Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-11-11 · Heft 46 (11.11.1873) · p. Seite 751

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 46 (11.11.1873)
Date
1873-11-11
Page
Seite 751 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3226906-3226953--32107-3255062
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

751 gehör; denn doch mehr Verdienst, unv ein höheres Alter, als der Verfasser besitzt, und auch dann wird nian ihm nur Nachsicht, für seine Schwäche gewähren. — Indeß ließen wir uns doch nicht abhalten, und fanden in den einundzwanzig, meist kurz gehaltenen Predigten recht viel Gutes, das zwar weder an Inhalt noch Form etwas Außerordentliches ist, doch aber durch Innigkeit des religiösen und sittlichen Gefühls, Lebendigkeit der Gedanken und passenden Ausdruck zu wirken vermag. Im Detail hätten wir freilich Manches zu bemerken. Zum Beispiel halten wir es durchaus nicht für angemessen, kritische Bcinerkungen und Hypothesen auf die Kanzel zu bringen, wie es im Vortrage über das Pnrinlfest geschieht. Daß tiefes Fest seinen bestimmten geschichtlichen Inhalt hat, und sich darum an geschichtliche Thaisachen knüpft, dafür spricht die ganze Natur des Festes, dafür die uralte Tradition, die schon Josephus ebenfalls mittheilt. Daß das Buch Esther die geschichtlichen Fakten in volksthümlicher freier Bearbeitung giebt, kann man leicht zugestehen. Das Buch in einer Predigt .innner wiederholt für einen „Roman" zu erklären, und das Fest als ursprünglich ein DionysoSsest auszngeben, TaS gehr doch wohl über die Grenzen einer Sabbathpredigt hinaus. Temungeachlet kennen wir das Bändchen bestens empfehlen. — — An einzelnen Predigten sind uns jüngst zngetomnren: Der Priestersegen. Abschieespredigt gehalten am Sabbath Raso, den 7. Juni 3633 bei seinem Scheiden aus dem Amte eines Rabbiners der Gemeinde Anfche Chesev in Rew-'))ork von l>r. M. Mielziner. «Rew-?)erk 1873.) —- Predigt zur Einweihung der neuen Synagoge in Ulm am Vorabend des Sabbathö Ki Thabo '»633 am 12. September IST3 vorgetragen durch A braham Wälder, Rabbiner von Nrupheim, Ulm. Das Fürstenikeal. Festrede zur synagogalen Vorfeier der Vermählung Ihrer kaiserlichen Hoheit, der Frau Erzherzogin Gisela, gehalten am 1!«. April 1873 von I),-. I. Iacob Unger Rabbiner rer israelitischen Eultnsgemeinde in Iglau. — Der erneute Dank! Predigt gehalten am Erinnerungstage der Schlacht bei Sedan, den 2. September 1873 in der Synagoge zu-Pasewalk von lir. Wilhelm andsberg, Rabbiner. Pastwalk, Schnurr, 1873.) Gerächlnißrere am Grabe res Herrn Abraham Schönfeld zu Potsdam, am 27. Airgust IS73, gesprochen von Iw. Tobias Eohn, Rabbiner der Synagogengemeinde.— Was wir :ni neuen Jahre wünschen und vom Herrn erflehen sollen? Rede gehalten am Neujahrsfeste 5.6,33 von Ohle »bürg, Prediger der Synagogeugemeinre Iserlohn. .Iserlohn, Bäreker.» — Von riesen Predigten legt die crstere ein beredtes Zeugniß für die treffliche Gesinnung nur den würdevollen Eharakler des Verfassers, namentlich unter den besonderen Umständen ab, unter welchen sie gehalten worden. Die vorletzte „Gedächrnißrede" giebt eine kurze, doch sehr eindringliche Erörterung des Gedankens des Todes in musterhafter Form. Bonn, 31. October. „Vollständiges Gebet- und Andachtsbnch zum Gebrauche bei Kranken, Sterbenden und ^eichenbestattungen, sowie beim Besuchen der Gräber von Verwandten junD Heben. Mit den betreffenden religiösen und üblichen Gebräuchen, von der Zeit des Hinscheikens bis nach zurückgelegtcm Trauerjahre, und an dem alljährlichen Sterbetage eines Angehörigen. Rach der Zusammenstellung des verewigten Rabbiners Jacob Lissa. Rebst Untersuchungen über Alter, Entstehung und Urheber gedachter Gebetsammlung . und Gebräuche, und einem Anhänge, enthaltend: eine Reihe meist ungedruckler Grabschrislen verdienter Personen, mit biographischen, literarischen und genealogischen Anmerkungen von O M. Lanvshuth. Berlin 1867. W. Adolph u. Co." Es ist Dies die vollständigste und correcteste Ausgabe der herkömmlichen hebräischen Gebete bei Kranken, Sterbenden, ^eichenbestatlungen und Besuchen des Friedhofes. Schade ist es, daß nicht eine Uebersetzung der wichtigsten derselben hinzugefügt ist. Einigen Ersatz dafür bieten die deutschen Gebete auf dem Friedhose, die augehängt sind. Von bedeutendem Werlhe sind die Untersuchungen des aus dem liturgisch-literarischen Gebiete rühmlich bekannten Herausgebers über die Geschichte dieser Gebete. Herr Vanrshulh hat seine Verdienste in diesem Zweige hierdurch vermehrt. Von geringem Belang sind die abgedruckten Grabschriften von den Friedhöfen zu Berlin, Glogau, Schmiegel u. s. w., von denen nur einige selche Personen betreffen, welche eines allgemeinen Rufes genießen. — Unter dem Titel: ri-i'rr erschien zu Jassy im vorigen Jahre unter der Redactiou des Herrn M. S. Rabener das erste Heft einer Vierteljahrsschrift als hebräisches Organ für Religion und Bildung." Dasselbe enthielt (Berichte, Erklärungen von Schrift- und Talmudstellen, Biographien u. s. w.. Viele Piecen konnte man Gewandtheit im hebräischen Style, manchen trefflichen Gedanken und Innigkeit des Gefühls mit Fug zusprechen. Gewiß würde ein solcher Austausch, ein solches Zusammenwirken literarischen Strebens in den dortigen Ländern von wesentlicher Förderung sein. Wir bedauern daher, daß kein zweites Heft uns zugekemmeu, also wohl auch nicht erschienen ist. — „Beth-^echciil, Jahrbuch zur Beförderung des Ackerbaues, Handwerks und der Industrie unter den Israeliten Ungarns. Herausgegeben von Ignatz Reich. Zweiter Jahrgang. Budapest 1873. (Robert Vampelj." Mit Vergnügen haben wir auch den zweiten Jahrgang dieses interessanten und reichhaltigen Jahrbuches erttgegengenemmen, ras sich zugleich einer schönen Aus slatlung erfreut. Das Inhaltsverzeichniß bietet 16 Nummern, ans denen wir hervorheben: Die jüd. Ackerba»schule zu Jaffa in Palästina. Einen Monat in der altjüd. Metropole. Wodurch kann rem Ackerbau bei den Israeliten Ungarns mehr Eingang verschafft werden? Ehrenhalle verdienter ungarischer Oekonomen, Industrieller und Handwerker. Der Bauer, Historisch- Statistisches, aus welcher Rubrik wir vor .Kurzem in unserem Feuilleton, die „Sabbathianer in Siebenbürgen" .entnahmen. Das Werk entspricht seinem Zwecke in angemessener Weise. Das Eine wünschen wir, daß die Sprache weniger pathetisch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.