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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-11-11 · Heft 46 (11.11.1873) · p. Seite 756

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 46 (11.11.1873)
Date
1873-11-11
Page
Seite 756 (sequence 10)
Language
German
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756 mlutyiii man Gotleswort in rein tyecfjrcutfdjer Sprache, mir simgine ein (Sanier, der nicht mir in seinem Fache geschult, sondern auch dort, wo es galt, Edles zu schassen, an rer Spitze seiner Gemeinte staut. Eie ganz anders Heine. Drei. Gemeinten hemmen die Entwickelung des Gemeiurelebeus, und wenn auch ein tüchtiger Prediger,!>«. Austerlitz, mit einem geschnlien Ganter au der Spitze der FortschriltSgemeinde steht) so ist doch letztere durch die entstandene neuerganisirte orthodoxe Gemeinte aus die Hülste redueirt, und der geistreiche (Sanier Vif'Ujel)ii vom Amte entfernt. Die Orthodoxie erhält ihre eigenen Gultusbeamten, und der Rabbi von Sebcs-Kelcmes ist Sberrabbi der orthodoxen Gemeinde in Eperies. Die Schule ist die jetzt das einzig gemeinschastliche Institut beider Gemeinden, doch ist die Zahl der Schüler eine geringe, da viele in die christlicken Lehranstalten gehen. Eie wir vernehmen, geht die orthodoxe Gemeinde damit um, eine eigene Lehranstalt in Cperics zn oiii.d icn, wie sie auch soeben eine Volksschule in Sebes-Kelemes, einem benachbarten Städtchen der Umgebung, erossuete. Bon hier begaben wir uns nach .staschau. Hier wurden wir von den Verhältnissen freundlicher begrüßt. Wohl bestehen auch hier drei Gemeinden, die sich von Zeit zu Zeit energisch K kämpfen, aber dadurch, das; die Fertschrittsgemeinde keinen Rabbi an stellte, kann sich die Gemeindeschule freier entwickeln, und leistet sie in der That auch Vortreffliches. Insbesondere müssen wir die Energie des Schuldirectors R. Rottenbcrg lobend horrorheben, und erwarten wir von dem Aufblühen seiner Sckule Vorzügliches. Tie orthodoxe Gemeinde hat vor Kurzen: einen Rabbi angestellt, der bei allen Parteien beliebt ist, DaS Dampfroß führte mich nach MiSkole;, eine der bedeutendsten Gemeinden Ungarns, in welcher ein Greis als Oberrabbi der Fortschrittsgemeinde fungirt. Bis vor Kurzem stand ein Prediger dem Oeenabbi zur Seite, der aber einer Berufung nach Unghvür folgte. In letzterer Gemeinde erhob sich vor -turzem ein Tempel der ForischrillSgemeinde, doch liegt ihr Schulwesen darnieder, und geht die Stadt damit um, eine Si mnltanschule zu eröffnen. In Liszka und T olcSva, zwei benachbarte Städte Ujhely's. erheben sich Tempel, die vor Kin zem von Orthodoxen und Ghassidim erbaut wurden. Die Gemeinde- und Schulverhältuisse Ujhely's tiiiften sich mit der Zeit erfreulicher gestalten. Rech hat sich eine FonschritlSgemeinte nickt bilden tonnen, und erhält der würdige Oberrabbi dieser Gemeinde die Parteien friedlich zusammen. Tie Schule soll für die Folge eine Unterstützung von i:K»<> fl. ans Geiueindemnteln alljährlich erhalten. An der Anstalt wirken 5 Lehrer und 2 Lehrerinnen, und wird die Schule von luu Zöglingen besucht. Oberlehrer I. Rosen meyer. S. a. Njhtly, 20. Oetobcr. (Privatmitth., Bor wenigen Tagen wurde dahier die vom der Fürstin Viezenheiin, geborene Schwarzenberg, gegründete höhere Mädchenschule vom Bilchos in Kasch an feierlichst eingeweihl. Bei Gelegenheit der Begrüßungsansprache res Stuhlrichters im Namen der Stadt ohne Unterschied der Eonsessien, erwiderte der Bischof, daß fortan das Schulwesen dieser Stadl blühen werde, und daß ans diesem Institute katholische Mütter hervergehen werden. Trotz dieser offenen Aeußeruug werden die Israeliten dieser Stadt ihre Töchter in diese von Nonnen geleitete Schule senden. Beim Bau res Schulhaufes, welches zu den schönsten Gebäuden der Stadl gehört, hat man das Kreuz auf der Hinterserte res Hauses versteckt angebracht. Es ist sicher, daß durch Iesuitenknisse die Ueberzeugung der israelitischen Kinder anfangs geschont wird, ob aber die ausgestreuie Saat nicht eine giftige ist? Doch unsere Ehassidäer uns Fortschrittler fürchten den Einfluß der katholischen Geistlickleit nicht, rer heilige Rebbe wird schon dem Uebel abhelfen. Wie wir vernehmen, wird rer Oberrabbi dieser Gemeinde mit Energie rem Treiben entgegen treten. I. Rosenmeyer. -Aus Galizien, 28. Oelober. Auster den 'beiden galizischcn Stadtgemeinrewahlen, die auf den I»,. Hönigmann und den Landau, beide Arvoeateu in Eien, gefallen sind, haben noch einige Handelskammern unseres Landes Israeliten in den Reichsralh gewählt. Man berichtet darüber: .Krakau, 27. Oet. In rer gestrigen Sitzung der Hau delslammer wurde Bangmer Alben.MendelSburg als Ean kidal für den Reichörath einstimmig augenommeu. Brody, 27. Oeiober. Die Eandidatur LöweusteiuS wurde in der HandeSkainmer verworfen, und diejenige des Kammerpräsidenten Kallir eiustiinmig aeceptirt. Die Handelskammer in Ezcrnowitz hat ihren Bieepräsirenlen Rn bin ft ein mit ,2 oon K» Stimmen zum Reichsrathsa('geordneten gewählt, strubinstein ist entschieden verfassimgStreu. ' Aus Galizieu, Oeiober. tPrivatmitth.) Neber den 'Ausfall der Wahlen in Galizien sind Sie bereits unterrichtet. Iu reu Landgemeinden haben die Versasstmgslreueu durch die Verbindung der Rulheueu und Juden gesiegt, in den Stadtgcmeinren die föderalistischen Polen. Ans den direeteu Volkswahlen sind also nur 2 Juden iu den ReichSrath gekommen, wohingegen mehrere Handelskammern verfassungstreue Juden gewählt haben. Man kann diesen Ausfall doch nicht als einen ungünstigen ausehen, noch dazu bei der erstmaligen, dirccten Wahl, wo die Masse immer noch etwas ungelenk sich erweist. Sehen wir nun von diesem Resultate ab, so gewahren wir ras unangenehme Schauspiel, rast die Bevölkerung dieses Landes in zwei feindlich 'getrennten Parteien sich gegcnübeisteht, und zwar nicht blos polnisch, sondern auch eoufessteuelt nur national gespalten, was stets die feindselige Gesinnung erhöht und die Aussickten aus eine Versöhnung, ans eine cereinstige Verschmelzung der Interessen verschwinden läßt. Solch schroffer Gegensatz iu rer Beeölkerimg desselben Landes, derselben Städte, Flecken und Dörfer, bringt selbst im gewöhnlichen Verkehr tausend Widerwärtig-

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