Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 8 (7.2.1874)
- Date
- 1874-02-07
- Page
- Seite 129 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3226960-3226969--32376-3255338- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
129 den Oeffentlichkeit geschehen, und daraus Unordnung undAergerniß entspringen können. Würde man. nun mit diesen die Beerdigungen vergleichen, so^ würde ja daraus, gerade das Bedürfniß der confessionell getrennten Friedhöfehervorgehen, um die religiösen Ceremonien bei Beerdigungen nicht in dieselbe Kathegorie verfallen zu lassen, oder man müßte alle religiösen Ceremonieu bei Beerdigungen verbieten, was wohl Niemandem einfallen wird. Hiermit wird wohl vorläufig die Frage in Belgien zur Ruhe gekommen sein, wenigstens soweitsie die Juden betrifft, von denen dabei die Rede gar nicht gewesen wäre, wenn nicht der Minister das Gutachten des Großrabbiners verlangt und sich darauf berufen hätte. Die Lobfprüche übrigens, welche die Jndäpendance dem Herrn Astruc spendet, sehen nach ihrem, heftigen Angriff wohl einem Rückzüge gleich. Großbritannien. Lyndon, 6. Febr. Der Telegraph meldet, daß der Freiherr Meyer von Rothschild verstorben, und daß Freiherr Nathaniel von Rothschild bei der Wahl in der City seinem conservativen Gegner unterlegen ist.; Aus Nottingham wird berichtet, daß ein Herr Sayl als Conservativer in das Parlament gewählt worden ist. ' Koudon, 31. Jan. Bekanntlich ist das englische Parlament aufgelöst und eine Neuwahl angeordnet worden. Der Premierminister Gladstone hatte in seiner Wahlrede zu. Woolwich behauptet, daß alle Londoner Israeliten, auf seiner, der liberalen Seite stehen. Hiergegen protestirt das ,,^6>v. Llu-on.", und bezeichnet Gladstyn's Behauptung als eine irrige. . Ein Meeting dieser. Art habe nie stattgefunden, und die Juden würden sich, wie sie bisher immer gethan, weislich hüten, als Glanbensgenoffenschaft Partei in irgend einem reinpolitischen Kampfe zu nehmen. (Dies ist richtig und vernünftig; andererseits ist es Thatsache, daß die überwiegende Mehrzahl der engl.! Juden auf liberaler Seite steht.) Zl e u i l Hntriguen vor siebzig Zähren. Erzählt von L. Schr. m. . Schon nach wenigen Stunden fanden sich unsere beiden Freunde wieder zusammen, aber nicht allein, sondern in einer ziemlich beträchtlichen Versammlung von Männern, zwar verschiedenen Alters, aber sämmtlich eines ehrsamen Standes und Aussehens. Es waren die Minner vereinigt, welche vor ungefähr einem Jahre zusammengetreten waren, um vermittelst einer Sammlung freiwilliger Beiträge eine jüdische Armenschule zu gründen und ihr Werk so herrlich gedeihen sahen, und nun hatten sich zu ihnen die Bittsteller der wohlhabenden Claffe gesellt, welche die Ausdehnung, der Schule zu einer allgemeinen verlangtem Mcm hah schon oft als einen Chaxakterzug der . Juden die Befähigung bLzeichnet, für eine Sache oder Person rasch Feuer zu saugen,, ip der Wärme und dep Strahlen desselben große ^)pfer zu bringen iznd. sich die Mßeroxvenüichsten Wirkungen Zu versprechen, Dagegen verlösche dieses Feuer bald wieder, und mache leicht einer um so empfindlicheren Kälte Platz, einer Gleichgiltigkeit, dw bei geringer Veranla.ffuug zur Abneigung übergehe, Man mag Recht haben , auch darin, daß man einer langsam entstehenden und anwachseyden Wärme, welche dauernd wirkt und jedes ffrgebniß sichert, den Vorzug einräumt. Dennoch perdanken wir jener schnell erglühenden Begeisterung oft Größeres, als per bedächtigen Berechuuu.3 zu mgchen, zu schaffen nchgljch wird, upd es ist mcht wahr, daß jene in ihrer Aufwallung M l e t o n. Trügerisches voraussieht, das sich bald als Selbsttäuschung bekundet. Diese Begeisterung vielmehr sieht mit ungMohulichW Scharfblick die Zukunft voraus, nur daß sie als nahe schaut, was sich erst in der Ferne verwirklicht, den ersten Opfern, die sie bringt, zutraut, was erst nach langer Arbeit eintritt. W. verhäst sich dies wie mit mancher Weissagung per gottbegeisterten Propheten, die wir. in der heiligen Schrift lesen. Sie sinh aste in Erfüllung gegangen, nur daß es längerer Zeiträume bedurfte,, als es nach ihren Worten erschien. Und dies ist uns Bürgschaft für die dereinstige Erfüllung derer unter ihren Perkündigungen, welche noch heute der Verwirklichung harren, nämlich auf das Ziel der ganzen Menschheit ...... In dieser aus der öffentlichen Prüfung der Armenschüler und den glänzenden Erfolgen dieses ersten Äahres erstandenen Begeisterung hasten die Männer dex GemMde keine Zeit verlieren ^wollen.! und sich^ zu jener, freiwilligen HchulcMniission begeben, um ihr V.exlaygen zu stellen, Wd .dessen Erfüllung zu betreiben. Es ist Ws nicht darum zu thW die gepsiogeyeu Verhandlungen ausführlich zu schildern, Die Meinung, wMe Aimspn gegen seinen-Freund geäußert hatte, blieb nicht ohne Vertretung, Man füMete einesthesis dje Unzulänglichkeit der Mistel, and-Mtheils machte sich noch immer die sonderbare Ansicht geltend, hast man dex ärmerey Elaffe ein geistiges Gegengewicht, dex Plulokratie der Reichen gegenüber, schaffen und erhalten müsse, damit auch sie sich esiien höheren Platz erobern können. Es lgg dtzs in der Zeit und war aus den Verhältniffen herausgewachsen. Man könnje hier einen Beginn der socialen Frage erbli.dkey, ^)ie Muhe .waren damals noch sehr geschieden, und M. hpm.Msteg ...8* ' ' '