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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-03-10 · Heft 11 (10.3.1874) · p. Seite 172

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 11 (10.3.1874)
Date
1874-03-10
Page
Seite 172 (sequence 2)
Language
German
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t? If; / '•£ -J -5 $ <- v- ■■■; Städten befinden, wo auch zahlreichere jüdische Gemeinden vorhanden sind. Deshalb sind auch dort an mehreren höheren Lehranstalten die jüdischen Schüler so zahlreich, daß man für sie einen Meligionsprofessor" (wie es dort heißt) anstellen muß. Da es uns eine theure Pflicht ist, überall die ungeschminkte, Wahrheit, "so'weit wir sie zu erfassen vermögen, zu sagen, so stehen wir nicht an, es auszusprechen, daß im großen Ganzen unser Religionslehrerstand einer, höheren Ausbildung bedarf, um: den Anforderungen genügen zu könnenwelche mit der regelmäßigen Einrichtung des jüdischen Religionsunterrichtes an Gymnasien und Realschulen an ihn herantreten. Wir haben hierauf schon vor Jahren aufmerksam gemacht, als die Forderung eines / obligatorischen jüdischen Religionsunterrichtes an den höheren Lehranstalten auftrat. Schüler der mittleren und. höheren Elasten dieser Schulen bedürfen eines höher angelegten Unterrichtes, und würde auf. sie ein entgegengesetzter Eindruck gemacht werden, wenn^ie. ejnen krassen Abstand zwischen ihrem übrigen Unter-, richte' und dem in ihrer Religion alsbald und dauernd gewahren müßten. Wir sind nun nicht, bange, daß die in den bestehenden jüdischen Seminarien gebildeten Lehrer theils in denselben zu diesem höheren Unterrichte nicht schon vorbereitet iverden sollten, theils daß diese Seminare jetzt auf dieses, höhere Ziel bei ihren Zöglingen', wenigstens den begabteren, nicht besondere Rücksicht nehmen möchten. Allein die Zähl und Kräfte dieser Seminare reichen noch bei weitem nicht. uns/ und noch weniger genügt die Zahl ihrer Schüler. Wir müssen daher noch lange darauf rechnen, daß die Lehrer Mst durch die Aussichten, die sich ihnen eröffnen, dazu angeregt werden, sich eine weitere Ausbildung zu verschaffen,, um dem höheren Unterrichte, wenn es von ihnen verlangt wird/ genügen und ihre neue Ausgabe befriedigend lösen zu können. Denn diese Aussichten haben doch das zweifache Motiv, daß sie höhere Anforderungen stellen, aber auch eine pekuniäre Besserung veranlassen, da die Schulen dem Lehrer eine Besoldung zukommen lassen müssen, abgesehen davon, daß die erweiterte Wirksamkeit und höhere Stellung dem strebsamen Lehrer eine wahre Freude bereiten muß. Es ist daher an den jüd. Religionßlehrern, die Zeit des Provisoriums biß zum Erlaß des neuen Unterrichtögesetzeö zu benutzen, um sich eifrig für die höhere Aufgabe vorzubereitm. ..l Selbstverständlich wird dieser höhere Religionsunterricht an Gyrrrnasieu Md Realschulen sich erstrecken : 1) auf die Kenntniß der hebräischen Sprache: - und der Bibel; 2 ) auf die Geschichte des Judenthums und der Juden; 3) auf den Religionsunterricht im engeren Sinne. Wix brauchen wohl kaum zu bemerken, daß es sich in der ersten Rubrik besonders um einen regelmäßigen Unterricht in der hebräischen Grammatik handelt, wie die Schüler solcher: Anstalten ihn; in; den: übrigen Sprachen - gewohnt sind. Der Unterricht in der Bibel muß 'sich außer den - UMngen. im EeM auch ach die MnntnM;alher Bjicherder h. Schrift ^er- “—fi 1 > h-j ' strecken, die dur^h die Darstellung des Inhalts derselben, und Lectüre einer guten Übersetzung erlangt wird. Mas die zweite Rubrik anlangt, so kann wohl Lei sollen.SHUekn die Kenntniß der biblischem Geschichte vorausgesetzt'werden, und muß deshalb die uachbiblische Geschichte vorzugsweisein's Auge, gefaßt werden, wobei es nicht blös auf hi'eHacien ankommh sondern auch die tiefere Einsicht in den Geist ^dieser großartigen Geschichte erzielt werden Muß. besondere Pflege, erfordert, aber der eigentliche Religionsunterricht: Es genügt hier die einfache Aufstellung der Religionslehren, eine Llos formulirte Wiedergabe derselben, wie sie in den zahlreichen Katechismen gegeben wird, nicht mehr. Mit den vorschreitenden Claffen und Jahren bedarf der Schüler mehr. Es muß ihm eine gründlichere Darstellung, eine vielseitigere Begründung und Beweisführung dargeboten werden. Gerade das Judenthum mit seinem vernunftgemäßen Fond gewährt einen trefflichen Raum, überall auch auf-Natur und . Geschichte hjnzuweisen. Für dieses Alles muß der Lehrer vorbereitet und ausgerüstet sein. Je bedeutender hierin diese Anforderungen sind, um so weniger stehey wir an, hierbei zu bemerken, daß wir den Lehrern ein angemessenes Hülfsmittel längst bereitet haben. Gerade aus pen.Gesichtspunkten und Bedürfnissen, die hier vorliegen, haben tvir unsere ausführliche Darstellung: „Die israelitische Religionslehre" in drei Bänden (Leipzig, Baumgärtner 1861—65) äusßmrbeitet. -. "Die an-er Spitze der Capitel und Paragraphen mit größeren Typen gedruckten Fragen und Antworten können für die Schüler ausgezogen und dem Unterrichte zu G.W.Oe., . Wch.en;.htz.Erläuterung bietet dem Lehrer einen ' 'imifänglilhen 'Stoff" für "die Erklärung und Begründung dieser Paragraphen; m Beilagen sind noch außerdem wesentliche Fragen und Gegenstände behandelt. -Das ganze Religionssystem ist, nicht nach den gewöhnlichen Schemata, sondern nach dem alle Lebenssphären umfassenden . Wesen des Judeuthums. aufgestellt. Wir halten, usis überzeugt, : daß .das Studium dieses Werkes dem : Lehrerwenn er sonst die erforderliche Befähigung in sich trägt, für alle Elgffen der höheren Lehranstalten die ausreichende Hülse darbieteu wird. ÄbhaM««gen oerschiedent» Sjiljults. Heiräische Bachdrqckerriw und Biiliytheke» in Prag: . Von M. MmE« . .. . ch ,l u ß.) . , . Was specieü die 16 alten. Prager Druckwerke anbelaugt, so verdient eines von ihnen, nämlich das älteste, nicht blos.weAen seiMs. Altexs, soudern auch wegen feiger Seltenheit hier besonders erwähnt zu.werden. Ms ist dies.ein Pentateuch in Fosio mit den Eommentar. Raschijs in schöner i^nadratschrift,: den;-3 MeMat

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