Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 13 (24.3.1874)
- Date
- 1874-03-24
- Page
- Seite 215 (sequence 9)
- Language
- German
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,!215 zir iriennen ist^ so fühlen - wir uns - im Namen jener unglücklichen -Armen -doppelt verpflichtet- -allen den edlen Wohlthätern und Spendern^ deren Herzen^für -das - Elend und-Unglück der Armen nie erkalten, unfern wärmsten Dank auszusprechen. Die Zahl jener Ledauernswerthen Armen, denen die Anstalt im Laufe des Sommers Unterkunft, Verpflegung und ärztliche Behandlüngnebst Bädern unentgeltlich gewahrte, beträgt 116, wovon 84 anfdas -Inland und 32 auf das Ausland entfallen." - - Die -Ginnahmen' des Jahres 1873 beliefen sich auf 6450 fl: 41 kr.- die Ausgaben - auf 4367 fl. 31 ckr. . 'Der^ond besteht jetzt aus 10>350 fl. >: Seit dem Gründungsjahre 1831 sind isi dem Teplitzer israel. Badehospitale 384 3 Kranke ausgenommen und verpflegt worden. -Diese günstigen Erfolge geben unS die Bürgschaft, daß auch in Zukunft dieser wohlthätigen Anstalt die thatkräftige. Berücksichtigung edler Menschenfreunde gewidmet sein wird. - -.. : Amsterdam, 10. März. (Privatmüth.) Uebereinen-,-inter^ essanten Vorfall habe ich heute zu berichten, dem hier eine prin-! , cipcelle Bedeutung gegeben worden. ist . und der deshalb auch für das. Ausland nicht - unwichtig erscheinen wird. Ein Lehrer,, israelitischer Religion, war an einer hiesigen öffentlichen und darum -ronftssionsloseniArmenschuke als --zweiter/HÜlfslehrer;-feit Mygexep' Zeitangestlllt, und hat als solcher sich Pie Zufriedenheit seiner Vorgesetzten,, sowohl durch , feine . Pflichttreue, - als - durch seine Befähigung in hohem Grade erworben. Die erste Hülfslehrersielle wurde- - vacant, und der israelitische Lehrerhatte sowohl dem vollen Anspruch, als auch , den Wunsch, in diese Stelle aufzurücken.; Aberer äußerte sein Gewiffensbedenken, am Sabbath und an den hohen Festtagen in der Schule zu, erscheinen und , zu unterrichten. Der Schulaufseher schlug ihn deshalb für die Vacatzz nicht vor; der Bürgermeister aber- und die Schöffen stellten ihn. auf der dem Gemeinderathe behufs der Wahl vorzulegenden :.Cand.idatenliste, an die Spitze-, was so viel wie die-Wahl selbst -bedeutet.. / Wer- Bürgermeister unterstützte Dies -mit. zwei Münden, -zuerst nämlich,- weil,. wenn - man. aufden Sahbath und - die - hohen /Festtage bei einer Anstellung keine Rücksicht nehmen wolle; Dies-, so viel heiße , als alle Juden, von Staatsämtern aus- . schließen, und. weil die gedachte Schule.von einer großen Anzahl -jüdischer Kinder'besucht werde, welche--am Sabbath und an-den hohen-Feiertagen die Schule nicht besuchen-, so daßan diesen .Tagen der -Hülfslehrer nicht nothwendig wäre.- -Diese Mytipe . des.Bürgermeisters haben. vielfaches-Bedenken. erregt, -das. sich /in der Presseausgesprochen. - - - Emen - - eingehenden Artikel darüber lieferte Herr A. Levy in der „AlgemeenHandelsblad". Er -tadelt, daß -der ^Bürgermeister dieser - einfachen Thatsache , eine principielle Bedeutung gegeben habe, und zwar in einer niG stichhaltigen, jä gefährlichen Weift.. Die.'Angelegenheit selbst Hätte auf dem Wege der Verständigung nndRachgiebigkeit.leicht geordnet werden können,-indem die Lehrerder - betreffenden Schule, durch gütliche Uebereinkünft die Zeit ihrer Thätigkert- -so-geregelt ^-hätten,, daß der Israelit den. Sabbath frei behalten hätte, wie es bis jetzt hinsichtlich der zweiten Hülfslehrerftelle geschehen sei. Allein der StaM könne nicht darauf eingehen, kirchlichen Einrichtungen und Gewissensbedenken auf , dem Gebiete der Staatsämter Raum zu gewähren. Mri Staat'h'at eiriön Wn^Äifähigten ohne Berücksichtigung der Confession.anzustellm,-wie dies auch der §.15 der Niederländischen Verfassung/ fordert. Dann aber hat er principiell irgend welchem Bedeüken kein Zugeständniß zu machen, sondern wer ein solches hegt, dürfe sich , für das Staatsamt nicht anmelden. Dies die Theorie; -in der Praxis freilich könne Nachsicht und Wohlwollen , sobolv es ohne Nachtheil des Amtes geschieht, immerhin Platz greifen, da es auch gilt,., den Staat nicht ohne Notheiner tüchtigen/Kraft im Dienste zü berauben. — Dies ist wohl auch, das Richtige. Der Staat darf die Confession nicht berücksichtigen, die Eonfession . aber auch nicht ausnahmsweise Forderungen an den Staat stellen: Die Erfahrung lehrt, daß, was heute zu Gunsten einer Minorität aufdiesem Gebiete geschieht, Morgen sich zu'ihrem Nachtheil wendet. Gerade die Juden haben Dies vielfach erlebt. Serbien. Jassy, im -Februar. . (A-rch. isr.). Bei Gelegenheit des 2.5jährigen .Negierungsjubiläums des Kaisers - von Oesterreich haben die-in. Serbien sich befindenden österreichischen. Unterthanen eine Deputation zur Beglückwünschung an den Kaiser, nach Wien entsendet. Unter, den fünf Mitgliedern der Deputation befanden sich drei -Israeliten. Im Haupttempel zu Jassy wurde ein-feierlicher Gottesdienst abgehalten.. (Der österreichische Unterthanen- Verband ist in den Donauländern noch immer der einzige Schutz gegen die Unterdrückung und.-. Ausschreitungen. von Seiten der Regierung..unddes.? Volkes.. Es kann daher, nicht-verwundern, wenndie dortigen -Juden -dieses Band noch immer festhalten;;;es ist für sie das - Bedürfniß - der Selbsterhaltung.-. ■ Freilich: machen die Serben Vieser Anzahl - von- Juden -einen Vorwursdaraus, -.um sieals. „FremdeszucharakterisirenO- Astein -so- Klange idie Serben a l l e Juden , einheimische wieausländische-, als/,-.Fremde erklären .«yd behandeln ,, können sie ihnen?/'keinen/ wirklichen.. Vorwurf machen.,- wenn sie . sich - -des Schutzes--einer auswärtigen /Macht vergewissern. - / .Redqctivn d. A: .:Z. d^-.I.) . . - Die Angelegenheit derWischen; Mchm W-Ndet^- sich 8lsui..gu^ .Im Wai--wird -das Gesetz über- Fahrikat.iyn-. mnd Berkaus.;vpnSpirituosen./ j welches hie -Juden ausschließt/ inHrast treten. .Wein mansieht--schonjetzt) diu /j.-haß^dfti Ausführung dieser Ausschließung nichts gut in öglichs iist>-- ohne, die r reellen /Bedürfnisse/- zu - schädigen;/- Man/Mrdjdin.AuLe zudrstcken, .bis.W 13