sowohl durch regelmäßige monatliche Spenden,, wie auchi .d.urch einmalige größere Zuwendungen, wobei aA Grundsatz fest-! gestellt wurde, daß die Unterstützungen nur als Darlehn zu be-l trachten und später bei günstigeren Vermögensverhästniffen zurückzuzahlen seien. Dieser Hülfsverein für jüd. Studiremde,. dem der bekannte I)r. Ries von seiner Gründung an als Vor-! standsmitglieh: angehhrt, hat sich im Laufe der Zeit, auf's, erfreu-- lichst.e entwickelt. Nach dem in der letzten Generalversammlung! erststtteten Berichte zählt derselbe gegenwärtig 758 .Mitglieder,! darunter ,5. :immerwährende und:6 - Ehrenmitglieder. Die steigende! Rückzahlung gewährter Unterstützungen ermöglichte... die Ausdehnung der, Unterstützungsfrist von 4 und 5 Semester für Juristen und„von 5 . auf 7 Semester bei Medicinern, sowie die Erhöhung der Unterstützungen bis auf 6 Thlr. monatlich. Im Ganzen. Wrden .während des. verflossenen Jahres 2625 Thlr. an Unterstützungen ausgegeben.. -Die verminderte; Frequenz der hiesigen Uyive^^st, hat auch auf den..Hülfsverein ihren Einfluß nicht ganz verfehlt. Besonders auffallend ist die Wuctuation der Unterstützten in Bezug auf die dreiFacultäten; während die Zahl, derselben, früher. f.mit 9 0 pl^t.;die Mediane,r,, mit. 9 pCt. .dig Hfloftphexr.Wd mft flur 1, pCt, Pie.Juristen trast, ,ist in ^den . letzten-.Jahren, der.Procentsatz, hex Juristen in stetM Progression gewesen und hat jetzt fast die Ziffer der Mediciner erreicht, während die-der Philosophen so ziemlich.Mf ihrem alten Status verblieben ist/- --- Bon den beiden im vorigen Jahre .ausgeschriebenen Preisaufgaben. .Hat die philosophische: „Ueber den Einfluß des kopernikanischen Systems auf die Entwickelung der. modernen Weltanschauung" keinen Bewerber gefunden,.. während., der Preis der medicinischen Aufgabe mit 50 Thlr. dem (Kandidaten Levin zuerkannt wurde.. . Dieselbe bchandelte die physiologischen, pathologischen unv therapeutischen Wirkungen des Alkohols mit besonderer^ Berücksichtigung. seiner, Wirkungs- und Anwendungsweise in fieberhaften Krankheiten...— Der Verein hatte im vorigen Jahre eine Einnahme von 4884 Thlr. 12 Sgr., welcher eine Ausgabe von 3148 Thlr. 3 Sgr. gegenübersteht, darunter 2625 Thlr. für Unterstützungen, so daß sich das Capitalvermögen auf 15,371 Thlr. 5 Sgr. erhöhte. Die Rückzahlungen bezifferten sich im letzten Jahre auf 857 Thlr. —■ Mit dem Verein sind fünf besondere Stiftungen verbunden. - Die A l,e,x ander v. Hutnbold t.--Stift.ung gewährte bei einem Capitalstock von 5624 Thlr. zwei Stipendien ü 125 Thlr.; die Marian ne Lieberm.ann-Sliftung gab bei, einem Capital von,.,626 Thaler drei Stipendien ä 80 Thlr.; die Joel WolfftMeyer- Stiftu.ng bestritt; ihr Stipendium von 100,Thlr. aus den Zinsen ihres Capitals. von 2042.,Thlr., die Jakob Saling- Stiftung verwendete, die. Zinsen, ihres Capitalfonds von 20H5 Thaler zu drei Stipendien ä 30 Thlr., und., die M a, x-J a ur es- Sfhftn^g,gewährte, ein Mpeichinm, v.on 50 Thlr., aus. shM zinstragend angelegten Capital pon lp3s7 T,ha(er, — Der, im

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