Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-03-24 · Heft 13 (24.3.1874) · p. Seite 214

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 13 (24.3.1874)
Date
1874-03-24
Page
Seite 214 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3226960-3226974--32466-3255433
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

214 v In einem Circular, datirt Berlin 15. Februar 1873 fordert ein, sich Oberrabbiner von Palästina i nennender .Cohn die Vorsteher der. israelitischen Cultusgemeinden auf, Beiträge zu sammeln und ihm solche einzusenden, „zu der Unterstützung des projectirten Baues eines jüd. Hospitals zu Safed." Diese Afforderung wurde von den Kgl. Regierungen warm empfohlen. ' - Im Schreiben vom 7. Adar 5633, 5. März 1873 warnten die Pekidim und Amarcalim der israel. Gemeinden im heiligen Lande, residirend in Amstardam, in den schärfsten Ausdrücken vor den Cohn und dessen Vorhaben. . In Folge, dieses letzten Circulars und eingezogener Erkundigungen in Frankfurt a. M., die ebenfalls nicht günstig für den Cohn urtheilen, rieth ich den Gemeinden meines Rabbinats, die mich hierüber zu Rathe zogen, vorläufig dem Cohn noch keine Beiträge zukommen zu lassen. Aus einem abermaligen Circular der hochlöbl. Königl. Regierungen geht nun hervor, daß die Amsterdamer Pekidim .mit vollem Recht vor dem Cohn gewarnt haben. I. Cahn, Oberrabbiner. Frankfurt a. M., 12.'März. (Privatm.) Aus dem soeben veröffentlichten 9. Rechenschaftsberichte der „Achawa", des Vereins zur U nt er st ü tz u n g h ü l f.s b e d ür ft iger israe l. Lehrer, Lehrer-Wittwen u. -Wai sen inOeu 1 schl a nd,. gewinnen wir wieder die Ueberzeugung von dem immer mehr wachsenden Gedeihen und segensreichen Wirken dieses wohlthätigen Vereins. Am Schlüsse des Jahres war die Verwaltung im Stande, den Betrag von 5135 fl. unter 23 Mitglieder, theils Familien, tyeils alleinstehende Personen, — zusammen 30 Theile, — sowie 111 fl. 15 kr. aus dem Reservefond zu vertheiten, nachdem sie im Laufe des Jahres bereits die Summe von 451 fl. 30 kr. aus letzterem an Unterstützungsbedürftige verausgabt hatte. . Es^ war der Verwaltung soweit möglich geworden, vom Jan. 1873 bis dahin 1874 die Gesammtsumme von 2697 fl. 45 kr. an Hülfesuchende zu verabreichen. Dabei hat sich der Capitalgrundstock von 18,750 fl. auf 22,250 fl. gehoben. - Auf Grund dies es erfreulichen Ergebnisses wiederholt in dem- Vorwort zu dem Berichte die Verwaltung ihre dringende Aufforderung an die israel. Lehrer Deutschlands, durch Beitritt zu dem Vereine sich sowohl die Aussicht auf Unterstützung in Tagen der Noch zu eröffnenals auch ärmeren und bedürftigeren Berufsgenossen dadurch einen erwünschten Beistand zu leisten. Die Verwaltung macht ferner noch darauf aufmerksam, daß die geringen Mitgliederbeiträge in keinem Berhältniß zu den-Leistungen des Vereins stehen, daß mit dem verzögerten Eintritt die-Höhe der Einkaufssumme sich steigert, und daß bei vorgerücktem Lebensalter die Aufnahme unmöglich wird. Zur bessern Kennzeichnung des Zweckes und der Wirksamkeit des Vereines, ist -dem Berichte ein-Auszug ans den: Statuten beigefügt. v Die Verwaltung hat ihren ständigen Sitz in Frankfurt am Main. Der Vorsitzende, Herr Adolph Tehlöe, Lehrer an der israel.. Realschule daselbst ist zur Annahme von Beitrittserklärungen und Geschenken für den Verein, sowie zur Ertheilung jeder gewünschten.Auskunft jederzeit bereit. Wir machen angelegentlich auf. die humanen Bestrebungen dieses Vereins aufmerksam und empfehlen dessen Förderung und Unterstützung allen hochherzigen Menschenfreunden auf's Wärmste. Breslau, 13. März. (Privam.) Der eben erschienene „Jahresbericht über die Religionsunterrichtsanstalt der Synagogengemeinde" constatirt zwar das Wachsthum dieser Anstalt, da im Laufe des Jahres 77 neue Zöglinge in dieselbe eingetreten, so daß sich deren Zahl auf 288 belief, die Knaben und Mädchen getrennt, in 8 Ctassen unterrichtet wurden; aber er hebt doch den Mißstand hervor, daß die Mehrzahl der Zöglinge viel zu spät in die Schule eintreten und allzufrüh ihr wieder entzogen werden, so daß ihr Ziel nur. bei' wenigen erreicht werden kann. An diesem Mißstande und an dem Mangel regelmäßigen Schulbesuchs, leiden alle jüd. Religionsfchulen — und dann klagt man diese an, nur mangelhaft ihren Zweck zu erfüllen; wie dem aber abzuhelfen, hat man sich bis jetzt vergebens zu finden bemüht. Oesterreichisch-ungarische Monarchie. Prag, 8. März. (Privatm.) Nachdem unser. Glaubensgenosse, Herr Ritter v. Dormitzer, wegen des auf ihn gefallenen Reichsrathmandates der Prager Handelskammer das Präsidium derselben niedergelegt hatte, wurde bei der in Folge dessen vorgenommenen Neuwahl zum Vicepräsidenten abermals ein Israelit, der Kaiserliche Rath Herr Löwenfeld, gewählt. Gleichzeitig wurde Herr Kaufmann Leopold Wolf zum Beisitzer des Handelsgerichtes ernannt. —Bei der am 9. v. M. für den Egerer Kreis vorgenommenen Wahl zweier Mitglieder in die jüdische Landesrepräsentanz, wurden die Herren Philipp Kohn, Bürgermeister aus Luk, und Heinrich Brochaus, Eger, einstimmig gewählt. Teplitz, im März. (Privatm.) Der 43; Jahresbericht des „Teplitzer Badehospitals für in- und ausländische kranke Israeliten" vom Jahre 1873 enthalt einleitend die folgende, erfreuliche Mittheilung: „Es gewährt uns vor Allem und gewiß allen edlen Menschenfreunden aufrichtige Freude, constatiren zu können, daß-sich das Fondcapital iw dem abgelaufenen Jahre um 20'83 fl. 10 kr. ö. W. gehoben hat. Es ist Dies eine um so erfreulichere Wahrnehmung, als das verflossene Jahr in Oesterreich volkswirthschaftlich bekanntlich ein sehr bedrängtes gewesen ist. „Wenn nun trotz dieser schwierigen Zeitperiode das. abgelaufene Jahr im Vergleiche zum Vorjahre sogar ein-'günstiges

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.