Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 50 (9.12.1873)
- Date
- 1873-12-09
- Page
- Seite 820 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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820 des fütjji’iitcn Elements, und schon die Wahl gerade dieser (legend für die Begründung einer Wasserleitung legt bedeutsames Zeugnis; ab von Salomo's vielgepriesener „Weisheit". Der Aauäduct. — 26) spreche jetzt von dem tiefergelegenen der beiden Aquarucle. Derselbe ist ein imposanter Steinbau. Ungefähr 2<> engl. Meilen lang, windet er sick) in einer fdncfcii Ebene von den Bassins läugS een Hügeln herab, und durchzieht Bethlehem (das er bis auf den heutigen Tag mit Wasser versorgt), um allmälig Jerusalem zu erreichen. Vermuthliä) führte er hier ehedem seine Stromrinne durch den Zionsberg hindurch na6) dem Tempelplatze, wo sich diese wohl in ein anderes Bassin ergoß, wel6)eö wieder aufgesncht, oder durch einen ähnlichen Neubau ersetzt werden müßte. Ter Agnäduet besieht ans tüäjtigem Manerwerk, und ist mit großen Steinplatten bedeckt. Wo hier und da sich Lücken zeigen, dienen dieselben als Tränkstätten der .veerden. Das Fundament selbst ist wohlerhalten und fest, dagegen wäre es unumgänglich uothwcudig, die vielfack) zerfallene Bedeckung von Neuem herznstellen". Soweit die Beschreibung der Zieste dieser merkwürdigen Bauten, die jedenfalls ein Zeugnis; größerer Energie in der Baukunst erweisen, als man dem israelitischen Alterthume zuznschrciben pflegte. Jerusalem hatte das Geschick, daß auf den Trümmern einer mit seiner Zerstörung beendigten Periode neue, und zwar kleinere Geschlechter si6) immer wieder ansicdelten, welche die Spuren der Vergangenheit bis aus Weniges verschwinden machten. Do6) kehren wir zu unserem Gegenstände zurück. Auch Das spricht für die Solidität des Unternehmens, daß es bereits an einigen Versuchen nick)t gefehlt hat. Eine englische Dame,-Baronesse Burdidl EouttS, hinterließ 20,0d0 Pfd. Sterl. für eine solche Wasserleitung. Sie bestimmte aber, daß diese Summe in den Händen der von ihr ernannten Agenten bleibe, rmd von diesen ausgegcben werde, und hieran zerschlug sich die Sache. Sir Moses Montefiore ließ einen Versuch, die Wasserleitung herznstellen, machen, aber, ob auö Mangel an Mitteln oder an Sack-verständigen? in so ungenügender Weise, daß, was geschehen, bald wieder verfiel. Ebenso ging es mit einigem Flickwerk, das die türkische Regierung selbst angebracht. Es versteht sich wie von selbst, daß nur eine vollständige, solide, und mit Da-upsmaschinen versehene Wiederherstellung zum Zwecke, dann aber auch in lohnendster Weise, führen kann. Die Hauptschwicrigkeit, die zu überwinden wäre, besteht jedoch nicht in den Geldmitteln, die dazu erforderlich, noch in technischen Problemen, sondern in der Sicherung des vollendeten Werkes. Tenn bald würden Beschädigungen kleiner und großer Art, wenn nicht völlige Zerstörung nicht auöblciben. Tie Beduinen der Umgegend haben keinen Begriff von Dem, was sie össentlichem oder Anderer Eigenrhuin schuldig sind. Sie würden, wo sic sich besinren, und wenn sie nur ein halbes Stündchen von den anzubringenden Tränkrinnen entfernt wären, Breschen in die Wasserleitung machen, um für ihre Heerden Wasser zu haben. Die schlimmsten Feinde hätte aber das Werk an den zahlreichen Fellcchs, welche sich mit dem Verkauf trinkbaren Wassers (aber oft was für Wassers!) in Jerusalem beschäftigen, und den kleinen Schlauch für (nach unserem Gelre) 2',2 Sgr., zur Zeit des Wassermangels für 5 Sgr. und mehr verkaufen. Diese, brotlos geworden, würden das Werk zu zerstören trachten. Was' daher vor Allem noththnt, ist, daß die Großmächte für die Sache interessirt werden. um gemeinsam einen Fcrman des Sultans zu erwirken, der I) zu rem Werke die Erlaubnis; ertheilt, 2) eine strenge Strafe aus die Beschädigung desselben setzt, 3 ) den Gouverneur von Jerusalem zur strengsten Wachsamkeit verpflichtet, und 4» eine kleine Schntzwacht an der Wasserleitung beordert. Man kann hoffen, daß weder die Kaiser von Deutschland, Rußland und Oesterreich, noch die Regierungen von England und Frankreich ihre Mithülse zur Erlangung dieses ersten Erfordernisses verweigern werden, und daß die Pforte selbst keine Schwierigkeit erheben wird, da es sich uni einen so großen - Vorthcil, und zwar der ganzen Bevölkerung Jerusalems handelt. Es will sich daher ein Eeinitö in England bilden, ras zunächst diese erste Bedingung zu erfüllen streben wird. Tann erst kann an die Sammlung von Geldmitteln gedacht werden. Diese, offen gestanden, macht auch uns die geringste Sorge. Denn da sich hier das Jutereffe und die Theilnabme aller Eonfessionen vereinigt, und die erforderlichen Summen gar nicht allznhech sind, werden sich diese unschwer ziisaiiimensinden. Wir haben deshalb unsere Leser ausführlich mit der Sachlage bekannt machen wollen, und halten uns überzeugt, daß zur Zeit Viele derselben ihre Spenden nicht verweigern werden. Doch sollten unserer Meinung nach die Sammlungen nicht eher beginnen, als bis man der Schutzmächte und der Verordnungen der türkischen Regierung ganz sicher wäre. Deutschland. Berlin, 24. November. Die Bedeutung, welche die Juden in Berlin dem Unterricht, iiberhanpt dem Wissen, der S^eihut cj6iiacßucSteit. Kunst und der Gelehrsamkeit beilegen, — heißt es in dem I. Jahrgang eeo städtischen Jahrbuches für Volkswirthfchaft und Statistik, — spiegelt sich in folgenden Ermittelungen ab: es genießen hier höheren Unterricht von Joo jüdischen Knaben